Dorothea Christiansen (geboren 22. August 1882 in Hamburg; gestorben 11. Mai 1967 ebenda) war eine deutsche Pädagogin und die erste Hamburger Schulrätin.
Leben Dorothea Christiansen wurde am 22. August 1882 in Hamburg geboren und besuchte nach ihrer Schulausbildung das Hamburger Lehrerinnen-Seminar. Von 1901 bis 1923 unterrichtete sie an der Volksschule für Mädchen in der Methfesselstraße 28. Nachdem ab 1919 den Lehrern und Lehrerinnen durch eine Schulreform ermöglicht worden war, eine Selbstverwaltung einzurichten, wurde Dorothea Christiansen in jenem Jahr zur Schulleiterin gewählt. In den folgenden Jahren engagierte sie sich für Schulreformen und wurde schließlich von der Schulbehörde 1923 zur Schulrätin ernannt. Sie war die erste Schulrätin von Hamburg.
Diese Funktion hatte sie von 1923 bis 1933 inne. Ihre Arbeit als Schulrätin wurde gelobt und gewürdigt, so schrieb Henny Wiepking über sie: „Nach außen wurde ihr Name wenig genannt, als sie diese gehobene Stellung innehatte. So bewährte sich für ihre Freunde die Lebenserfahrung: Das sind die besten Frauen, über die nicht viel geredet wird. Im Verkehr mit ihr, spürte man ihre innige Anteilnahme an alle an sie herangetragenen Nöte. In keinem Fall, wo sie um Rat und Hilfe angerufen wurde, versagte sie. In allen ihren Handlungen lebte der soziale Geist, der Geist der Menschenliebe, der Geist der Menschenwürde. So genoss sie bei ihren Kollegen und Kolleginnen ein hohes Vertrauen.“ In der Zeit, in der sie als Schulrätin tätig war, wurden viele Neuerungen im Hamburger Schulwesen umgesetzt. Es wurde eine vierjährige Grundschule für alle Kinder eingerichtet, in 50 Volksschulen wurde Fremdsprachenunterricht eingeführt und die Abschaffung des Schulgeldes und der Lehrmittelbeiträge beschlossen.
mini|hochkant|Grabstein von Dorothea Christiansen im Garten der Frauen Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Dorothea Christiansen wegen "politischer Unzuverlässigkeit" zwangspensioniert und sie kümmerte sich um einsame Menschen und kinderreiche Familien. Ihre Devise lautete: "Sparen, für wen? Mit warmer Hand weggeben, ist mein Grundsatz."
Dorothea Christiansen starb am 11. Mai 1967 in Hamburg. Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet und ihr Grabstein befindet sich im Garten der Frauen.
Einzelnachweise
Weblinks Dorothea Christiansen Eintrag auf der Seite Garten der Frauen
Kategorie:Schulleiter (Hamburg) Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Lehrerfunktionär Kategorie:Geehrte des Projekts Garten der Frauen Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Frau