Die Mandra Gora Lightshow Society war eine Psychedelic-Underground-Band aus Hannover und Bremen, die zusammen mit Gruppen wie Vibravoid und Liquid Visions in den 1990er Jahren in Deutschland eine neue Retro-Psychedelic-Welle auslöste. Die Mandra Gora Lightshow Society war die Hausband von Swamp Room Records und Gastgeber der Swamp Room Happenings.

Geschichte Die Band entstand 1992 während einer Session in der Landkommune Kampsheide. Köpfe der Gruppe sind die beiden Musiker: Anders Becker (Gesang, Orgel) und Willem Kucharzik aka Surfin‘ William (Gesang, Gitarre), der ebenfalls das Platten-Label Swamp Room Records betrieb.

Der Bandname ist eine Ableitung von der Zauberwurzel Mandragora, die ein Hauptbestandteil in den Flugsalben der Hexen ist, sowie die Nennung der live inszenierten psychedelischen Lightshow mit Dia- und Ölscheiben-Projektoren. Angelehnt an die Tripsfestivals von The Merry Pranksters schuf die Mandra Gora Lightshow Society auf ihren Konzerten ein psychedelisches Ambiente aus Musik und visueller Kunst; unterstützt von dem Quadrosound-System des Musikproduzenten Willi Dammeier vom Institut für Wohlklangforschung. Die Auftritte der Mandra Gora Lightshow Society dauerten dabei mit ihren frei improvisierten Jams, oft mehrere Stunden, wie beim Hawkfan-Meeting, wo sie von Mitternacht bis zum Sonnenaufgang mit Nik Turner von Hawkwind eine ausgeflippte Session machten und dabei den über 15 min. langen Song Floating at the Gates of Dawn aufnahmen. Der daraus entstandene Track wurde 1999 auf dem Sampler: Mushroom Music Monoliths - The Gathering Of The Psyches veröffentlicht.

Die Mandra Gora Lightshow Society spielte für das britische Ptolemaic Terrascope Magazine mit Nikki Sudden, seinen Klassiker: „Big Store“ neu ein, sie kreierten Instant Composings auf einer Tour mit dem Can Sänger Damo Suzuki und machten gemeinsame Aufnahmen mit Joe Bloeck, Gerd Schmidt Vanhove und seinem klingenden Kunstwerk, dem Federphon sowie mit Matmosphere.

Zum dritten Mandra Gora Lightshow Society Album Beyond the Mushroam Gate, dass in Dolby Surround aufgenommen wurde, verfasste Christian Rätsch das Vorwort, der die Mandra Gora Lightshow Society ebenfalls in seinem Büchern: „Zauberpflanze Alraune“ und „Das Lexikon des Dunklen“ erwähnte.

Heinz Rudolf Kunze urteilte über die Mandra Gora Lightshow Society beim Plattenblindtest im Stadtmagazin Prinz Juni 1998: „Schrabbel, schrabbel … Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, wenn sich die Klänge frei entwickeln, weg von diesen standardisierten Sounds. Klingt sehr jung, sehr independentartig. Leider ist der Gesang so zurückgemischt, dass man nicht erraten kann, aus welchem Land der Sänger stammt. Klingt wie aus dem Proberaum - das meine ich nicht abwertend. Deutsch? Die Schlagzeug-Breaks könnten von Nick Mason sein. Aber so schnell konnte der das nie. Welche junge deutsche Band macht so eine Musik?“

Nach der Auflösung Nach 2000 gab es von der Mandra Gora Lightshow Society noch einige musikalische Resteverwertungen, auf denen sie mit diversen Musikern experimentieren. Das Original Line-Up mit Anders Becker, Willem Kucharzik und Martin König am Schlagzeug existierte nur bis 2000.

2000 nahmen sie noch in der Urbesetzung zusammen mit dem ex Payola Sänger Timo Lommatzsch die EP „Spacerave“ auf. Die 2001 veröffentlicht wurde. Danach trat die Mandra Gora Lightshow Society bis 2010 unter dem Namen in unterschiedlichen Besetzungen auf.

Nach der Mandra Gora Lightshow Society gründete der Organist und Sänger Anders Becker die Psychedelic-Band Liquid Orbit und Willem Kucharzik spielte einige Konzerte mit der Dark-Wave-Band Die Schatten des Dorian Gray.

Diskografie

Alben 1993: Mandra Gora Lightshow Society (LP, Swamp Room Records) 1995: Ovid‘s Garden (LP, Swamp Room Records/Delerium Records) 1997: The Mindexpanding Triprock Compilation (CD, Patina/Hidden Records) 1999: Beyond the Mushroam Gate (LP, 45 Records, CD: Loudsprecher/Liquid Sound Records)

Kompilationen

1997: The Story Of Todays Hallucination Generation (LP, Swamp Room Records) 1999: Mushroom Music Monoliths (LP, Swamp Room Records)

EPs

1994: Hartbeat Magazine EP (Split-7′′ mit The Phantom Payn, Joe Bloeck, P.L.O., Hidden Records) 2001: Space Rave (10′′, Swamp Room Records) 2001: Swamp Room Single Club (Split-7'' mit Matmosphere, Swamp Room Records)

VHS

1996: Ovid‘s Garden (VHS Video, Harakiri-Video-Fanzine) 1998: Sun Dials In The Night (VHS Video, Swamp Room Records)

Weblinks

Mandra Gora Lightshow Society bei Last.fm Mandra Gora Lightshow Society im German Rock e.V. Archiv Interview im Ox Fanzine

Einzelnachweise

Kategorie:Deutsche Band Kategorie:Psychedelic-Rock-Band