Oleg Jewgenjewitsch Nefedow (, anglisiert Oleg Evgenievich Nefedov; * 3. Juni 1990 in Joschkar-Ola, Republik Mari El, Russland) ist ein mutmaßlicher russischer Cyberkrimineller, der seit mindestens Anfang 2022 aktiv sein soll.

Biografie Nefedow wurde in der russischen Teilrepublik Mari El geboren. Über seine familiären Verhältnisse und seine privaten Lebensumstände ist der Öffentlichkeit bisher (2026) so gut wie nichts bekannt.

Vom deutschen Bundeskriminalamt wird Nefedow verdächtigt, die erstmals im April 2022 identifizierte Ransomware Black Basta maßgeblich mitentwickelt, bzw. die dahinterstehende Gruppe von Cyberkriminellen geleitet zu haben. Black Basta wurde benutzt, um fremde Computersysteme zu infiltrieren, Daten zu entwenden und Systeme zu verschlüsseln. Anschließend wurde ein in Kryptowährungen zahlbares Lösegeld für die Entschlüsselung gefordert. Nefedow soll die Angriffsziele bestimmt sowie Mitarbeiter rekrutiert und mit Aufgaben betraut haben. Außerdem soll er an Lösegeldverhandlungen teilgenommen haben und die erpressten Lösegelder an die Mitarbeiter ausgezahlt haben. Die Black-Basta- oder einfach Basta-Gruppe soll für die Erpressung von mehr als 100 Unternehmen in Deutschland und etwa 600 Unternehmen weltweit verantwortlich sein.

„Basta-Leaks“ Am 11. Januar 2025 gründete ein Unbekannter eine Telegram-Gruppe mit dem Namen („Basta-Geflüster“) und stellte eine Serie von internen Chats der Basta-Gruppe aus verschiedenen Chatrooms auf Telegram ins Netz. Die Leaks umfassten ungefähr 200.000 Botschaften, die zwischen dem 18. September 2023 und dem 28. September 2024 ausgetauscht worden waren, und gaben einen vertieften Einblick in die Strukturen der Gruppe. Zu seiner Motivation erklärte der Unbekannte, dass der Leiter der Basta-Gruppe eine „rote Linie überschritten“ habe, indem er die Cyber-Attacken auch auf russische Banken ausgedehnt habe. Am 5. März 2025 veröffentlichte er weitere Informationen, die Nefedow als mutmaßlichen Leiter der Gruppe identifizierten. Diese Informationen wurden später unabhängig verifiziert. Die hochprofessionelle Arbeitsweise der Gruppe und das systematische Vorgehen bei der Identifizierung potentieller Opfer wurde deutlich. Allerdings wurde auch klar, dass es offensichtlich interne Konflikte zu geben schien, die die Funktionalität der Gruppe beeinträchtigten. In den veröffentlichten Informationen wurde behauptet, dass Nefedow enge Kontakte zu den russischen Geheimdiensten (FSB und GRU) und zu hochrangigen Politikern habe. Etwa eine Woche später, am 13. März 2025, wurde der „Basta-Geflüster“-Telegram-Kanal gelöscht. Die wesentlichen Informationen daraus waren jedoch durch die Cybersicherheitsfirma Hudson Rock bereits extrahiert worden.

Bei seinen mutmaßlichen Aktivitäten als Cyberkrimineller soll Nefedow verschiedene Pseudonyme genutzt haben, darunter tramp, tr, gg, AA, kurva, Washingt0n und S.Jimmi.

Vorübergehende Verhaftung in Armenien 2024 Als Aufenthaltsort von Nefedow wird Russland vermutet (2026). Offensichtlich hat er in der Vergangenheit aber auch das Ausland bereist. Am 21. Juni 2024 gegen 11 Uhr wurde er in Armenien verhaftet, da er von US-amerikanischen Behörden wegen betrügerischer Geldtransaktionen zur Fahndung ausgeschrieben war. Am Folgetag stellte der zuständige Staatsanwalt einen Antrag auf einen Haftbefehl. Die Zeitverzögerung zwischen der Verhaftung und dem Antrag war nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch den notwendigen Schriftverkehr, die administrativen Vorgänge und das Übersetzen von Dokumenten bedingt. Das zuständige Gericht setzte den Termin zur Verhandlung über diesen Antrag auf den 24. Juni 2024 um 10:00 Uhr an. Da nach armenischem Recht ein Festgenommener nur maximal 72 Stunden ohne Haftbefehl festgehalten werden darf, musste Nefedow nach Ablauf dieser Frist und kurz vor Verhandlungsbeginn wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Er verschwand danach aus dem Gerichtsgebäude und aus dem Blickfeld der armenischen Behörden. Dazu passend war der Benutzer mit dem Pseudonym gg in der Zeit vom 21. Juni 2024 bis 2. Juli 2024 inaktiv.

Weblinks Fahndungsaufruf des deutschen Bundeskriminalamts Fahndungsseite bei EUROPOL

Einzelnachweise

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