mini|Bernard Lehmann (2011) Bernard Lehmann (* 1954 im Kanton Waadt) ist ein Schweizer Agrarwissenschaftler, ehemaliger Hochschullehrer an der ETH Zürich und Stiftungsratsvorsitzender des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz.Bernard Lehmann im Archiv für Agrargeschichte der SchweizBernard Lehmann: "Die Welt braucht das FiBL"Bernard Lehmann in der Landwirtschaft verwurzelt - ein PorträtBauernzeitung Interview mit Bernard Lehmann zur Transformation der Ernährungssysteme, um die globale Ernährungssicherheit zu verbessern

Leben und Wirken Lehmann wuchs auf dem Bauernhof der Eltern auf und studierte nach seiner Matura in Lausanne an der ETH Zürich Landwirtschaft mit Promotion in Agrarökonomie (1973–1984). Danach wechselte er zum Schweizer Bauernverband in der Zeit des Beginns der Globalisierung der Agrarmärkte. Während seiner achtjährigen Tätigkeit beim Bauernverband war er massgeblich an der Schaffung einer expliziten Bestimmung für die Landwirtschaft in der Schweizer Verfassung (Art. 104) beteiligt. Insbesondere die Sichtweise der Landwirte auf Wissenschaft und Politikgestaltung waren sein spezielles Arbeitsfeld.

Im Jahr 1991 wurde er als Professor für Agrarökonomie an der ETH Zürich mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, internationale Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklungsökonomie mit besonderer Ausrichtung auf nachhaltige Ernährungssicherheit berufen. Hier entwickelte er in seiner Gruppe normative und empirische Angebots- und Nachfrageanalyse, Marktmodellierung, Wetterversicherungsmodellierung, Systemdynamikmodellierung.

Er begleitete Internationale Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Ernährungssicherheit mit Doktoranden in Peru (CIP), der Elfenbeinküste (CSRS, Université de Cocody), Tansania (Arusha), der Mongolei (Green Gold), Sri Lanka (Peredennia) und in einem breiten Kooperationsnetzwerk innerhalb Europas (Europäische Union, Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, Österreich, Schweden, Dänemark und OECD).

Lehmann war in der ETH Zürich zeitweise auch Dekan für Agrar- und Lebensmittelwissenschaften sowie Leiter des Instituts für Agrarökonomie und Politikberater für Bundesämter (Umwelt, Landwirtschaft, Finanzen). Er schied 2011 bei der ETH Zürich aus.

Danach war Lehmann für acht Jahre Generaldirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) und verantwortete die vier Bereiche: Führungsposition für forschungsbasierte Politikgestaltung im Auftrag der Regierung. Vorstandsvorsitzender der Schweizerischen Agrarforschung (Agroscope). Leiter des Bereichs Ernährung und Lebensmittel des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung (Krisenmanagement). Delegierter Staatssekretär für Landwirtschaft im Auftrag der Schweizer Regierung in internationalen Agrarfragen (z. B. FAO, SFS, OECD, UN-SDG, Forschungszentrum, bilaterale Beziehungen zu anderen Ministerien).

Seit Juli 2019 ist Lehmann Emeritus der Schweizer Bundesverwaltung.

Ehrenamtliche Engagements 2019–2023: Vorsitzender des High Level Panels HLPE-FSN des UN-Ausschusses für Welternährungssicherheit CFS; stellvertretender Vorsitz und Vorsitz. 2020–2023: Vorstand des Global Crop Diversity Trust. Seit 2020: Stiftungsrat des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FIBL; seit 2022 Vorsitz. Seit 2022: Wissenschaftlich-politische Plattform der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften SCNAT; Vorsitz. Seit 2023: Kommission Wissenschaft & Politik, Schweizerische Akademien der Wissenschaften und Künste; Vorsitz. Seit 2023: Stiftungsrat der Nestlé-Stiftung Alimentarium. Seit 2023: Beirat, ETH Science-Policy Interface. Vorsitz.

Weblinks

Bernard Lehmann: Strategien für landwirtschaftliche Unternehmungen in der Schweiz von morgen. Einführungsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 30. April 1992.

Einzelnachweise

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