mini|hochkant=1.2|Kirche von Norden St. Jakobus der Ältere ist die römisch-katholische Kirche in Diekholzen, einer Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Die nach dem heiligen Apostel Jakobus des Älteren benannte Kirche gehört zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt mit Sitz im Diekholzener Ortsteil Söhre, im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim. Im Denkmalatlas Niedersachsen ist die Kirche unter der ID-Nr. 34493344 verzeichnet.

Geschichte 1276 wurde in Diekholzen erstmals eine St.-Jakobus-Kirche urkundlich erwähnt.Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 - Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 151. Um 1656 wurde eine neue Kirche erbaut, das Datum der Kirchweihe ist nicht mehr bekannt. Nachdem sich die Kirche 1748 in einem schlechten Bauzustand befunden hatte, wurde sie abgerissen und bis 1754 neu errichtet.kulturium Kulturbüro Landkreis Hildesheim, abgerufen am 24. Januar 2026.

Nachdem das Kloster Marienrode, zu dem Diekholzen seit 1308 gehörte, im Zuge der Säkularisation am 11. April 1806 aufgehoben worden war, wurde die Kirchengemeinde Diekholzen wieder selbstständig. Zunächst wurde die Seelsorge an der Kirche durch Geistliche aus Söhre ausgeübt, von 1859 an hatte Diekholzen einen eigenen Seelsorger und wurde 1893 zur Pfarrvikarie erhoben.

Durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich die Anzahl der Katholiken in Diekholzen, aber auch die Zahl der evangelischen Einwohner stieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Arbeitern des Kaliwerkes Hildesia stark an. In dem noch 1925 mehrheitlich katholischen Dorf waren 1959 die evangelischen Einwohner in der Mehrheit. Daher fanden von 1949 an in der Kirche auch evangelische Gottesdienste statt, bis sie 1957 in die alte Schule verlegt wurden. 1962 wurde die evangelische Kirchengemeinde Diekholzen gegründet, die sich bis 1963 ihre Auferstehungskirche baute. Die angewachsene katholische Pfarrvikarie Diekholzen wurde 1968 zur Pfarrei erhoben. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils bekam die Kirche einen Volksaltar, der dem Hochaltar vorgelagert ist und am 1. Juni 1969 durch Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht wurde.

1978 wurde das Dekanat Detfurth, zu dem Diekholzen gehörte, mit dem Dekanat Bockenem zum Dekanat Bockenem-Detfurth zusammengeschlossen.Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 - Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 132. Am 1. Dezember 2002 erfolgte die Zusammenlegung der Dekanate Bockenem-Detfurth und Alfeld-Gronau zum heutigen Dekanat Alfeld-Detfurth.Urkunde über die Errichtung eines neuen Dekanates Alfeld-Detfurth. In: Kirchlicher Anzeiger für das Bistum Hildesheim. Ausgabe 8/2002 vom 26. September 2002, S. 203–204. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche St. Jakobus der Ältere zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, die neben der Kirche St. Jakobus der Ältere auch die Kirchen St. Nikolaus in Egenstedt und Mariä Himmelfahrt in Söhre umfasst. Die Pfarrgemeinde St. Jakobus der Ältere, Diekholzen wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden St. Jakobus der Ältere, Diekholzen, Mariä Himmelfahrt, Diekholzen-Söhre, St. Nikolaus, Diekholzen-Egenstedt und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, Diekholzen. In: Kirchlicher Anzeiger. Nr. 10/2006, Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.), Hildesheim 2006, S. 283–285.

Lage, Architektur und Ausstattung mini|Kirche von Süden Die Kirche steht im Nordosten von Diekholzen auf dem Grundstück Kirchweg 2, an der Ecke zur Straße Alter Weg.

Die geostete Saalkirche ist ein verputzter Bruchsteinbau unter im Osten abgewalmten Satteldach. Die Längsseiten sind durch je vier Strebepfeiler aus Bruchstein gegliedert, zwischen denen hochrechteckige, sandsteingerahmte Fenster mit flachen Stichbögen angeordnet sind. Durch ein weiteres Paar dieser Fenster wird der dreiseitige Chor belichtet, in der Rückwand des Chores befindet sich ein kleines Rundfenster. Über dem Westgiebel erhebt sich ein vierseitiger, mit Schiefer behangener Dachreiter mit Knickhelm, Turmkugel und Hahn. Das Südportal ist sandsteingerahmt, der moderne Anbau auf der Westseite wurde 1992 nach Plänen des Hildesheimer Architekten Martin Thumm dem Westportal vorgelagert.

Die beiden großen Buntglasfenster im Chor wurden um 1930 in einer Glasmalereiwerkstatt in München-Solln angefertigt. Das linke Fenster zeigt den heiligen Dominikus mit Unserer lieben Frau vom Rosenkranz, das rechte Fenster Christus König. Das kleine Rundfenster in der Chrorrückwand, 1992 vom Hildesheimer Künstler Paul König (1932–2015) geschaffen, zeigt eine Jakobsmuschel. Darüber befindet sich im Übergang zur Decke eine Darstellung des Lamm Gottes mit der Siegesfahne. Die verputzte Decke ist mit einer Voute umgeben. Das Kirchengestühl lässt einen Mittelgang frei. Die Kreuzwegstationen befinden sich an den Seitenwänden des Kirchenschiffs. Vor einer Pietà können Opferkerzen aufgestellt werden.

Der Hochaltar, auf dem sich eine Kreuzigungsgruppe befindet, wurde mit Nutzung alter Teile hergestellt. Seitlich im zwei Stufen erhöhten Altarraum stellt eine Statue den heiligen Jakobus des Älteren, den Schutzpatron der Kirche, mit Pilgerhut und Pilgerstab dar. Vor den Chorraum stehen das Taufbecken und die Kanzel.

Außen sind in die rückseitige Chorwand zwei Epitaphe eingelassen, sie erinnern an den 1713 verstorbenen Heinrich Cronen und seinen Sohn Andreas. An der Südwand der Kirche befindet sich eine Gedenkstätte für die jungen Frauen vom Reichsarbeitsdienst und die Zwangsarbeiter, die dem Explosionsunglück am 25. Juli 1944 in der Halle 5 der Heeres-Munitionsanstalt Diekholzen, die auf dem Gelände des Kaliwerks Hildesia eingerichtet worden war, zum Opfer fielen.Diekholzen: Schauplätze des Unglücks in der Pulverfabrik. NDR, abgerufen am 24. Januar 2026. An der Kirche befindet sich der katholische Friedhof, auf dem auch ein kleiner hölzerner Glockenturm steht.

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Diekholzen Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Jakobskirche

Literatur Willi Stoffers: Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 1 – Region Hildesheim. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.), Hildesheim 1992, S. 151–152. Heinrich Siebern, D. Kayser (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. II. Regierungsbezirk Hildesheim. 3. Der Kreis Marienburg. Hannover 1910, S. 39–40. Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 189.

Weblinks

Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei Kirche im Denkmalatlas Niedersachsen Kirche auf Internetpräsenz des Dekanates kulturium Kulturbüro Landkreis Hildesheim.

Einzelnachweise

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