mini|hochkant|Serge Lepeltier (2008) Serge Lepeltier (* 12. Oktober 1953 in Le Veurdre, Département Allier) ist ein französischer Politiker (RPR, UMP, UDI). Er war von 1995 bis 2004 und erneut von 2005 bis 2014 Bürgermeister von Bourges, von 1998 bis 2004 Mitglied des französischen Senats sowie von März 2004 bis Juni 2005 Umweltminister Frankreichs.

Leben Lepeltier absolvierte ein Studium an der Wirtschaftshochschule HEC Paris. Danach arbeitete er zunächst für ein Versandhandelsunternehmen, bevor er 1986 die Leitung des familieneigenen Bauunternehmens übernahm. Von 1991 bis 1993 war er Funktionär beim französischen Bauunternehmerverband Fédération nationale du Bâtiment.Thierry Devige-Stewart: Serge Lepeltier, nouveau ministre de l'Ecologie et du développement durable, Le Moniteur, 1. April 2004.

Als Mitglied des gaullistischen Rassemblement pour la République (RPR) begann Lepeltier seine politische Karriere auf kommunaler und regionaler Ebene: Von 1989 bis 1995 war er Mitglied des Gemeinderats der Stadt Bourges, von 1992 bis 1994 Mitglied des Regionalrats der Region Centre. Beim Erdrutschsieg der Mitte-rechts-Parteien bei der Parlamentswahl 1993 wurde Lepeltier als Abgeordneter des 3. Wahlkreises des Départements Cher in die Nationalversammlung gewählt. Als Wahlkreisabgeordneter löste er den sozialistischen Politiker und ehemaligen Eiskunstläufer Alain Calmat ab. Daneben vertrat er von 1994 bis 1995 den Kanton Bourges-2 im Generalrat des Départements Cher.

Bei der Kommunalwahl in Bourges 1995 setzte sich Lepeltier gegen den Amtsinhaber Jean-Claude Sandrier von der Kommunistischen Partei durch und wurde zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Am 27. September 1998 wurde er zum Senator für das Département Cher gewählt (Bürgermeisteramt und Parlamentsmandat waren damals kombinierbar). Bei der Kommunalwahl 2001 wurde er für eine weitere Amtszeit als Bürgermeister von Bourges bestätigt. Zusätzlich zu seinem Amt als Bürgermeister war er von 2002 bis 2008 Vorsitzender des Gemeindeverbandes Communauté d’agglomération Bourges Plus, zu dem sich die Stadt Bourges und umliegende Gemeinden zusammengeschlossen haben.

Lepeltier, der als Vertrauter des RPR-Gründers und Staatspräsidenten Jacques Chirac galt, wurde 2001 zum Generalsekretär der Partei ernannt. Nach dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl im April 2002, bei welcher Chirac zwar auf den ersten Platz kam, aber nur einen enttäuschenden Stimmenanteil auf sich vereinte, trat die Parteivorsitzende Michèle Alliot-Marie zurück und Lepeltier übernahm als Generalsekretär die interimistische Leitung der Partei. Diese schloss sich gleichzeitig mit kleineren Mitte-rechts-Parteien, die Chiracs zweite Präsidentschaft unterstützten, zum Wahlbündnis Union pour la majorité présidentielle (UMP) zusammen, das die Parlamentswahl im Juni desselben Jahres gewann. Das Bündnis erstarkte im November 2002 zur Sammlungspartei Union pour un mouvement populaire (ebenfalls UMP abgekürzt), zu deren Gunsten sich das RPR auflöste. Anschließend war Lepeltier Vorstandsmitglied und stellvertretender Generalsekretär der UMP, zuständig für die Verbände auf Départementebene. Ab 2003 war er Mitglied im Beirat der Nationalen Beobachtungsstelle für die Auswirkungen der Klimaerwärmung (Observatoire national sur les effets du réchauffement climatique, ONERC).

Am 31. März 2004 kündigte die Regierung von Jean-Pierre Raffarin aufgrund massiver Verluste bei den Regionalwahlen eine Kabinettsumbildung an. Die bisherige Ministerin für Umwelt und nachhaltige Entwicklung Roselyne Bachelot wurde entlassen und Serge Lepeltier zu ihrem Nachfolger im Kabinett Raffarin III ernannt.Raffarin nombra a Sarkozy al frente del Ministerio de Economía en el nuevo Gobierno francés Sein Mandat als Senator legte er dafür nieder, da es nicht mit einem Regierungsamt kompatibel war. Während seiner Amtszeit verabschiedete das französische Parlament im Juni 2004 die Umweltcharta als Gesetz mit Verfassungsrang.Die Umweltcharta, Présidence de la République, Stand 15. Dezember 2022. Mit der Ablösung des Premierministers Raffarin durch Dominique de Villepin im Mai 2005 schied auch Lepeltier aus der Regierung aus, seine Nachfolgerin als Umweltministerin war Nelly Olin.

Nach seinem Ausscheiden aus der nationalen Politik wurde Lepeltier im Juni 2005 wieder zum Bürgermeister von Bourges gewählt. In dieser Zeit trat er der Kleinpartei Parti Radical bei, die damals eine assoziierte Partei der UMP war. Bei der Kommunalwahl 2008 wurde er als Bürgermeister bestätigt. Bei der Regionalwahl 2010 war Lepeltier Spitzenkandidat der Mitte-rechts-Liste im Département Cher und wurde erneut in den Regionalrat von Centre gewählt, aus dem er jedoch im Folgejahr wieder ausschied. Gegen Ende der Präsidentschaft Nicolas Sarkozys löste die Parti radical 2011 ihre Verbindung mit der UMP und bildete stattdessen mit anderen kleinen Parteien der bürgerlichen Mitte das Bündnis Union des démocrates et indépendants (UDI), dem auch Lepeltier anschließend angehörte. Bei der Kommunalwahl 2014 trat Lepeltier nicht mehr an,Laurence Agatensi: Serge Lepeltier ne se représentera pas aux municipales à Bourges en 2014, France 3 Centre–Val de Loire, 22. März 2013. sein Parteikollege und Wunschnachfolger Pascal Blanc wurde zum neuen Bürgermeister gewählt.L’ancien maire de Bourges, Serge Lepeltier (UDI), évoque sa vie après la municipalité. In: Le Berry Républicain, 9. Oktober 2014. Zur Präsidentschaftswahl 2017 erklärte Lepeltier – entgegen der Parteilinie der UDI – seine Unterstützung für Emmanuel Macron.Présidentielle 2017: Macron reçoit le soutien d'un ancien ministre de droite. In: L’Express.fr, 6. Januar 2017.

Einzelnachweise

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