mini|Heinrich-Grupe-Straße in Immenhausen Holzhausen Heinrich Grupe (* 25. April 1878 in Frenke; † 4. Mai 1976 in Hofgeismar) war ein deutscher Pädagoge, Schulrat des Kreises Hofgeismar, Volks- und Heimatkundler sowie Autor zahlreicher Schriften.
Leben Nach dem Besuch der Präparande in Melle studierte Heinrich Grupe an den Universitäten Göttingen und Frankfurt und war im Anschluss als Realschullehrer (Biologie) tätig. Während des Ersten Weltkriegs war er Sanitätssoldat.
Von 1921 bis 1930 war Heinrich Grupe Mitbegründer und Leiter der bedeutenden pädagogischen Versuchsschule Schwarzburgschule in Frankfurt 1921–1930, 1938–1945 Professor an der Pädagogischen Akademie, Schulrat im Landkreis und Gründer der Volkshochschule des Kreises Hofgeismar. Von der Universität Frankfurt wurde ihm die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Grebensteiner Gesamtschule, eine Grundschule in Rosdorf und eine Straße in Immenhausen Holzhausen wurden nach Heinrich Grupe benannt.
Grupe, der von 1933 bis 1945 Schulrat im Kreis Hofgeismar war, trat 1937 in die NSDAP ein. Er gehörte dem Nationalsozialistischen Lehrerbund, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, dem NS-Reichskriegerbund sowie dem Verein für das Deutschtum im Ausland an. Diese Angaben finden sich in Grupes Selbstauskunft für sein Entnazifizierungsverfahren im April 1946, archiviert im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden.
Die Spruchkammer Hofgeismar ordnete ihn 1946 als Mitläufer ein. Gegen diese Einstufung wehrte sich Grupe mit allen juristischen Mitteln. Nach seiner Darstellung war er unter Druck NSDAP-Mitglied geworden, um seine Lehrer zu schützen. Mehrere Quellen belegen, dass sich Grupe für den Trendelburger Lehrer Hans Auel einsetzte, der in der so genannten „Hofgeismarer Blutnacht“ im März 1933 schwer misshandelt worden war. Auch hob Grupe für den Lippoldsberger Schulleiter Otto Adamy die Residenzpflicht auf, damit er sich zumindest zeitweise vor Übergriffen der Nazis in Sicherheit bringen konnte. Am 30. April 1947 ordnete die Widerspruchskammer in Kassel ihn als „Entlasteten“ ein.
Bibliographie
Cord Hölscher: Heinrich Christoph Wilhelm Grupe – Dorfschullehrer, Naturkundler, Menschenfreund, in: Deister- und Weserzeitung, 4. Oktober 2014 (Teil 1: „Eine ganz persönliche Schulreform“) und 11. Oktober 2014 (Teil 2: „Mein Pauker war ein kleines Männchen“). Cord Hölscher: Heinrich Grupe [Biographie für die Familie Grupe], unveröffentlicht, Frenke 2007
Werke Heinrich Grupe: Das Feld im Winter. Diesterweg Verlag Frankfurt 1929 Heinrich Grupe: Bauernnaturgeschichte für Landschulen. Band 1–5, 1937–1938 Heinrich Grupe: Naturkunde in der Volksschule. Entwicklung der Methodik von 1872 bis heute. Arbeitsbücher für die Lehrerbildung Band 5. 124 Seiten. Mit einem Lehrplan für Naturkunde. Wolfenbütteler Verlagsanstalt Wolfenbüttel 1947. Heinrich Grupe: Jahreszeitliches Wanderbuch I, Vorfrühling. Nachdruck der Originalausgabe von 1953, Manuscriptum Verlag Leipzig 2004, ISBN 3-933497-90-6 Heinrich Grupe: Jahreszeitliches Wanderbuch II, Frühling. Nachdruck der Originalausgabe von 1953, Manuscriptum Verlag Leipzig 2004, ISBN 3-933497-91-4 Heinrich Grupe: Jahreszeitliches Wanderbuch III, Sommer und Herbst. Nachdruck der Originalausgabe von 1954, Manuscriptum Verlag Leipzig 2004, ISBN 3-933497-92-2 Heinrich Grupe: Jahreszeitliches Wanderbuch IV, Winter. Nachdruck der Originalausgabe von 1954, Manuscriptum Verlag Leipzig 2004, ISBN 3-933497-93-0
Einzelnachweise Website der Heinrich-Grupe-Schule Rosdorf
Website der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein
Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann