mini|Martha Chen 2011 Martha Alter Chen (* 9. Februar 1944CURRICULUM VITAE OF MARTY CHEN, harvard.edu, abgerufen am 18. Januar 2026) ist eine US-amerikanische Hochschullehrerin und praktische Entwicklungshelferin.
Sie spezialisierte sich akademisch auf den Informellen Sektor und erhielt 2011 mit dem Padma Shri den vierthöchsten zivilen Orden der Indischen Regierung und 2012 die Ehrung mit dem Friend of Bangladesh Liberation War Honour der Regierung Bangladeschs.
Werdegang Martha Alter wuchs als Tochter amerikanischer Missionare in Indien auf, als sich im Land über 90 Prozent der Beschäftigung im informellen Bereich abspielte, die Schattenwirtschaft also etwas vollkommen Normales war. Erst als sie mit 17 Jahren für ihr Studium in die USA zog, stellte sie “irritiert” fest, dass unter Mainstream-Ökonomen das informelle Wirtschaften als grundsätzlich schlecht, wenn nicht gar als illegal, kriminell oder unproduktiv eingeschätzt wurde.Thomas Fuster: Licht spenden für die Arbeit im Schatten, NZZ, 18. Dezember 2017, S. 19 Sie beendete ihr Studium 1989 mit dem Ph.D. der Fakultät des Studiums der Südasiatischen Regionen der University of Pennsylvania in Philadelphia. In dieser Zeit lernte sie ihren künftigen Ehemann Lincoln Chen kennen.Patricia M. Carey: , concoll.edu, Connecticut College Magazine, 2013
Martha Alter Chen arbeitete ab 1970 während zweier Jahrzehnte als Entwicklungshelferin in Bangladesch und Indien. Sie erlebte dort den Zyklon in Ostpakistan 1970 und den Bangladesch-Krieg, daraus ergab sich ein Engagement in der weltweit größten NGO, dem Bangladesh Rural Advancement Committee (BRAC). In Indien arbeitete sie für Oxfam.
1987 wechselte sie nach Harvard und dozierte und forschte an der Harvard Kennedy School. Mit Gleichgesinnten gründete sie 1997 WIEGO (Women in Informal Employment: Globalizing and Organizing). Laut Chen erzeuge die globalisierte Wirtschaft primär informelle Stellen; diese seien für über 60 % der weltweiten Beschäftigung verantwortlich. Als Zwischenkategorie nannte sie die «abhängigen Auftragnehmer» wie Uber-Taxifahrer oder jene Heimarbeiter, die für Großkonzerne elektronische Teile zusammenbauen. In den Ausführungen Hernando de Sotos, welcher den informellen Sektor ebenfalls erforschte und der den Schlüssel zum Erfolg in Eigentumsrechten sieht, deren Besitz produktiv eingesetzt werden könne, fehlt für Chen die Berücksichtigung des Öffentlichen Raums, ohne welchen viele Ware nicht verkauft werden könne.
Werke The Progress of the World’s Women 2005: Women, Work and Poverty (mit Joann Vanek, Francie Lund, James Heintz, Renana Jhabvala und Chris Bonner) Mainstreaming Informal Employment and Gender in Poverty Reduction (mit Marilyn Carr und Joann Vanek) Women and Men in the Informal Economy: A Statistical Picture (mit Joann Vanek u. a.) Perpetual Mourning: Widowhood in Rural India, Oxford University Press, 2001, ISBN 978-0195648850 A Quiet Revolution: Women in Transition in Rural Bangladesh, Schenkman Pub Co, 1983, ISBN 978-0870734533
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