Guillaume Abel Blouet (* 6. Oktober 1795 in Passy; † 17. Mai 1853 in Paris) war ein französischer Architekt.

Leben mini|Der Aphaiatempel. Tafelabbildung aus der Expédition scientifique de Morée Obwohl Guillaume Abel Blouet aus eher bescheidenen Familienverhältnissen kam – sein Vater war Schlosser –, konnte er eine herausragende Karriere als Architekt beschreiten. Mit erst 13 Jahren begann er eine vierjährige Lehre bei einem Hersteller für mathematische Werkzeuge und Landvermessungsgeräte und besuchte nebenher Abendkurse an einer gebührenfreien Zeichenschule. Nach Abschluss der Lehre verließ er den Betrieb und nahm 1812 eine Arbeit als Gehilfe bei einem Vermesser an. Die Begegnung mit einem Architekturstudenten zu jener Zeit änderte seinen weiteren Lebensweg entscheidend. Mit dessen Hilfe eignete er sich die Grundlagen der Architektur an, lernte architekturtheoretische Schriften kennen und erhielt eine Anstellung als Schreibkraft in einem Architekturbüro in Paris. Über die Empfehlung des Architekten wird er 1814 an der École des Beaux-Arts de Paris als Schüler des Architekten Pierre Jules Delespine aufgenommen. Am Ende seines Studiums gewann er 1821 den Prix de Rome, der jeweils mit einem mehrjährigen Stipendium an der Villa Medici in Rom verbunden war. Blouets Aufenthalt dauerte von 1821 bis 1826. Als Aufgabe des vierten Jahres hatten die Stipendiaten ein antikes Bauwerk aufzunehmen und zeichnerisch zu rekonstruieren. Blouet wählte die Caracalla-Thermen. Seine Darstellung wurde von der Akademie sehr positiv bewertet und publiziert.

Von 1828 an war Blouet unter den Gelehrten, Ingenieuren und Künstlern, die die Morea-Expedition begleiteten, und wurde zum Leiter der Abteilung Architektur und Skulptur ernannt. Dabei gelang ihm unter anderem die Lokalisierung des Zeustempels von Olympia.

Nach seiner Rückkehr war er von 1831 an mit der Fertigstellung des Arc de Triomphe de l’Étoile beauftragt, bis zu dessen Einweihung 1836. Zu einer Untersuchung der Strafvollzugssysteme bereiste Blouet die Vereinigten Staaten, England und die Schweiz. Im Jahr 1839 wurde er daraufhin zum Inspecteur Général des Prisons berufen. Von 1839 bis 1844 realisierte er die Planung für die Sträflingskolonie von Mettray. mini|Die Sträflingskolonie von Mettray (Farblithographie) 1846 wird er an die École des Beaux Arts zum Professor für Architekturtheorie berufen und lehrte dort bis zu seinem Tod 1853. Dabei brachte er eine erweiterte Neuausgabe des Baukonstruktions-Handbuchs Traité théorique et pratique de l’art de bâtir von Jean-Baptiste Rondelet heraus. 1848 wurde er zum Architekten von Schloss Fontainebleau ernannt.

Auszeichnungen 1834 erhielt er den Verdienstorden Ritter der Ehrenlegion und 1850 wurde er zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts gewähltarchives nationales, Base de donnée Léonore (externer Link). – Académie des Beaux Arts (Mitgliederverzeichnis, online, externer Link).

Schriften Restauration des thermes d’Antonin Caracalla, à Rome, présentée en 1826 et dédiée en 1827 à l’Académie des beaux-arts, 1828. () Expédition scientifique de Morée, ordonnée par le gouvernement français. Architecture, sculptures, inscriptions et vues du Péloponnèse, des Cyclades et de l’Attique, mesurées, dessinées, recueillies et publiées par Abel Blouet, Amable Ravoisié, Achille Poirot, Félix Trézel et Frédéric de Gournay, ses collaborateurs, 3 Bände, 1831–1838 (), (Website, Aikaterini Laskaridis Stiftung). Rapports à M. le Cte de Montalivet, sur les pénitenciers des États-Unis, par M. Demetz et par M. Abel Blouet, 1837 (Digitalisat, externer Link). Chutes du Niagara. Niagara falls, dessinées d’après nature en mars 1837 par A. Blouet, lithographiées par C. Remond, 1838. (externer Link) Projet de prison cellulaire pour 585 condamnés, précédé d’Observations sur le système pénitentiaire, 1843 (). Traité théorique et pratique de l’art de bâtir de Jean Rondelet. Supplément de G.-Abel Blouet, 2 Bände, 1847–1848 (Digitalisat, externer Link e-rara).

Literatur Fabienne Doulat: « Guillaume Abel Blouet, du village de Passy aux côtes de Morée, exemplarité ou exception du parcours intellectuel et artistique d’un enfant du peuple », Livraisons d’histoire de l’architecture, 2003, Band 5, (Digitalisat). M. Hellmann, P. Fraisse (Hrsg.): Paris – Rome – Athenes. Le voyage en Grèce des architectes francais aux XIXe et XXe siècles. Paris 1982 Blouet, Guillaume-Abel., in: Dictionary of Art Historians (Externer Link)

Weblinks

Datenbank des INHA (Nationales (französisches) Institut für Kunstgeschichte) externer Link

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Académie des Beaux-Arts Kategorie:Träger des Prix de Rome Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1795 Kategorie:Gestorben 1853 Kategorie:Mann