Die 14. Fußball-Asienmeisterschaft wurde vom 7. bis zum 29. Juli 2007 in Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam ausgetragen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers fanden die Spiele des Turniers in mehreren Ländern statt. Der offizielle Name der Veranstaltung lautete AFC Asian Cup 2007™ (deutsch AFC Asien-Pokal 2007™). Es traten sechzehn Nationalmannschaften zunächst in der Gruppenphase in vier Gruppen und danach im K.-o.-System gegeneinander an.
Der Irak gewann das Turnier durch einen 1:0-Sieg im Finale gegen Saudi-Arabien und wurde damit zum ersten Mal Fußball-Asienmeister. Den dritten Platz belegte die Mannschaft Südkoreas, die sich im Elfmeterschießen gegen den Titelverteidiger aus Japan durchsetzen konnte. Als Gewinner des Turniers vertrat die irakische Auswahl den asiatischen Kontinent beim Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika, weiterhin erreichte die Mannschaft zusammen mit Saudi-Arabien und Südkorea die Endrunde der Asienmeisterschaft 2011.
Die Torschützenkrone teilten sich drei Spieler; der irakische Kapitän Yunis Mahmud, welcher auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, Yassir al-Qahtani aus Saudi-Arabien und der japanische Spieler Naohiro Takahara erzielten jeweils vier Treffer für ihre Mannschaften.
Gastgeber Zum zweiten Mal nach der Asienmeisterschaft 1972 war Thailand Gastgeber des Turniers. Zudem fand die Meisterschaft nach 1972 und 1984 (in Singapur) zum dritten Mal in Südostasien statt.
Von 1956 bis 2004 wurde die Fußball-Asienmeisterschaft alle vier Jahre ausgetragen, also jeweils im selben Jahr wie die Olympischen Sommerspiele und die Fußball-Europameisterschaften. Um in Zukunft eine Konzentration im Sportkalender zu vermeiden, hatte die Asian Football Confederation (AFC) beschlossen, das Turnier auf 2007 vorzuverlegen und künftig im Vierjahresrhythmus in ungeraden Jahren auszutragen.
Bewerbung Ursprünglich hatten sich die vier Länder getrennt für die Ausrichtung der Asienmeisterschaft beworben. Im Rahmen der Vergabe im August 2004 entschied sich der Asiatische Fußballverband allerdings dafür, das Turnier in allen vier Bewerberstaaten auszutragen.
Spielorte Als Spielorte wurden die vier Hauptstädte der Gastgeberstaaten sowie je eine weitere malaysische, indonesische sowie vietnamesische Stadt festgelegt, wobei das Eröffnungsspiel in Bangkok und das Finale in Jakarta ausgetragen wurde. Die beiden Halbfinalbegegnungen fanden in Hanoi und Kuala Lumpur statt.
mini|300px|Gastgeberstaaten und Spielorte der Asienmeisterschaft 2007
Indonesien Im Gelora-Bung-Karno-Stadion in der Hauptstadt Jakarta wurden die Spiele der Gruppe D, ein Viertelfinalspiel sowie das Finale am 29. Juli 2007 ausgetragen. Bung Karno wurde zwischen 1958 und 1962 mit sowjetischer Hilfe erbaut und gehörte mit einer Gesamtkapazität von über 127.000 Plätzen zu den größten Stadien der Welt. Nach den Umbauten für den AFC Asian Cup 2007 sank die Kapazität auf 87.000 Sitzplätze. Die in der Provinz Sumatra Selatan gelegene indonesische Stadt Palembang war Austragungsort eines Vorrundenspiels sowie des Spieles um Platz drei. Im Gelora-Sriwijaya-Stadion können bis zu 40.000 Menschen die Spiele verfolgen.
Malaysia Das anlässlich der Commonwealth Games 1998 zwischen 1994 und 1997 im Kuala Lumpurer Stadtteil Bukit Jalil erbaute Nationalstadion Bukit Jalil war Spielort der Gruppe C sowie je eines Viertel- und Halbfinalspiels. Mit einer Gesamtkapazität von 100.000 Zuschauern war es das größte Stadion während der Asienmeisterschaft. Im Vorort Shah Alam der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wurde im Shah-Alam-Stadion eine Begegnung der Gruppe B ausgetragen. In diesem 1991 erbauten Stadion konnten bis zu 69.000 Zuschauer die Partie zwischen China und Usbekistan verfolgen.
Thailand Die Stadien in Thailand befanden sich beide in der Hauptstadt Bangkok. Im 1998 erbauten Rajamangala-Nationalstadion wurde die Asienmeisterschaft am 7. Juli 2007 eröffnet, weiterhin war das Stadion Spielstätte der Gruppe A sowie eines der Viertelfinalspiele. Das Stadion befindet sich im Stadtteil Bang Kapi und hat eine Gesamtkapazität von 65.000 Zuschauern. Zudem wurde das Vorrundenspiel Irak gegen Oman im 1935 erbauten Bangkoker Suphachalasai-Stadion ausgetragen, das 30.000 Zuschauer fasst.
Vietnam Die Spiele wurden im Mỹ-Đình-Nationalstadion von Hanoi ausgetragen. Dieses Stadion wurde im Jahre 2003 fertig gestellt und hat eine Kapazität von 40.000 Zuschauern. Die Baukosten beliefen sich auf 53 Millionen US-Dollar. Hanoi war Gastgeber der Gruppe B, außerdem wurden ein Viertelfinal- und ein Halbfinalspiel in der vietnamesischen Hauptstadt ausgetragen. Das 25.000 Menschen fassende Quân khu 7 Stadium in der Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt im vietnamesischen Süden war Austragungsort des Vorrundenspiels Katar – Vereinigte Arabische Emirate.
Probleme mit den Austragungsorten Im Juni 2005 drohte die AFC Thailand mit dem Entzug der Spiele, falls die Anlagen nicht wie vereinbart verbessert würden; als Ersatz war Singapur im Gespräch.The-afc.com: Thailand risk losing 2007 Asian Cup joint-bid 16. Juni 2005 Am 12. August wurde Thailand jedoch durch die AFC als Co-Gastgeber bestätigt.The-afc.com: Thailand confirmed as AFC Asian Cup 2007 co-host 12. August 2005 Am 19. Oktober 2006 setzte der asiatische Fußballverband Thailand erneut ein Ultimatum von 90 Tagen, um die Sportanlagen zu verbessern.The-afc.com: AFC Asian Cup 2007 preparations forge ahead with co-hosts Thailand given AFC deadline 19. Oktober 2006 Auch die anderen Gastgeber wurden wegen des Zustandes der sportlichen Anlagen von der AFC kritisiert.
Im Februar 2007 erklärte das Organisationskomitee der Asienmeisterschaft allerdings, dass die vier Gastgeberländer bereits erhebliche Fortschritte gemacht haben.The-afc.com: AFC Asian Cup™ Organising Committee satisfied with preparations 6. Februar 2007 Nach einer Besichtigung der Spielstätten in Thailand gab der Asiatische Verband am 21. März 2007 endgültig grünes Licht für die Austragung der Asienmeisterschaft in Thailand.thaifootball.com: 21. März 2007
Aufgrund finanzieller und logistischer Probleme, die bei der Endrunde entstanden, erklärte der AFC-Präsident Mohamed bin Hammam, dass die Entscheidung, das Turnier in vier Ländern auszutragen, im Nachhinein ein Fehler war und dass er dies nicht wiederholen würde, wenn er die Wahl hätte.
Modus Der Wettbewerb bestand aus einer im Meisterschaftsmodus mit Hin- und Rückspielen stattfindenden Qualifikationsrunde sowie der in einer Gruppenphase und den Finalspielen ausgetragenen Endrunde.
Bei der Endrunde bildeten die sechzehn Teilnehmer vier Vorrundengruppen (A bis D) mit je vier Mannschaften, von denen sich jeweils die ersten beiden für das Viertelfinale qualifizierten. In der Gruppenphase spielte jede Mannschaft gegen jede andere Mannschaft ihrer Gruppe nach dem Meisterschaftsmodus, wobei für einen Sieg drei und für ein Unentschieden ein Punkt vergeben wurde. Bei Punktgleichheit zweier Mannschaften entschied in der folgenden Reihenfolge über den Tabellenplatz und das Weiterkommen: die direkten Begegnungen der betreffenden Mannschaften (größere Anzahl der Punkte, Torverhältnis, erzielte Tore), die Tordifferenz und größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen und letztendlich das Los.
Ab dem Viertelfinale wurde das Turnier über Halbfinale und Finale im K.-o.-System fortgesetzt, wobei sich der Sieger eines Spiels für die nächste Runde qualifizierte. Endete ein Spiel nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden, wurde es um zwei Mal 15 Minuten verlängert. War auch nach der Verlängerung keine Entscheidung gefallen, wurde der Sieger der Begegnung im Elfmeterschießen ermittelt. Der Asienmeister qualifizierte sich zudem für den im Jahr 2009 stattfindenden Konföderationen-Pokal in Südafrika.
Teilnehmer Qualifikationsspiele mini|350px|Platzierungen der Teilnehmer
Für die Teilnahme an der Asienmeisterschaft 2007 waren lediglich 29 der 46 Mitgliedsverbände der AFC zugelassen. Mannschaften, die nach der so genannten Vision Asia als nicht entwickelte Länder eingestuft wurden, spielten im AFC Challenge Cup.
Für die Endrunde der Asienmeisterschaft konnten sich neben den vier automatisch zur Teilnahme berechtigten Gastgebern 12 weitere Mannschaften qualifizieren. Die Qualifikation verlief über zwei Runden; so zogen die 23 nach der FIFA-Weltrangliste vom Oktober 2005 am besten platzierten Mannschaften in die Qualifikationsrunde ein, während die beiden am schlechtesten platzierten Mannschaften (Pakistan und Bangladesch) eine Vorqualifikation im Dezember 2005 bestreiten mussten. Der Sieger der Vorqualifikation spielte zusammen mit den 23 gesetzten Mannschaften in der Qualifikation.
Die Auslosung der Gruppenphase der Qualifikation fand am 4. Januar 2006 in Kuala Lumpur statt. Die 24 teilnehmenden Mannschaften wurden in 6 Gruppen zu je vier Mannschaften gelost. In Hin- und Rückspielen wurden die 12 Teilnehmer ermittelt, wobei sich die zwei ersten jeder Gruppe qualifizieren. Die Qualifikationsrunde begann am 22. Februar 2006 und endete am 15. November desselben Jahres. Es fanden insgesamt 69 Qualifikationsspiele statt.
Auslosung der Endrunde Die Auslosung der Endrunde fand am 19. Dezember 2006 um 20 Uhr im KLCC Convention Center in Kuala Lumpur statt.
Für die Auslosung wurden die qualifizierten Mannschaften in vier Töpfe aufgeteilt. Zu deren Einteilung diente die FIFA-Weltrangliste vom Oktober 2006. Im ersten Topf befanden sich die vier Gastgeber. Die übrigen qualifizierten Mannschaften wurden den Töpfen gemäß ihrer Platzierung in der FIFA-Liste zugeteilt, wobei die vier am besten platzierten Mannschaften in den vierten, die darauffolgenden Mannschaften in den dritten bzw. zweiten Topf eingeteilt wurden. Saudi-Arabien wurde explizit nicht in die Thailand-Gruppe gelost, da beide Länder seit 1989 keine diplomatischen Beziehungen zueinander unterhalten.
Lostopf 1: Thailand, Vietnam, Malaysia und Indonesien Lostopf 2: China, Irak, Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain Lostopf 3: Katar, Usbekistan, Saudi-Arabien und Oman Lostopf 4: Australien, Iran, Japan und Südkorea
Die Auslosung ergab folgende Gruppeneinteilung: Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe D
Vorrunde Gruppe A
mini|Gruppenspiel Thailand vs Oman Sieger der Gruppe A wurde die Mannschaft aus dem Irak. Die vom Brasilianer Jorvan Vieira betreute Auswahl geriet im ersten Spiel zunächst schnell in Rückstand, konnte aber noch zum Ausgleichstreffer kommen und sich somit einen Punkt gegen die Gastgebermannschaft aus Thailand sichern. Ihre besten Leistungen erbrachten die Iraker dann allerdings in der zweiten Partie gegen Australien, hierbei wurden die favorisierten Australier durch eine starke Leistung mit 3:1 geschlagen. Durch den Sieg stand die Mannschaft auf dem ersten Platz der Tabelle, mit dem torlosen Unentschieden gegen den Oman wurde der Irak zum ersten Mal in seiner Geschichte Tabellensieger bei der Asienmeisterschaft.
Die Auswahl Australiens wurde vor dem Start des Turniers als einer der großen Favoriten für den Titelgewinn gehandelt, diesen Erwartungen konnte der WM-Achtelfinalist allerdings nicht erfüllen. Im ersten Spiel gegen den Oman taten sich die Australier schwer. In der Nachspielzeit erzielte Tim Cahill den Ausgleichstreffer für Australien. Nach der 1:3-Niederlage gegen die irakische Mannschaft musste Australien dann um das Weiterkommen zittern, erst der Sieg über Thailand sicherte der Mannschaft von Graham Arnold den Einzug ins Viertelfinale.
Gastgeber Thailand startete mit einem Unentschieden gegen, ehe mit dem Sieg über den Oman der erste Sieg bei einer Asienmeisterschaftsendrunde gelang. Mit vier Punkten aus zwei Spiele benötigten die Thais lediglich ein Unentschieden gegen die Australier, die 0:4-Niederlage gegen diese sorgte allerdings für das Ausscheiden des Co-Gastgebers.