mini|Verlauf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla

Der Eisenbahnunfall von Adamuz ereignete sich am 18. Januar 2026 auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla in Spanien. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten an der Überleitstelle Adamuz in der Provinz Córdoba, wobei 46 Menschen ums Leben kamen und 152 weitere verletzt wurden. Die Ursache des Eisenbahnunfalls ist Gegenstand von Ermittlungen. Bei ersten Erhebungen wurde ein Schienenbruch an einer Schweißnaht gefunden.

Unfallhergang Der erste in den Unfall verwickelte Zug, ein Triebzug vom Typ ETR 1000, S. 109 012, der Intermodalidad de Levante, verkehrte als Zug Iryo 6189 von Málaga nach Madrid. Es befanden sich nach Angaben von Iryo 289 Reisende sowie vier Zugbegleiter und der Lokführer im Zug, nach anderen Angaben 317 Fahrgäste. Kurz nach dem Halt in Córdoba entgleiste er gegen 19:45 Uhr Ortszeit auf gerader Strecke im Bereich der Überleitstelle Adamuz. Fahrgäste berichteten von heftigen Vibrationen kurz zuvor. Die letzten drei Wagen gerieten in den Lichtraum des Gegengleises.

Der auf dem Gegengleis von Madrid nach Huelva mit 200 km/h fahrende Zug, Alvia 2384 der Renfe, – bestehend aus Triebzug 120 361 der RENFE-Baureihe 120, mit etwa 100 Fahrgästen an Bord – prallte auf die entgleisten Wagen des Iryo-Zuges: Die vorderen beiden Wagen des Renfe-Zuges entgleisten und rutschten eine vier Meter tiefe Böschung hinab. In diesen Fahrzeugen wurden die meisten Menschen getötet und verletzt. Der Lokführer des zweiten Zuges kam ums Leben.

Insgesamt forderte der Unfall 46 Tote und 152 teils schwer Verletzte.

Untersuchung Der Unfall ereignete sich auf einem geraden Gleisabschnitt.pd/an: Streifkollision auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla. In: Eisenbahn-Revue International 3/2026, S. 130–132 (131). Laut Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente sei der Streckenabschnitt im Mai 2025 renoviert worden, dabei 700 Mio. Euro in diese Trasse investiert worden, die sich „in einwandfreiem Zustand“ befand. Der entgleiste Iryo-Zug war nur vier Jahre alt. Puente bezeichnete den Unfall als „seltsam und schwer zu erklären“.

Am 19. Januar schloss der Präsident der Renfe, Álvaro Fernández Heredia, menschliches Versagen und überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache aus, da beide Züge unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gefahren waren. In den letzten Jahren hatte der Störungsdienst von Adif verschiedene Zwischenfälle und Verspätungen im Bereich der Katastrophe gemeldet. Zwei Tage nach dem Unfall, am 20. Januar 2026, ordnete der Bahninfrastrukturbetreiber Adif auch vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona an. Die Maßnahme erfolgte aus Sorge um den Zustand der Gleisanlagen, nachdem Lokführer wiederholt auf zunehmende Vibrationen und Abnutzungserscheinungen hingewiesen hatten.

Am Tag nach dem Unfall nahm die Kommission zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen als zuständige Untersuchungsbehörde ihre Arbeit auf. Bei einer ersten Sichtung am Gleis wurde ein Schienenbruch festgestellt, der Bruch einer Schweißnaht an dieser Stelle war wahrscheinlich. Am 23. Januar 2026 veröffentlichte die Untersuchungskommission ihren vorläufigen Bericht, wonach der Schienenbruch vor der Entgleisung vorhanden war. Leichte Beschädigungen an den Rädern anderer Züge, die an diesem Tag die Stelle passiert hatten sowie Beschädigungen der Räder der vorderen Waggons des Unfallzuges zeigen, dass das Gleis an der Stelle defekt war. Bei der Überfahrt des fünften Wagens brach die Schiene nach rechts weg, so dass die Fahrzeuge ab dem sechsten Wagen entgleisten.pd/an: Streifkollision auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla. In: Eisenbahn-Revue International 3/2026, S. 130–132 (130). Die Ursache, wie es zu dem Schienenbruch kommen konnte, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.pd/an: Streifkollision auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Sevilla. In: Eisenbahn-Revue International 3/2026, S. 130–132 (132).

Nachwirkungen Die Strecke blieb nach dem Unfall bis zum 17. Februar 2026 gesperrt und durfte anschließend im Bereich der Unfallstelle nur mit geringer Geschwindigkeit befahren werden.jh/mwi: HGV-Strecke Madrid–Sevilla wieder in Betrieb. In: Eisenbahn-Revue International 4/2026, S. 174.

Nur drei Tage nach dem Unfall bei Adamuz ereignete sich ein weiterer in Katalonien, nahe Barcelona, der ein Todesopfer forderte. Ein Regionalzug wurde durch eine umgefallene Mauer aus den Schienen gehoben. Der Triebfahrzeugführer starb, einige Passagiere wurden verletzt. Angesichts der Ereignisse riefen mehrere spanischen Gewerkschaften zu einem vom 9. bis 11. Februar stattgefundenen landesweiten Streik auf. Der letzte schwere Unfall mit einem Hochgeschwindigkeitszug in Spanien, der Eisenbahnunfall von Santiago de Compostela, mit 80 Todesopfern ereignete sich im Juli 2013.

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Einzelnachweise

Adamuz Adamuz Kategorie:Provinz Córdoba Kategorie:Spanische Geschichte (21. Jahrhundert)