Bernhard Demel OT (* 8. Oktober 1934 in Dvorce u Bruntálu, Tschechoslowakei; † 7. Januar 2017 in Wien) war ein österreichischer Theologe und Historiker.
Leben
Geboren in einem Dorf im ehemaligen Österreichisch-Schlesien, wo er auch die Grundschule besuchte, wurde er 1946 mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei vertrieben. Die Familie landete zunächst in Nordhessen, Bernhard besuchte aber bald das Internat des Bistums Mainz in Bensheim sowie anschließend das Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt, wo er 1954 Abitur machte. Früh entstanden Verbindungen zum Deutschen Orden, der in Darmstadt den ersten Konvent in der frühen Bundesrepublik errichtet hatte. Das Studium der Philosophie und Theologie bei den Jesuiten in St. Georgen sowie in Innsbruck (u. a. bei Karl Rahner) wurde begleitet von der ersten Profess in Lana 1955 und der ewigen Profess in Mainz 1960. Ein Jahr später wurde er von Bischof Albert Stohr in Mainz zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren wirkte er als Kaplan und Religionslehrer in Frankfurt am Main, wo er zudem eng mit der dortigen Deutschordenskommende verbunden war. 1965 wurde er in Innsbruck mit einer Arbeit zum Deutschen Orden in Bad Mergentheim bei Ferdinand Maaß zum Doktor der Theologie promoviert.
Drei Jahre schickte ihn der Orden zum Archivstudium an das Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien. Bereits 1969 übernahm er die Leitung des Zentralarchivs des Deutschen Ordens in Wien, die er bis 2007 innehatte. In den 40 Jahren seiner Tätigkeit legte er eine Reihe von Arbeiten zur Ordensgeschichte vor.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Das Priesterseminar des Deutschen Ordens zu Mergentheim, Bonn-Bad Godesberg 1972. Der Deutsche Orden einst und jetzt. Aufsätze zu seiner mehr als 800jährigen Geschichte, Frankfurt am Main (u. a.) 1999. Der Deutsche Orden im Spiegel seiner Besitzungen und Beziehungen in Europa, Frankfurt am Main (u. a.) 2004. Unbekannte Aspekte der Geschichte des Deutschen Ordens, Wien 2006.
Literatur
Udo Arnold: Prof. P. Dr. Bernhard (Johann Alois) Demel OT. In: Ordines Militares 22 (2017), S. 307–310. Nachruf (mit Bild)
Weblinks
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