Ernst Carl Julius Lützelberger (* 19. Oktober 1802 in Ditterswind; † 17. Juli 1877 in Nürnberg) war ein evangelischer Pfarrer und Stadtbibliothekar in Nürnberg.Lützelberger, Ernst Carl Julius. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2. Aufl. Tümmels, Nürnberg 2000, S. 656, ISBN 3-921590-69-8; Ernst Carl Julius Lützelberger. In: Haus der Bayerischen Geschichte / Biografien / Menschen aus Bayern (abgerufen am 24. Januar 2026).

Leben und Wirken Ernst Carl Julius Lützelberger studierte nach seiner Reifeprüfung in Ansbach ab 1820 Evangelische Theologie an der Universität Erlangen und empfing 1824 die Ordination zum Pfarrdienst. Nach seiner Vikarszeit wurde er 1830 Pfarrer in Tauberscheckenbach und 1834 in Nürnberg-St. Jobst.

1837/38 legte er sein Pfarramt nieder. Als Vertreter des Rationalismus hatte er sich gegen Vertreter der Erweckungsbewegung gewandt und zusammen mit anderen Geistlichen diese als „falsche Propheten“ bezeichnet. Zunächst betätigte er sich als theologischer Schriftsteller und Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften sowie als Sekretär am Germanischen Nationalmuseum. Von 1856 bis zu seinem Tode 1877 arbeitete er als hauptamtlicher Bibliothekar an der Stadtbibliothek Nürnberg. In dieser Eigenschaft gelang ihm der Erwerb mehrerer bedeutender Privatbibliotheken, außerdem arbeitete er an der Chronik der Stadt Nürnberg und nahm an dem Ausschuss für die Errichtung des Hans-Sachs-Denkmals in Nürnberg teil.

Lützelberger gehörte mehreren Gesellschaften an, u. a. dem Pegnesischen Blumenorden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Die Gründe der freiwilligen Niederlegung meines geistlichen Amtes. Bauer & Raspe, Nürnberg 1838 (Volltext). Einige Worte über Dr. Strauss und die Züricher. Pierer, Altenburg 1839. Grundzüge der paulinischen Glaubenslehre. Ein theologisch-exegetischer Versuch. Bauer & Raspe, Nürnberg 1839. Die kirchliche Tradition über den Apostel Johannes und seine Schriften in ihrer Grundlosigkeit nachgewiesen. Brockhaus, Leipzig 1840 (Volltext). Jesus, was er war und wollte, und wie er zum Christus ward. Bauer & Raspe, Nürnberg 1842 (Volltext). Beiträge zur Kritik und Exegese. Cramer, Nürnberg 1845 (Volltext). Der Theuerdank. In: Album des Literatischen Vereins zu Nürnberg, Jg. 1863, S. 181–226. Hans Sachs. Sein Leben und seine Dichtung. Eine Festgabe zur Errichtung des Denkmals in Nürnberg am 24. Juni 1874. 2. Aufl. Ballhorn, Nürnberg 1876 (Volltext).

Literatur

Fritz Strachotta: E. C. J. Lützelberger. Pfarrer und Stadtbibliothekar in Nürnberg (= Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns, Bd. 26). Verlag Die Egge, Nürnberg 1952.

Weblinks

Einzelnachweise

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