mini|Latuperisa vor 1943 Eduard (Eddy) Alexander Latuperisa (* 9. April 1902 in Kudus, Regierungsbezirk Koedoes, Java, Niederländisch-Indien; † 29. Juli 1943 auf der Leusderheide, nahe Leusden) war ein niederländischer Hauptmann molukkischer Herkunft und Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht.

Familie und Beruf Seine Eltern waren Hendrik Alexander Latuperisa (1869–1945) und Anna Sophia Pichel (1870–1960), er war verheiratet (1927) mit Louise Fernande Hoeke (1902–1989), hatte zwei Kinder May und Jacky/Iek (1930–2010).Stammbaum auf genealogieonline.nl.

Trotz seiner molukkischen Herkunft war er der kolonialen europäisch-niederländischen Elite gleichgestellt und konnte eine Militärkarriere einschlagen. Er studierte 1924–1925 an der Königlichen Militärakademie und wurde zum Offiziers-Hauptmann der Infanterie in der Königlich Niederländisch-Indischen Armee (KNIL) befördert. 1939 kam er wiederholt, diesmal mit seiner Familie in die Niederlande, um sein Studium an der Kriegsakademie (Hogere Krijgsschool) in Den Haag fortzusetzen.Weitere Informationen mit Bildern und Dokumenten auf oorlogsbronnen.nl.Lettere di condannati, Seite 429–432, siehe Literatur. Die Maitage 1940 (10.–15. Mai) der deutschen Okkupation bis zur niederländischen Kapitulation erlebte er als Stabsoffizier, eine Position, die er am 28. August 1939 bei der allgemeinen Mobilmachung der niederländischen Armee erlangt hatte. Am 15. Juli 1940 leistete er den Eid, den die niederländischen Offiziere vor dem Besatzer ablegen mussten, er schwor, keine Feindseligkeiten gegen die deutschen Besatzer zu begehen.Informationen aus einem eingereichten Text auf digitaalmonument.oranjehotel.org. Trotzdem wurde er zeitgleich zum „Verräter“ und engagierte sich im niederländischen Widerstand.

Widerstand Er schloss sich der Widerstandsorganisation Ordedienst (OD) an, organisierte das Sammeln und Verstecken von Waffen, leistete Kundschafterdienste für die Alliierten, unterstützte die Befreiung und die Flucht von Gefangenen, rekrutierte weitere Widerstandskämpfer aus dem militärischen Nachwuchs, den Kadetten. Aus Sicherheitsgründen verließ er im Frühjahr 1942 seine Familie, die in der Frederik Hendriklaan in Den Haag wohnte, und versteckte sich in der Groot Hertoginnelaan 210.

Haft, Prozess und Hinrichtung Latuperisa wurde von einem Kadetten, der „täglich zu ihm ins Haus, nach vorübergehender Verhaftung aber zur deutschen Sicherheitspolizei übergelaufen war, verraten“ und am 13. März 1942 in den Den Haag verhaftet. Damit begann seine Odyssee durch verschiedene Haftanstalten: Scheveningen, Gefängnis Oranjehotel (13. März – 6. November 1942); Durchgangslager Amersfoort (6. November 1942 – 2. März 1943); Vught, KZ Herzogenbusch (2. März – 11. März 1943) und schließlich das Lager Haaren, wo am 15. März 1943 vor dem deutschen Feldgericht der Prozess stattfand. Es war der sogenannte 2. Ordedienst-Prozess – zuvor waren in einem 1. OD-Prozess schon 72 Männer zum Tode verurteilt worden – in dem er wegen seiner illegalen, antideutschen Handlungen, seines Waffenbesitzes und Verrats an seinem Ehrenwort (siehe oben, Familie und Beruf) zum Tode verurteilt wurde. Bis zur Hinrichtung wurde er im Kriegswehrmachtsgefängnis in der Gansstraat in Utrecht untergebracht. Hier hatte er die Möglichkeit, Besuche zu empfangen und Abschiedsbriefe zu schreiben. Am 29. Juni 1943, 14.30 Uhr, führte ein Erschießungskommando in einem Waldstück auf der Leusderheide das Urteil gegen ihn und fünfzehn weitere OD-Männer aus.

Auszeichnungen Widerstandsgedenkkreuz, vom König 1980 eingeführt, posthum verliehen, eingetragen im Register auf wwii-netherlands-escape-lines.com.

Gedenken Nach dem Befreiungstag, 5. Mai 1945, fand er am 21. November 1945 seine letzte Ruhe auf dem Gemeindefriedhof Amersfoort. Ehrengrab mit Grabstein, Friedhof Rusthof der Gemeinde Amersfoort (Gemeentelijke Begraafplaats Rusthof te Amersfoort), Feld 12, Reihe C, Nummer 145. Der Friedhof liegt in der Nachbargemeinde Leusden, Dodeweg 31. Bild und weitere Quellen, Kriegsgräberstiftung auf oorlogsgravenstichting.nl. Abschiedsbrief an Frau und Kinder, geschrieben kurz vor seiner Hinrichtung: „Meine Lieben! Soeben hat unsLatupresa und seine Zellengenossen Willem Henrik Hertly und Rudolf Hartogs, die ebenfalls der Tod erwartete. der deutsche Pastor verlassen, der Mann, der uns in diesen letzten Augenblicken eine große Stütze war ... In den letzten Tagen ging es mir hier sehr gut. Die Behandlung ließ nichts zu wünschen übrig. Mit Freude denke ich an den letzten Besuch zurück, und bin sehr, sehr dankbar, dass wir vier hier so heiter waren ... Lebt wohl, auf Wiedersehen.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 429–432: Vinkesteijn, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Weblinks Kurzbiographie auf digitaalmonument.oranjehotel.org. Der 2. OD-Prozess mit den 17 Angeklagten auf wiardibeckmann.com. Kurzbiographie mit Grabstein auf muizenest.nl. Weitere Quellen, Bilder und Dokumente, Kriegsgräberstiftung auf oorlogsgravenstichting.nl und oorlogsbronnen.nl.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Ordedienst) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Hingerichtete Person (Niederlande) Kategorie:Häftling im KZ Herzogenbusch Kategorie:Militärperson im Zweiten Weltkrieg (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann