mini|San Teodoro, Zugang mini|Blick über den Rio di Palazzo o della Canonica, rechts ein Teil der Kirchenfassade San Teodoro ist eine Kirche im venezianischen Stadtteil San Marco. Namensgeber ist der hl. Theodor Tiro aus dem nördlichen Kleinasien, dessen Überlieferung bis in das 4. Jahrhundert zurückreicht. Die Geschichte der Kirche reicht wohl bis ins 8. Jahrhundert zurück, das heutige Gebäude entstand in den Jahren 1485 bis 1493.Zur Baugeschichte vgl. Maria Bergamo: San Teodoro o della cupola perduta. Il progetto di Giorgio Spavento per la cappella della sacrestia di San Marco in Venezia, in: Annali di Architettura 25 (2013) 29–46.

Geschichte Die erste San-Teodoro-Kirche, wohl schon im 8. Jahrhundert erbaut, im Jahr 976 abgebrannt, wurde im 12. Jahrhundert abgerissen, da sie der Erweiterung des Markusdoms im Weg stand. Darin manifestierte sich nicht nur das Wachstum der „Dogenkapelle“, sondern auch die Tatsache, dass der hl. Theodor als Patron der Stadt seit dem frühen 9. Jahrhundert mehr und mehr vom Evangelisten Markus abgelöst wurde. San Marco trennte den Dogenpalast, der zum Zeitpunkt der Errichtung der ersten Theodorkirche auf einer Insel stand, von San Teodoro. Dieser einfache, wohl dreischiffige Kirchenbau mit Apsis war in die gleiche Himmelsrichtung ausgerichtet wie die Markuskirche.

Die neue Kirche wurde an einer anderen Stelle hinter den Apsiden der Markuskirche erbaut. Ihre Rückseite war zum Rio di Palazzo ausgerichtet. Das neue Gebäude, das als Kapelle im Renaissancestil konzipiert war, wurde von Giorgio Spavento entworfen. Die Bauarbeiten begannen 1486 unter der Leitung von Mastro Domenico und wurden innerhalb weniger Jahre abgeschlossen. Die Fassade war ursprünglich mit Fresken von Tommaso di Giorgio versehen, die allerdings im Laufe der Zeit verloren gegangen sind. Ein Teil des Gebäudes ist heute in die Strukturen des Dogenpalasts integriert. Es diente der Inquisition, bestehend aus dem apostolischen Legaten, dem Patriarchen, dem Inquisitor aus dem Dominikanerorden sowie drei Senatoren, und als Kapitelsaal. 1621 wurde San Teodoro zuletzt renoviert. Die Kirche wurde 1961 restauriert.

Beschreibung Die Fassade besteht aus unverputzten Ziegelsteinen, der Eingang aus einem Portal mit drei Stufen, über dem sich ein Flachbogen erhebt, der eine Lünette mit einem Gemälde von Sebastiano da Lugano (fl. 1483–1528) und Matteo da Valle aus dem Jahr 1490 birgt. Es zeigt den heiligen Theodor als Drachentöter. Die Fassade wird durch einen einfachen dreieckigen Giebel abgeschlossen. An den Seiten des Portals befinden sich zwei schmale Bogenfenster. Über dem Portal öffnet sich ein rundes Fenster, das den Innenraum erhellt. Im Inneren befindet sich ein einziges Gemälde, das die Weihnachtskrippe darstellt, ein Frühwerk Giambattista Tiepolos.

Literatur Maria Bergamo: San Teodoro o della cupola perduta. Il progetto di Giorgio Spavento per la cappella della sacrestia di San Marco in Venezia, in: Annali di Architettura 25 (2013) 29–46. (academia.edu) Maria Bergamo: La Cappella di San Teodoro: documenti, ritrovamenti, ipotesi, in: Ettore Vio (Hrsg.): La Basilica di Venezia San Marco. Arte, Storia, Conservazione, 3 Bde., Marsilio, Venedig 2019, S. 169–175 (academia.edu) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 242 („Cappelle St. Teodoro“). (Digitalisat)

Weblinks

Chiesa di San Teodoro, Conoscere Venezia, archive.org, 4. Dezember 2022

Siehe auch Christoforus II. von Olivolo

Belege

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