Emil Näf-Hatt (* 1840 in Zürich; † 1. Februar 1908 ebenda) war ein Schweizer Baumeister, Bauunternehmer und Kommunalpolitiker. Er war an der baulichen Entwicklung Zürichs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch zahlreiche markante Hochbauten sowie durch die Überbauung zentraler Stadtquartiere beteiligt.

Leben und Ausbildung Emil Näf-Hatt wurde 1840 als Sohn des Zimmer- und Baumeisters Hans Kaspar Näf-Kramer geboren. Sein Geburtshaus befand sich am damaligen Stadthausplatz im Kratzquartier der Zürcher Altstadt, nahe der heutigen Fraumünsterstrasse. Er besuchte die Schulen der Stadt Zürich, darunter die Industrieschule, und absolvierte anschliessend eine Lehre bei Baumeister Ritter in Neuenburg.

Nach der Ausbildung war Näf-Hatt mehrere Jahre als Maurer und Bauhandwerker im Ausland tätig. Er arbeitete unter anderem in München, Dresden, Berlin sowie kurzzeitig in Paris. In Berlin besuchte er zusätzlich fachtheoretische Kurse, um seine berufliche Ausbildung zu vertiefen. Während dieser Zeit setzte er sich intensiv mit zeitgenössischen Bauweisen und städtebaulichen Entwicklungen auseinander.

Berufliche Tätigkeit Nach seiner Rückkehr nach Zürich übernahm Näf-Hatt Ende der 1860er Jahre nach dem Tod seines Vaters dessen Baugeschäft. Zu seinen frühen Projekten gehörte eine Überbauung im Seefeld an der Ecke Seefeldstrasse/Kreuzstrasse. Gleichzeitig liess er das väterliche Wohnhaus im Kratzquartier durch An- und Aufbauten erweitern.

In den folgenden Jahren entwickelte sich sein Bauunternehmen zu einem der bedeutendsten der Stadt. Zu den von ihm ausgeführten oder verantworteten Gebäuden zählen unter anderem:

das Linth-Escher-Schulhaus, das ehemalige Gebäude der Bank in Zürich (heute Schweizerische Nationalbank), das Haus Fröhner an der Petersstrasse, das Fischersche Haus neben der Nationalbank, das Haus Henneberg an der oberen Bahnhofstrasse, das Haus Zuppinger an der Pelikanstrasse.

Darüber hinaus war Näf-Hatt an umfangreichen spekulativen Bauprojekten beteiligt, insbesondere in der Gegend der oberen Bahnhofstrasse, des Kappelerhofs und des Zentralhofs. Er erwarb dort Grundstücke und errichtete mehrere Wohn- und Geschäftshäuser. Ab 1889 gab er das Kundengeschäft auf und widmete sich ausschliesslich der Verwaltung seiner umfangreichen Liegenschaften.

Öffentliches Wirken Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Näf-Hatt politisch und gesellschaftlich. Er war Mitglied des Grossen Stadtrates von Zürich und beteiligte sich aktiv an der Planung und Umsetzung der sogenannten Quai Unternehmung, mit der die Ufer des Zürichsees öffentlich zugänglich gemacht wurden.

Er war zudem langjähriges Mitglied der städtischen Verkehrskommission sowie des Verschönerungsvereins Zürich. Ihm wird ein wesentlicher Beitrag zur Erstellung der damals neuartigen Wander- und Orientierungskarten der Zürcher Umgebung zugeschrieben. Zu seinen Ehren benannte der Verkehrsverein einen grossen Findling im Wehrenbachtobel als „Näfenstein“.

Elefantenbach In seiner Funktion als Quästor des Verschönerungsvereins Zürich und Umgebung initiierte Näf-Hatt 1895 im Zuge der Weganlage im Stöckentobel ein gestalterisches Projekt am Bachlauf: die Aufstellung eines künstlich gefertigten Elefanten („Dschumbo“) im Tobelbach. In der Folge wurde der Bachabschnitt umgangssprachlich als Elefantenbach bekannt. Der Elefant wurde als Brunnenfigur konzipiert und sollte zeitweise Wasser aus Rüssel und Maul speien; technische Probleme und wiederholte Beschädigungen führten jedoch dazu, dass die Wasserfunktion später aufgegeben wurde.

Privates 1871 heiratete Näf-Hatt Marie Hatt. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Alfred Näf, Viktor Näf, Erna Naegeli-Näf und Clara Russ-Näf. Erna Naegeli-Näf heiratete Otto Naegeli; ihr Enkel ist der Zürcher Künstler und Sprayer Harald Naegeli. Die Familie Näf führte ihre Herkunft auf Adam Näf von Kappel zurück, dem 1531 nach der Schlacht bei Kappel das Zürcher Bürgerrecht verliehen worden war.

Weblinks Nachruf in Zürcher Wochen-Chronik vom 15. Februar 1908 Der fossile Elefant in NZZ vom 30. August 1935

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