Matewan ist ein Spielfilm von John Sayles aus dem Jahr 1987 über Arbeitskämpfe in der Bergbausiedlung Matewan in West Virginia 1920. Haskell Wexler wurde für seine Arbeit an dem Film zur Oscarverleihung 1988 für den Oscar für die beste Kameraführung nominiert.

Handlung Am Vorabend eines drohenden Streiks gegen die Stone Mountain Coal Company trifft der Gewerkschafter Joe Kenehan mit dem Zug in der kleinen Bergbausiedlung Matewan ein. Er soll bei Verhandlungen beistehen und Eskalationen verhindern. Die Konfrontation eskaliert schließlich in einer Schießerei mit mehreren Toten, dem Massaker von Matewan.

Hintergrund Sayles war etwa zwanzig Jahre vor dem Drehen des Films als Anhalter durch Kentucky und West Virginia gereist und hatte dabei erstmals vom West Virginia Coal War und dem Massaker von Matewan gehört. Dabei hatte er die Idee entwickelt über diese Schießerei einen Film zu drehen. Die Vorgänge in diesem Kapitel der Geschichte der Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten war von dem Geschichtsunterricht und der Geschichtsschreibung weitgehend ausgespart worden. Sein Film schuf in Appalachia wieder ein Bewusstsein für die Ereignisse, die in der Schlacht am Blair Mountain, ein Jahr nach der Filmhandlung, ihren Höhepunkt finden sollten.Jeff Young: “Matewan” Revisited: Film Unearthed Region’s Buried Labor History, WKU Public Radio vom 9. Oktober 2017 Es fehlen allerdings Erwähnungen von John L. Lewis und seiner United Mine Workers of America, obwohl die zu der Zeit sehr aktiv in der Region waren.Vincent Canby: Film: John Sayles's 'Matewan', The New York Times vom 28. August 1987

Der Film wurde mit einem geringen Budget ausschließlich in West Virginia gedreht. Hauptdrehort war aber nicht Matewan, sondern der zum Drehzeitpunkt halbverlassene Ort Thurmond.

Rezension Der Filmdienst urteilte:

Für Vincent Canby von der New York Times hebt sich der Film von den In-Einigkeit-Ist-Stärke-Filmen ab, wie sie in den 1930ern gedreht worden waren. John Sayles wisse, dass in Einigkeit Kraft liege, aber der Film sei vor dem Hintergrund von 60 Jahren Arbeiterbewegung entstanden, mit dem Aufstieg korruptionsanfälliger gigantischer Gewerkschaften und in jüngerer Zeit einem politischen Klima, in dem die Zerschlagung von Gewerkschaften kaum einen Aufschrei verursache. Sayles, als der zu der Zeit unabhängigste Filmemacher, sei auch unabhängig skeptisch und wisse, dass gute Absichten oft ähnlich viele Todesopfer forderten wie Gier. Der Film lasse keinen Zweifel, wo seine Sympathien lägen - die Figuren seien entweder gut oder böse. Joe Kenehan werde als eine Mischung aus Joe Hill und Jesus Christus dargestellt. Dass er scheitern müsse, sei das traurige Thema des Films. Die Charaktere im Film seien idealisierte Gestalten, wie sie während der Weltwirtschaftskrise in den USA an Postämter und andere öffentliche Gebäude gemalt worden seien. Es gebe kein schlechtes Schauspiel, die Figuren sehen zwar aus wie Ikonen des sozialen Realismus, aber die Schauspieler verleihen ihnen individuelle Züge, ohne den balladenhaften Stil zu stören. Haskell Wexlers Kameraarbeit übertreibe es nicht darin Posie in Bildern zu finden.

Auszeichnungen 1988: Oscarnominierung für die beste KameraThe 60th Academy Awards | 1988 bei oscars.org 1988: Independent Spirit Award für beste Kamera (plus Nominierungen für bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und besten Nebendarsteller für James Earl Jones)Matewan bei filmaffinity.com 1988: American Society of Cinematographers ASC Award

Literatur John Newsinger: Matewan: film and working class struggle, 1995https://www.marxists.org/history/etol/writers/newsinger/1995/xx/matewan.htm abgerufen am 20. August 2026 John Sayles: Thinking in Pictures: The Making of the Movie Matewan, Boston: Houghton Mifflin 1987

Weblinks

Matewan beim Filmdienst

Einzelnachweise

Kategorie:Arbeit im Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmtitel 1987 Kategorie:Independent-Film