Die Schlacht von Pilckem Ridge (31. Juli – 2. August 1917) war der Beginn der Dritten Flandernschlacht. Britische, australische, neuseeländische und französische Truppen griffen deutsche Stellungen nördlich von Ypern an. Ziel war es, die deutschen Verteidigungsstellungen auf dem Pilkem-Rücken () zu überwinden und das Gelände für weitere Operationen zu sichern. Am 31. Juli 1917 starteten britische Korps trotz schwierigen Geländes eine Großoffensive im Ypernbogen, unterstützt von Panzerbrigaden mit begrenzter Wirksamkeit. Während die 3. Australische Division einen Ablenkungsangriff auf die Warneton-Linie ausführte, sicherten Neuseeländer erfolgreich das Dorf La Basseville. Im Zentrum mussten Teile des II. Korps aufgrund massiven Widerstands und ungesicherter Flanken von ihren Zielen zurückweichen. Dagegen erreichten das XIX., XVIII. und XIV. Korps unter Einsatz von Panzern ihre Stellungen am Steenbeek und konsolidierten dort die Front. Die französische 1. und 51. Division vollzogen ihren Aufmarsch unbemerkt und begannen den Angriff in Abstimmung mit den angrenzenden britischen Verbänden unter Gas- und Sperrfeuer. Trotz zunehmender Verluste durch Artillerie und Maschinengewehrnester sicherten die französischen Truppen wichtige Punkte wie den Kortekeer-Graben. Nach dem Fall von Bixschoote ermöglichte die Luftaufklärung die gezielte Zerschlagung deutscher Gegenangriffe durch nachgerückte Artillerie.

Hintergrund Nach dem Erfolg in der Schlacht von Messines im Juni 1917 war Douglas Haig, Oberbefehlshaber der BEF (British Expeditionary Force), der Ansicht, dass ein Durchbruch der deutschen Stellungen möglich sei. Haig hatte zwei Ziele: dem Feind eine Abnutzungschlacht aufzuzwingen und die belgische Küste einzunehmen. Um diese beiden Ziele zu erreichen, plante er drei Phasen: die Einnahme des Passchendaele-Kamms, den Vormarsch auf Roeselare und eine amphibische Landung in Kombination mit einem Angriff entlang der Küste von Nieuwpoort. Haig hoffte, auf diese Weise die Bedrohung durch die in Ostende und Zeebrügge stationierten U-Boote zu beseitigen und einen Durchbruch in den deutschen Linien zu erzwingen, die seiner Meinung nach bereits durch die Nivelle Offensive geschwächt waren. Auftakt

Entente

Bei Konferenzen mit seinen Korpskommandeuren am 6. und 16. Juni wurde ein Plan der 5. Armee ausgearbeitet, wonach das Ziel des ersten Tages, die deutsche zweite Linie (Albrecht), auf ein drittes Ziel, die deutsche dritte Linie (Wilhelm), ausgedehnt wurde. Darüber hinaus sollte der Vormarsch, ohne eine festgelegte Pause entlang dieses weiter entfernten Ziels, nach Möglichkeit entweder sofort oder innerhalb der nächsten Stunden um weitere 1,6 km bis zu einem vierten Ziel, der Flandern I Stellung, fortgesetzt werden, die sich auf dem Hauptkamm von Ypern nach Broodseinde befand und sich entlang des Gravenstafel-Ausläufers in Richtung Gravenstafel und Langemarck zur linken Flanke erstreckte. Der Vormarsch zum vierten Ziel lag im Ermessen der Divisionskommandeure, aber es war entscheidend, dass nach der Sicherung des dritten Ziels die Verstärkungsbataillone des ersten Ziels die Truppen am dritten Ziel verstärkten. Angesichts der vorgerückten Position des vierten Ziels, das sich außerhalb der effektiven Reichweite der meisten Feldbatterien befand, sollte die gesamte verfügbare schwere Artillerie bereitstehen, um im Falle eines Notrufs aus den vorderen Stellungen ein Sperrfeuer zu legen. Je nach Stärke des feindlichen Widerstands, sollte die Stellung gehalten, oder der Vormarsch noch am selben Nachmittag fortgesetzt werden, das II. Korps auf Passchendaele, das XIX. Korps auf Goudberg und das XVIII. Korps auf Poelcappelle.

Der Plan war ehrgeiziger als jener von Plumer, der für den ersten Tag einen Vormarsch von 910 bis 1600 Metern vorsah, und Generalmajor John Davidson, der Operative Direktor des BEF, beklagte sich über Unklarheiten hinsichtlich der Bedeutung eines schrittweisen Angriffs mit begrenzten Zielen. Davidson schlug einen Vormarsch von nicht mehr als 1,4 bis 2,7 km vor, um die Konzentration des britischen Artilleriefeuers zu erhöhen. Gough hielt dagegen, dass vorübergehend ungeschütztes Gelände eingenommen werden könne, was bei dem ersten Angriff mit seiner längeren Vorbereitungszeit wahrscheinlicher sei als bei späteren Angriffen. Nach Diskussionen Ende Juni billigte Haig den Plan der 5. Armee.

Deutsches Reich Der Beginn der dritten Flandernschlacht wurde vom deutschen Oberkommando mehr vorausgesehen als jede andere französische oder britische Offensive des Krieges. Von ihren erhöhten Beobachtungspunkten aus hatten die Deutschen die geplanten Vorbereitungen fast zwei Monate lang genau verfolgt. Es wurde eine rasche Errichtung von Straßen, Straßenbahnen, Baracken und Artilleriestellungen verzeichnet, sowie die schrittweise Ankunft neuer Infanteriedivisionen, massiver Artillerieverstärkungen und Nachschub. Diese Aktivitäten, die durch Luftaufklärung bestätigt wurden, ließen keinen Zweifel an den Absichten der Briten. Bereits am 12. Juni bezeichnete Kronprinz Rupprecht von Bayern, Befehlshaber der Heeresgruppe Nord, eine britische Offensive in Flandern als sicher ihr Ziel, so schrieb er, sei die Befreiung der belgischen Küste, und sie werde durch eine Landung vom Meer aus unterstützt werden. Die Verteidigungsmaßnahmen gegen die Operation waren aufgrund der topografischen Gegebenheiten des Hinterlandes sowie der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten, erschwert. Dem deutschen Generalstab war klar, dass das Gelände einen signifikanten Einfluss auf den Ausgang hatte und dass jeder militärische Erfolg des Gegners mit hohen Verlusten an Menschen und Material einherging.

Daher wurde der erfahrenste Offizier in Verteidigungsfragen, Oberst Fritz von Lossberg, zum Generalstabschef der 4. Armee ernannt. Er hatte nun freie Hand, um die Verteidigungsorganisation in Flandern aufzubauen. Dank der sieben Wochen, die zwischen Messines und dem Beginn der alliierten Operation vergingen, hatte Lossberg genügend Zeit, sich vorzubereiten. Sein tief gestaffeltes Verteidigungssystem begann mit einem Frontsystem, das aus drei Schutzwällen, Ia, Ib und Ic, bestand, die etwa 180 Meter voneinander entfernt waren. Die zweite Linie (Albrecht-Stellung), die auch als Artillerie-Schutzlinie diente, befand sich etwa 1.800 Meter dahinter und umfasste die Feldbatterien sowie die Unterstände für die Reserven des Frontregiments. Maschinengewehrnester in der Stützpunktlinie waren vor der Frontlinie verteilt.

Hinter der zweiten Linie lag die dritte Linie (Wilhelmstellung), wo in Bunkeranlagen die Reservebataillone der Frontregimenter als Divisionsreserven zurückgehalten wurden. Der Bereich zwischen der Wilhelmstellung und der Flandern I Stellung war das rückwärtige Kampffeld, das zur Unterstützung und zum Sammeln der Eingreif-Divisionen diente, die 9 bis 11 Kilometer hinter der Front stationiert waren.Die Flandern-Linie, (Flandern I) erstreckte sich von Lille nach Norden bis nach Wervicq an der Lys, verlief dann vor Becelaere, Broodseinde, Passchendaele und Staden bis zur belgischen Küste, auf halbem Weg zwischen Ostende und Middelkerke. Dahinter bedanden sich Flandern II und Flandern III. Die Eingreif-Divisionen waren speziell für den sofortigen Gegenstoß ausgebildet, falls es den Reserven nicht gelingen sollte, das verlorene Terrain zurückzuerobern. Jede dieser Eingreif-Divisionen befand sich normalerweise hinter jeweils zwei Frontdivisionen. Hinter diesen Eingreif-Divisionen, befanden sich weitere Divisionen der Heeresgruppenreserve. Die 4. Armee war von Süd nach Nord in 5 Korpsgruppen eingeteilt: Die Gruppe Lille (General Otto von Stetten) hielt von der südlichen Grenze der Armee aus die Straße Lille-Armentières bis einschließlich Warneton an der Lys. Die Gruppe Wytschaete (General Karl Dieffenbach) erstreckte sich nach Norden bis zum Bellewaarde-See nördlich der Straße Ypern-Menin mit fünf Divisionen an der Front: der 16., der 18. Reserve, der 10. bayerischen, der 22. Reserve und der 6. bayerischen Reserve-Division. Die Gruppe Ypern (General Hermann von Stein) mit drei Frontdivisionen, der 38., der 235. und der 3. Garde, hielt den Abschnitt neben der Eisenbahnlinie Ypern-Staden. Die Gruppe Dixmude (General Chales de Beaulieu) mit der 40. und 111. Division, deckte den Abschnitt nördlich der Eisenbahnlinie nach Noordschoote, der größtenteils überflutet war. Die Gruppe Nord (Admiral Ludwig von Schröder), bestehend aus dem Marinekorps Flandern, hielt den Küstenabschnitt.

Da das Oberkommando der deutschen 4. Armee nicht damit rechnete, dass sich die britische Offensive südlich der Lys und nördlich der Steenstraat ausweiten würde, mussten die Gruppen Lille und Nord ihre eigenen Reserven finden; hinter den drei anderen Gruppen war jedoch eine erste Linie von sechs Reservedivisionen in der Nähe der Flandern-Linie versammelt. Drei davon (die 207., 12. und 119.) befanden sich hinter der Gruppe Wytschaete, die das wichtige Höhe von Gheluvelt in ihrem Sektor kontrollierte; zwei die 221. und 50. Reserve befanden sich hinter der Gruppe Ypern und eine (die 2. Garde-Reserve) hinter der Gruppe Dixmude.

Hinter dieser ersten Linie von Reservedivisionen, befand sich eine zweite Linie aus zwei Divisionen, eine östlich von Roeselare (3. Reserve) und die andere bei Thourout (79. Reserve), die zur Reserve der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern gehörten, aber bereit waren, jede Division an der Frontlinie zu ersetzen, falls dies erforderlich sein sollte. Hinter ihnen befand sich die Gruppe Gent bestehend aus zwei Divisionen (23. und 9. Reserve) um Gent und Brügge, die zusammen mit der 5. Bayerischen Division in Antwerpen für die Verteidigung gegen eine mögliche Landung an der niederländischen Küste zuständig waren. Von diesen zwanzig Divisionen waren vier (3. Reserve, 12., 119. und 10. Bayerische) im Mai von der Ostfront gekommen, eine (16.) im Juni aus Verdun (5. Armee) und die restlichen fünfzehn zwischen Mai und Juli aus den Sektoren Lille, Arras und Cambrai (6. und 2. Armee).

Vorbereitungsfeuer Das Vorbereitungsfeuer begann am 16. Juli. Insgesamt wurden 226 Kanonen und 526 schwere und mittlere Haubitzen eingesetzt. Sie waren in Gegenbatterie- und Bombardierungsgruppen unterteilt und in der Region Dickebusch (II. Korps), westlich von Ypern (XIX. Korps), Brielen (XVIII. Korps) und Elverdinghe-Woesten (XIV. Korps) stationiert. Die Feldbatterien besetzten nach und nach das Gebiet um Zillebeke und Verbrandenmolen (II. Korps), wobei die vorderen Batterien hinter den Wäldern nahe der Frontlinie aufgestellt wurden. Weitere befanden sich im Gebiet Potijze-St. Jean und östlich von Ypern, teilweise hinter dem Kanal nördlich der Stadt. Weiter nördlich befanden sich die meisten Stellungen der Batterien des XVIII. Korps hinter dem Kanal, mit Vorposten nördlich und nordwestlich von Sint-Jan, etwa 2.500 Meter hinter der Frontlinie. Die Stellungen des linken Korps (XIV) befanden sich alle westlich des Kanals, die meisten davon weniger als einen Kilometer davon entfernt. Der Beschuss dauerte 10 Tage, konnte jedoch die deutschen Batterien nicht ausschalten. Stattdessen zerstörte er das komplexe Entwässerungssystem und verwandelte das Schlachtfeld in ein Morast.

Schlacht 2. Armee Dem Angriff vom 31. Juli 1917 ging trotz der deutschen Beobachtung auf dem Ypernbogen die Verlegung von Brigaden aus mehreren Divisionen in die vorgeschobenen Sammelgebiete voraus. Die Panzerbrigaden (I., II. und III.) rückten schrittweise von den hinteren Sammelpunkten zu vorgeschobenen Stellungen in der Nähe von Zillebeke, Potijze, St. Jean und Frascati vor. Das Tank Corps unter dem Kommando von Brigadegeneral Hugh Elles rechnete aufgrund des durch Granaten zerstörten Geländes mit einer begrenzten Wirksamkeit. Etwa ein Drittel der Panzer jedes Korps sollte die deutschen Stützpunkte räumen, ein weiteres Drittel sollte mit der Infanterie vorrücken und der Rest blieb als Korpsreserve zurück.