Die Hölle hinter Gittern – Strafvollzug in Alabama (Originaltitel: The Alabama Solution) ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Andrew Jarecki und Charlotte Kaufman aus dem Jahr 2025. Der Film wurde für die Oscarverleihung 2026 für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert.

Inhalt

Der Film behandelt die Zustände in den Gefängnissen des Bundesstaates Alabama. Er nutzt in erheblichem Maße von Häftlingen in den Haftanstalten mit eingeschmuggelten Mobiltelefonen aufgenommene Videos. Gezeigt werden etwa überfüllte Einrichtungen, leckende Dächer, mit Ratten verseuchte Gefängniszellen, Blut und Fäkalien auf dem Böden von Vernehmungszellen und von Misshandlungen gezeichnete Gesichter von Insassen. Der Film zeigt die allgegenwärtige Gewalt und den geduldeten Drogenhandel in den Anstalten. Die Filmemacher gehen auch dem Fall eines durch einen Wärter totgeprügelten Häftling nach. Ergänzt werden diese Bilder mit eingeblendeten statistischen Informationen, wie, dass die Gefängnisse mit 174 Prozent überbelegt sind, während nur ein Drittel der Stellen für Gefängnispersonal besetzt sind, und dass die Sträflinge Güter im Wert von 450 Millionen US-Dollar erwirtschafteten. Dokumentiert wird auch der Streik von Insassen der Gefängnisse 2022 aus der Gefangenenperspektive. Ergänzt wird das Material durch Aufnahmen von Gouverneurin Kay Ivey, die rechtfertigt für Bildung vorgesehene Mittel für den Bau von Großgefängnissen auszugeben, und die davon spricht, dass es eine Lösung durch Alabama (Alabama Solution) für die Gefängnissituation geben müsse, ohne Einmischung von Bundesbehörden.

Hintergrund Die Recherchen zu der Dokumentation begannen 2019, drei Jahre nachdem das Justizministerium der Vereinigten Staaten Ermittlungen gegen die 19 Männergefängnisse Alabamas aufgenommen hatte. Im folgenden Jahr kam das Justizministerium zum Schluss, dass Grundrechte der Sträflinge verletzt wurden und erhob Klage gegen Alabama.Olivia McMurrey: HBO documentary uses inmate videos to expose conditions inside Alabama prisons, The Alabama Reflector vom 13. Oktober 2025 Der Kontakt zu den Sträflingen, die die Innenaufnahmen später beisteuerten, kam erstmals zustande, als Jarecki auf Einladung eines Kaplans eine spirituelle Wiedergeburtsveranstaltung in einem Gefängnishof besuchte.Scott Feinberg: ‘The Alabama Solution’ Documentarians on Collaborating With Incarcerees to Expose the Horrors of Alabama’s Prison System, The Hollywood Reporter vom 10. Dezember 2025

Die Hölle hinter Gittern – Strafvollzug in Alabama wurde beim Sundance Film Festival im Januar 2025 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.Adrian Horton: ‘They don’t want you to see the slave labor’: a new film goes inside Alabama’s prisons, The Guardian vom 29. Januar 2025 Im Oktober 2025 feierte der Film zeitgleich in einem Kino in Montgomery Kinopremiere und auf HBO Fernsehpremiere. Die deutschsprachige Fernsehausstrahlung soll am 27. Februar 2026 beim Pay-TV-Sender Sky Crime stattfinden.

Rezensionen

Für Adrian Horton im Guardian war es die schockierendste Dokumentation des Jahres 2025.Adrian Horton: ‘How is this possible?’: a new film looks inside the appalling abuses of the Alabama prison system, The Guardian vom 12. Oktober 2025 Nicole Lewis von dem gemeinnützigen Organisation The Marshall Project meinte, dass die Dokumentarfilmer es mit Hilfe der filmenden Insassen geschafft hätten die humanitäre Krise in den Gefängnissen mit graphischen Details einzufangen. Sie stellte weiter fest, dass diese Insassen dabei ihr Leben riskierten.Nicole Lewis: ‘The Alabama Solution’: A Humanitarian Crisis in Grainy Detail, themarshallproject.org vom 10. Oktober 2035 Für Alissa Wilkinson in der New York Times war der vitalste Aspekt des Dokumentarfilms, dass es die schiere Kraft eines Videos von Innen zeige. Sträflinge kämpften sonst gegen eine gewisse Unglaubwürdigkeit an. Nun hätten Bilder von mit Blut und Fäkalien beschmierten Fußböden und von misshandelten Körpern die Fähigkeit Voreingenommenheit zu überwinden. Die Bilder der Insassen Interviews mit Amtsinhabern entgegenzustellen, die behaupteten, dass das System nichts falsch mache, gebe dem Film eine neue Bedeutung. Es gehe nicht nur um eine humanitäre Krise, sondern um bewusstes Ignorieren.Alissa Wilkinson: In ‘The Alabama Solution,’ Amateur Footage Helps Expose Prison Abuses, The New York Times vom 3. Oktober 2025

Politik

Nachdem Andrew Jarecki in der Tonight Show gegenüber Jimmy Fallon erwähnt hatte, dass er Gouverneurin Ivey und Attorney General Steve Marshall eingeladen hatte am Vorabend der Oscarverleihung 2026 den Film zu sehen und diese nicht angenommen hätten, antworte Marshall in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Marshall, der zu der Zeit in der U.S. Senatswahl kandidierte, bezeichnete den Film als „Propagandadokumentation“. Er kritisierte, dass es an Opferinterviews mangele, so werde Gerechtigkeit nicht dargestellt. „Radikale“ wie Fallon und Jarecki wären nur weich gegenüber Kriminalität und interessiert Sträflinge freizulassen.Heather Gann: Alabama AG slams ‘soft on crime’ prison documentary director: ‘Keep your Oscars, we’ll keep our values’, al.com vom 11. März 2026

Auszeichnungen 2026: Oscarnominierung als bester DokumentarfilmMatthew Carey: Oscar Documentary Nominations: Director Geeta Gandbhir Scores Two Nods, But Two Past Winners Snubbed, Deadline.com vom 22. Januar 2026 2026: Peabody AwardMichael Schneider: ‘Pluribus,’ ‘Jimmy Kimmel Live,’ ‘The Pitt,’ ‘Heated Rivalry’ Among This Year’s Peabody Award Winners, Variety vom 23. April 2026

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Gefängnisfilm