mini|Griesbachs Wohnhaus am Löbdergraben in Jena im Jahre 1843 (links davon der Anbau) Das sogenannte Griesbachsche Wohnhaus war ein Gebäude am Löbdergraben in Jena. Gebäude und Geschichte Das sich an das Reithaus im Schlosskomplex Jenas nach Süden anschließende dreistöckige Gebäude ließ 1664 der Fürstliche Sächsische Landbaumeister Johann Moritz Richter aus Weimar auf eigene Kosten errichten. 1667 kaufte es Herzog Bernhard und machte es zum Wohnhaus mit Kanzlei des Präsidenten der Universität. Die verwitwete Herzogin Johannette, Ehefrau von Johann Georg I. von Sachsen-Eisenach, wohnte bis zu ihrem Tod 1701 hier.Artikel auf www.entdecke-jena.de mini|Anbau Löbdergraben 15a (2014) Nach 1773 kam es in den Besitz des Professors für Theologie Johann Jakob Griesbach. Auch wohnten in den Jahren 1795–1799 Friedrich Schiller mit Familie und der Juraprofessor Johann Anton Ludwig Seidensticker hier. Das Haus hatte einen Anbau, der damals den größten Hörsaal Jenas beherbergte, in dem 1789 Schiller und 1794 Johann Gottlieb Fichte ihre Antrittsvorlesungen hielten.

Schiller berichtet selbst in einem Brief vom 28. Mai 1789 an Christian Gottfried Körner darüber:

Nun gab‘s das lustigste Schauspiel. Alles stürzte hinaus und in einem hellen Zug die Johannisstraße hinunter, die eine der längsten in Jena, von Studenten ganz besät war. Weil sie liefen, was sie konnten, um in Griesbachs Auditorium einen guten Platz zu bekommen, so kam die Straße in Alarme, und alles an den Fenstern in Bewegung. Man glaubte anfangs, es wäre Feuerlärm und am Schloss kam die Wache in Bewegung. Was ist‘s denn? Was gibt’s denn? Hieß es überall. Da rief man denn! Der neue Professor wird lesen.Erwähnung des Griesbachsches Wohnhauses auf der Website von Literaturland Thüringen

Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, der Anbau am Löbdergraben 15a wurde dabei nicht zerstört und blieb bis heute erhalten.

Nicht zu verwechseln mit dem Griesbachschen Wohnhaus ist das Griesbachsche Gartenhaus (auch Prinzessinnenschlösschen genannt) mit dem Griesbachgarten, das sich in Jena nordwestlich des Planetariums an der Adresse Am Planetarium 7 befindet.Das Griesbachsche Gartenhaus unter www.saale-unstrut-tourismus.de/

Literatur Adrian Beier: Architectus Jenensis, Abbildung der Jenischen Gebäuden, das ist / Die F. S. Residentzstadt Jena, nach ihren Umbfange / Mauren / Graben / Fischteichen / Zwingern ... etc. Samuel Adolph Müller, Jena 1681, S. 217ff.

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Einzelnachweise

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