Die Kommunalwahlen im Ruhrgebiet 1994 fanden im Zuge der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 16. Oktober 1994 statt.

Kreistags- und Stadtratswahlen

Kreisfreie Städte

Bochum Die SPD konnte mit knapp über 50 % die Mehrheit im Stadtrat halten, neuer Oberbürgermeister wurde Ernst-Otto Stüber (SPD). Die Wahlbeteiligung war mit 81,6 % sehr hoch. Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,5 % (−3,6 %) 38 (−2) 55,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 % (+2,9 %) 22 (+3) 31,9 %

Bündnis 90/Die Grünen 12,6 % (+1,3 %) 9 (+1) 13,0 %

UWG Wattenscheid 2,5 % (−0,7 %) – (=) –

Freie Demokratische Partei 1,7 % (−1,9 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 69 (+2) 100,0 %

Bottrop

Entgegen dem Trend konnte die SPD in Bottrop leicht zulegen. Die DKP musste deutliche Verluste hinnehmen und flog aus dem Stadtrat. Neuer Oberbürgermeister wurde Diethard Kreul (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 52,5 % (+0,5 %) 34 (+2) 57,6 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,8 % (+1,1 %) 21 (+2) 35,6 %

Bündnis 90/Die Grünen 6,8 % (+1,4 %) 4 (+1) 6,8 %

Deutsche Kommunistische Partei 3,8 % (−5,5 %) – (−5) –

Ökologisch-Demokratische Partei 2,0 % (neu) – (neu) –

Freie Demokratische Partei 1,9 % (−0,8 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Dortmund

Die SPD konnte ihre Mehrheit im Stadtrat verteidigen. Die Republikaner verloren deutlich und schafften keinen Wiedereinzug in den Stadtrat. Oberbürgermeister blieb Günter Samtlebe (SPD).

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 177.778 51,4 % (−1,5 %) 46 (−1) 55,4 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 105.201 30,4 % (+4,7 %) 27 (+4) 32,5 %

Bündnis 90/Die Grünen 42.123 12,2 % (+2,4 %) 10 (+2) 12,0 %

Freie Demokratische Partei 7.140 2,1 % (−1,8 %) – (=) –

Die Republikaner 6.477 1,9 % (−4,4 %) – (−5) –

Bürgerliste für Dortmund 5.489 1,6 % (+1,6 %) – (=) –

STATT Partei Die Unabhängigen 1.644 0,5 % (+0,5 %) – (=) –

Nationaldemokratische Partei Deutschlands 30 0,0 % (−0,1 %) – (=) – Gesamt 345.882 100,0 % 83 (=) 100,0 %

Duisburg

Die SPD erreichte trotz Verlusten mit 58,5 % ihr bestes Ergebnis in ganz Nordrhein-Westfalen, Oberbürgermeister blieb Josef Krings (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 58,5 % (−3,4 %) 46 (+6) 61,3 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,7 % (+2,3 %) 22 (−7) 29,3 %

Bündnis 90/Die Grünen 8,7 % (+1,0 %) 7 (+1) 9,3 %

Freie Demokratische Partei 1,7 % (−1,7 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 75 (=) 100,0 %

Essen

Die SPD erhielt erstmals seit 1956 keine absolute Mehrheit der Stimmen mehr, ihre Mehrheit im Stadtrat konnte sie dennoch verteidigen. Die FDP rutschte unter die 5-%-Hürde und war damit nicht mehr im Stadtrat vertreten. Oberbürgermeisterin blieb Annette Jäger (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 49,3 % (−1,2 %) 44 (+1) 53,0 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,6 % (+1,2 %) 30 (+2) 36,1 %

Bündnis 90/Die Grünen 10,9 % (+1,1 %) 9 (+1) 10,8 %

Freie Demokratische Partei 2,8 % (−2,4 %) – (−4) – Gesamt 100,0 % 83 (=) 100,0 %

ㅤ

ㅤ

Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen konnte die SPD, im Gegensatz zu den meisten anderen Ruhrgebietsstädten, klar zulegen. Die Republikaner verloren deutlich und schafften nicht den Wiedereinzug in den Stadtrat. Oberbürgermeister blieb Kurt Bartlewski (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 55,7 % (+2,6 %) 40 (+2) 59,7 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,0 % (+3,0 %) 20 (+2) 29,9 %

Bündnis 90/Die Grünen 9,9 % (+0,3 %) 7 (+1) 10,4 %

Die Republikaner 3,5 % (−3,9 %) – (−5) –

Freie Demokratische Partei 1,5 % (−1,0 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 67 (=) 100,0 %

Hagen

FDP und Republikaner mussten beide Verluste hinnehmen und waren nicht mehr im Hagener Stadtrat vertreten. SPD, CDU und Grüne konnten jedoch Gewinne verbuchen. Oberbürgermeister wurde erneut Dietmar Thieser (SPD).

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,7 % (+1,1 %) 31 (+2) 52,5 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,5 % (+3,5 %) 23 (+4) 40,0 %

Bündnis 90/Die Grünen 8,2 % (+0,5 %) 5 (+1) 8,5 %

Freie Demokratische Partei 3,2 % (−2,0 %) – (−3) –

Die Republikaner 2,5 % (−4,7 %) – (−4) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Hamm

In Hamm konnte die CDU mit deutlichen Gewinnen die SPD überflügeln, damit war Hamm die einzige kreisfreie Stadt im Ruhrgebiet, in der nicht die SPD die meisten Stimmen erhielt. Mithilfe einer Rot-grünen Koalition, die im Stadtrat eine knappe Mehrheit von einer Stimme besaß, konnte die SPD mit Jürgen Wieland hingegen weiterhin den Hammer Oberbürgermeister stellen.

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,1 % (+6,3 %) 26 (+4) 44,1 %

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,5 % (−3,7 %) 26 (−3) 44,1 %

Bündnis 90/Die Grünen 6,6 % (−0,5 %) 4 (=) 6,8 %

Freie Wählergemeinschaft 5,2 % (neu) 3 (neu) 5,1 %

Die Republikaner 1,9 % (−5,2 %) – (−4) –

Freie Demokratische Partei 1,7 % (−1,8 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Herne

In Herne konnte die SPD, nach Duisburg, ihr zweitbestes Ergebnis in ganz Nordrhein-Westfalen erzielen. Die Republikaner scheiterten bei ihrem erstmaligen Antritt deutlich an der 5-%-Hürde. Zum Oberbürgermeister wurde Wolfgang Becker (SPD) gewählt.

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 58,0 % (+1,4 %) 36 (−1) 61,0 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,8 % (+2,1 %) 18 (+1) 30,5 %

Bündnis 90/Die Grünen 9,4 % (+0,7 %) 5 (=) 8,5 %

Die Republikaner 2,6 % (neu) – (neu) –

Freie Demokratische Partei 1,3 % (−0,9 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Mülheim an der Ruhr

Bei der Stadtratswahl in Mülheim an der Ruhr kam es zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Die SPD verlor erstmals nach 38 Jahren ihre Ratsmehrheit. Daraufhin kam es zur ersten schwarz-grünen Koalition in einer deutschen Großstadt. Mithilfe dieser wurde Hans-Georg Specht (CDU) neuer Oberbürgermeister von Mülheim. Damit war Mülheim die einzige kreisfreie Stadt im Ruhrgebiet in der die CDU den Oberbürgermeister stellte und die SPD in der Opposition war.

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,7 % (−9,3 %) 26 (−5) 44,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,4 % (+8,6 %) 24 (+7) 40,7 %

Bündnis 90/Die Grünen 14,7 % (+2,4 %) 9 (+2) 15,3 %

Freie Demokratische Partei 3,7 % (−3,9 %) – (−4) –

WUB 2,2 % (neu) – (neu) –

Die Republikaner 1,2 % (−0,1 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Oberhausen

Die SPD erzielte in Oberhausen ihr drittbestes Ergebnis in Nordrhein-Westfalen, hinter Duisburg und Herne. Die FDP schaffte den Wiedereinzug in den Stadtrat nicht. Oberbürgermeister wurde erneut Friedhelm van den Mond (SPD).

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,7 % (−0,1 %) 37 (+2) 62,2 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 % (+0,4 %) 18 (+1) 30,5 %

Bündnis 90/Die Grünen 6,9 % (−0,8 %) 4 (=) 6,8 %

Freie Demokratische Partei 2,8 % (−2,4 %) – (−3) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Landkreise

Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Ennepe-Ruhr-Kreis verlor die SPD zwar die absolute Stimmenmehrheit, behielt jedoch die Sitzmehrheit im Kreistag. Landrat wurde erneut Friedhelm Felsch (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 49,4 % (−2,3 %) 33 (−7) 54,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,2 % (+4,6 %) 21 (=) 34,4 %

Bündnis 90/Die Grünen 11,5 % (+2,0 %) 7 (=) 11,5 %

Freie Demokratische Partei 3,9 % (−2,6 %) – (−5) –

WG EN 3,0 % (neu) – (neu) – Gesamt 100,0 % 61 (−11) 100,0 %

Kreis Recklinghausen

Im Kreis Recklinghausen konnte die SPD die absolute Stimmenmehrheit wiedererlangen. Landrat wurde Hans Ettrich (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil 1994 Stimmenanteil 1989

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,8 % 48,9 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,7 % 30,6 %

Bündnis 90/Die Grünen 9,8 % 10,3 %

Freie Demokratische Partei 2,5 % 4,2 % Gesamt 100,0 % 100,0 %

Kreis Unna

Im Kreis Unna konnte die SPD ihre absolute Mehrheit verteidigen. Landrat blieb Friedrich Böckmann (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil 1994 Stimmenanteil 1989

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,4 % 52,5 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,2 % 31,8 %

Bündnis 90/Die Grünen 11,3 % 10,7 %

Freie Demokratische Partei 2,7 % 4,9 % Gesamt 100,0 % 100,0 %

Kreis Wesel

Im Kreis Wesel konnte die SPD ihre Mehrheit verteidigen. Die FDP schaffte den Wiedereinzug nicht. Landrätin wurde Christel Apostel (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil 1994 Stimmenanteil 1989

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,3 % 48,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,3 % 32,5 %

Bündnis 90/Die Grünen 10,3 % 7,7 %

Freie Demokratische Partei 4,1 % 6,4 % Gesamt 100,0 % 100,0 %

Kreisangehörige Städte (Auswahl) Ennepe-Ruhr-Kreis Witten

In Witten verlor die SPD zwar deutlich, konnte aber ihre Mehrheit erhalten. Die FDP scheiterte deutlich an der 5-%-Hürde. Oberbürgermeister blieb Klaus Lohmann (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,9 % (−3,5 %) 33 (−4) 55,9 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,6 % (+4,3 %) 18 (+2) 30,5 %

Bündnis 90/Die Grünen 12,8 % (+2,6 %) 8 (+2) 13,6 %

Freie Demokratische Partei 2,9 % (−2,0 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

ㅤ ㅤ

ㅤㅤ

Kreis Recklinghausen

Castrop-Rauxel

In Castrop-Rauxel konnte die SPD die absolute Mehrheit wiedererlangen, nachdem sie diese bei der vorangegangenen Stadtratswahl 1989 verloren hatte. Oberbürgermeister wurde erneut Hans Ettrich (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,4 % (+4,5 %) 27 (+2) 52,9 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,6 % (+3,0 %) 16 (+1) 31,4 %

FWI 9,5 % (−1,1 %) 5 (=) 9,8 %

Bündnis 90/Die Grünen 6,9 % (−4,3 %) 3 (−3) 5,9 %

Freie Demokratische Partei 1,6 % (−2,1 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 51 (=) 100,0 % ㅤ ㅤ

ㅤGladbeck

In Gladbeck verlor die SPD nach über 30 Jahren die absolute Mehrheit. Neue Oberbürgermeisterin wurde mit den Stimmen von CDU, Grünen und BIG Maria Seifert (CDU). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,3 % (−9,9 %) 25 (−4) 49,0 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,8 % (+7,1 %) 19 (+4) 37,3 %

Bündnis 90/Die Grünen 9,4 % (+2,3 %) 5 (+2) 9,8 %

Bürger in Gladbeck 5,1 % (neu) 2 (neu) 3,9 %

Freie Demokratische Partei 1,7 % (−1,4 %) – (=) – Gesamt 100,0 % 51 (=) 100,0 %

Recklinghausen

In Recklinghausen konnte die SPD ihre Mehrheit verteidigen. Die FDP verpasste den Wiedereinzug deutlich. Bürgermeister blieb Jochen Welt (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,6 % (+1,1 %) 33 (+3) 55,9 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,2 % (+2,8 %) 21 (+2) 35,6 %

Bündnis 90/Die Grünen 8,3 % (−3,5 %) 5 (−2) 8,5 %

WIR 3,4 % (neu) – (neu) –

Freie Demokratische Partei 2,6 % (−2,5 %) – (−3) – Gesamt 100,0 % 59 (=) 100,0 %

Kreis Unna

Lünen

In Lünen konnte die SPD ihre Mehrheit verteidigen. Neue Bürgermeisterin wurde Christina Dörr-Schmid (SPD). Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 52,4 % (−2,7 %) 27 (−2) 52,9 %