Hedwig Wanda Anna Berta Marie von Brandenstein (geboren 13. Juni 1886 in Harburg an der Elbe; gestorben 30. Mai 1974 Hamburg) war eine Hamburger Ärztin. Sie war eine der ersten niedergelassenen Ärztinnen in Hamburg.

Herkunft Hedwig von Brandenstein wurde am 13. Juni 1886 in Harburg an der Elbe geboren und entstammte dem Adelsgeschlecht von Brandenstein. Ihr Vater Wolf von Brandenstein (1839–1919) war preußischer Oberstleutnant. Nach dem Tod seiner ersten Frau Dorothea von Owstien (1847–1875), mit der er drei gemeinsame Kinder hatte, heiratete er 1877 Therese von Katzler. Dieses Paar bekam acht weitere Kinder, wobei Hedwig das jüngste war. Zu ihren drei älteren Halbgeschwistern zählte der Offizier Hans von Brandenstein (1870–1950), zuletzt Generalleutnant der Reichswehr. Ihre Tante Elisabeth (1841–1879) war mit dem württembergischen General der Infanterie Gustav von Brandenstein (1830–1905) verheiratet, deren jüngere Schwester Helene (1847–1934) mit dem konservativen preußischen Politiker Otto von Manteuffel (1844–1913).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1901. Jg. 2, Justus Perthes, Gotha, 1900–11, S. 135 ff. (Digitalisat).

Leben Hedwig von Brandenstein besuchte das Internat Stift Heiligengrabe in der Mark Brandenburg. Danach bekam sie Privatunterricht in Halle und legte am Realgymnasium Erfurt 1905 das Abitur ab. Ihr Medizinstudium absolvierte sie in zehn Semestern in Straßburg, Freiburg, Straßburg, Heidelberg, Berlin und Heidelberg. Dort legte sie im Mai 1910 das Staatsexamen ab. Es war für sie als Frau nicht leicht, diesen Weg zu gehen. So musste sie die Erlaubnis jedes einzelnen Professors für den Besuch seiner Vorlesungen einholen. Diese wurde ihr oft nicht gewährt. Als Medizinalpraktikantin arbeitete sie an der Universitätspoliklinik in Heidelberg und an der Universitäts-Frauenklinik in Halle. Von Brandenstein promovierte 1911 in Heidelberg zum Dr. med. und erhielt 1911 auch ihre Approbation.

Sie arbeitete von Oktober 1911 bis September 1912 als Ärztin an der Universitäts-Kinderklinik Greifswald und ab 1913 als Ärztin am Virchow-Krankenhaus in Berlin. Von September 1913 bis September 1914 war sie als Hilfsärztin am Waisenhaus in Berlin tätig. 1914 zog sie nach Hamburg und arbeitete von 1914 bis 1918 als Assistentin am Institut für Geburtshilfe Hamburg. Sie ließ sich 1917 in Hamburg als Ärztin nieder und führte ihre Praxis bis 1961.

Ab 1924 war sie in der Kleinkinder- und Säuglingsberatung tätig und von 1919 bis 1951 Postvertrauensärztin. Sie war 47 Jahre als Hausärztin und 40 Jahre als Geburtshelferin tätig und gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg mehreren Ausschüssen der Ärztekammer Hamburg an. Sie war Mitglied im Hartmannbund und darin ab 1949 Vorstandsmitglied, gehörte dem Deutschen Akademikerinnenbund an, auch da war sie Vorstandsmitglied. Nach 1945 gehörte sie dem Deutschen Ärztinnenbund an. Während der Weimarer Republik war sie Mitglied der Deutschen Volkspartei, zur Zeit des Nationalsozialismus gehörte sie keinen NS-Organisationen an.Biografien-Datenbank: Frauen aus Hamburg

Hedwig von Brandenstein kannte Helene Börner und Elise Herrmann vom Studium und sie waren lange Jahre über befreundet. Hedwig von Brandenstein starb am 30. Mai 1974 in Hamburg. Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet und ihr Grabstein befindet sich im Garten der Frauen.

Einzelnachweise

Weblinks Hedwig von Brandenstein Eintrag auf der Seite Garten der Frauen Hedwig von Brandenstein auf charite.de

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