Die Linienchronik der Strassenbahn Zürich umfasst alle ehemaligen und aktuellen Linien des Zürcher Tramnetzes sowie die in deren Nummernsystem integrierten Bergbahnen im Stadtgebiet. Pro Linie werden im Tabellenkopf die Veränderungen der Liniensignale abgebildet sowie innerhalb der Tabelle die unterschiedlichen Streckenführungen. Rechts dieser Tabelle kann der aktuelle Streckenverlauf grafisch und schematisch über das Ausklappen des aktuellen Haltestellenplans angezeigt werden.
Streckenanpassungen Alle bestehenden Linien haben ihren ursprünglichen Linienverlauf teilweise mehrfach verändert. Die Linie 1 war mal im Einsatz, die Nummer wurde aber bis jetzt nicht mehr vergeben. Die Einführung der Linie 16 war zweimal geplant, wurde aber nie als reguläre Linie realisiert. Neue Linieneinführungen oder Streckenänderungen bei Tramlinien finden in der Regel nicht so häufig statt wie bei den Autobus- oder Trolleybuslinien. Vereinzelt kommt es auch nur zu Namensanpassungen bei Haltestellen, so wurde beispielsweise 2023 aus der Haltestelle Schörlistrasse die Haltestelle Ueberlandpark.
Die grösste Streckenanpassung der VBZ-Geschichte fand am 14. Dezember 2025 statt. 10 von insgesamt 14 Tramlinien fahren teilweise auf anderen Strecken oder werden durch die sogenannten Bau-Linien 50 und 51 ersetzt.
Streckenanpassungen finden in der Regel jährlich jeweils zum europäischen Fahrplanwechsel am zweiten Sonntag im Dezember statt. Diese sind dann schweizweit mit allen öffentlichen Verkehrsunternehmen abgestimmt.
Wagenfarben mini|hochkant=1.1|Historische Tramwagen vor dem Depot Wartau
Ab 1882 wurden die verschiedenen Rösslitramwagen unterschiedlich lackiert. Je nachdem welche Strecke sie befuhren, wurden braune, graue, gelbe (Lisebethli) oder grüne (Oerliker Tram) Wagen eingesetzt.
Die unterschiedlich lackierten Wagen standen einem flexiblen und rationellen Fahrzeugeinsatz im Weg. Mit Einführung der Liniensignale wurden die Zürcher Trams unterhalb der Fensterfront blau, der Rest weiss lackiert. Ausnahmen von dieser Lackierung haben die sogenannten Sonder- und Werbetrams.
Mit Einführung der Glatttalbahn im Jahre 2010 wurden diese Trams zur Unterscheidung anders lackiert. Sie sind komplett weiss mit einem schmalen blauen Streifen unterhalb der Fensterfront lackiert.
Liniensignal mini|hochkant=1.1|Vorgeschlagene Hieroglyphen, die aber nie zum Einsatz kamen
Vor der Einführung der Liniennummern hatten die sogenannten Rösslitrams geografische Benennungen. So sprach man von der Aussersihler oder Riesbacher Linie.
1898 gab es vom damaligen Strassenbahnverwalter Peter Schenker den Vorschlag, verschiedene Hierogylphen zu verwenden, die so beispielsweise auch in Wien in Gebrauch waren. Dies hätte den Vorteil gehabt, dass auch Analphabeten damit zurechtgekommen wären. Ortsfremde hätten aber mit diesen Zeichen nichts anfangen können und ein neues System wurde gesucht. Für interne Zwecke wurden die Linien mit römischen Zahlen unterschieden.
Ab 1900 wurden nach Berliner Vorbild das erste Mal farbige Routentafeln mit der jeweiligen Linienkennfarbe eingesetzt. Es waren dies Weiss, Grün, Rot, Gelb und Violett.
Mit dem fortschreitenden Netzausbau sprang auch Zürich 1905/1906 auf den Zug des Zahlensystems auf und entdeckte damit die Vorteile: nicht nur als Orientierung für die Fahrgäste, auch für die eigene Administration. Die Tramlinien wurden fortlaufend nummeriert. Die sechs Farben blieben aber trotzdem bestehen.
Mit dem wachsenden Liniennetz kamen 1908 Braun und 1909 Schwarz hinzu.
In den Jahren 1914 und 1915 gab es Bestrebungen, die Linienfarben gänzlich aufzugeben, wie das in den meisten anderen Städten geschehen war. Doch die grosse Popularitat bei den Fahrgästen verhinderte dies.
Ab 1915 wurden für die einstelligen Nummern runde Tafeln, für zweistellige Nummern eckige Tafeln verwendet.
Ab 1959 mit Einführung des Wagentyps Karpfen, der die Nummer an Front und Heck auf einer Rollbandanzeige führte, verschwanden die runden Tafeln.
1977 kamen für die Linien 8, 10 und 14 neue Farben hinzu. 1986 bekam die Linie 6 eine neue Farbe. 2012 kam mit der Linie 17 die letzte neue Linienfarbe hinzu.
Private Vorgängerbetriebe Zürcher Strassenbahn-Aktiengesellschaft (ZStG) mini|hochkant=1.1|«Rösslitram» im Seefeld, 1900
Riesbacher Linie – Braun, grau und grün gestrichene Wagen5. September 1882 Wildbachstrasse (Tiefenbrunnen/Hornegg) – Hauptbahnhof (Bahnhof) – Paradeplatz24. September 1882 Wildbachstrasse – Hauptbahnhof – Paradeplatz – Brunaustrasse (Stockgasse)15. März 1894 Bahnhof Tiefenbrunnen – Hauptbahnhof – Paradeplatz – Brunaustrasse (Inbetriebnahme der Rechtsufrige Zürichseebahn)1. Januar 1897 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)1900 Umbau von 1,44 m auf Meterspur und elektrischer Betrieb, Umbenennung in weisse Linie
Aussersihler Linie – Gelb gestrichene Wagen28. September 1882 Helmhaus – Paradeplatz – Zypressenstrasse (Friedhof Sihlfeld)1. Januar 1897 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)1900 Umbau von 1,44 m auf Meterspur und elektrischer Betrieb, Umbenennung in gelbe bzw. rote Linie
Elektrische Strassenbahn Zürich (ESZ) Grau gestrichene Wagen8. März 1894 Burgwies – Kreuzplatz – Bellevue – Kunsthaus Zürich (Pfauen) – Römerhof – Kreuzplatz1. Juli 1896 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)1900 Umbenennung in rote bzw. grüne Linie
Zentrale Zürichbergbahn (ZZB) mini|hochkant=1.1|Zentrale Zürichbergbahn
Gelb gestrichene Wagen16. Februar 1895 Bellevue – Platte – Kirche Fluntern1. November 1895 Zweiglinie Platte – Tannenstrasse (Bergstation Polybahn) – Rigiplatz1. August 1896 Kirche Fluntern – Platte – Bellevue (Aufhebung Bedienung Tannenstrasse)14. Januar 1899 Kirche Fluntern – Platte – Bellevue – Paradeplatz4. April 1901 Verlängerung bis Seilbahn Rigiblick (Seilbahn Rigiviertel) und Inbetriebnahme der Seilbahn.1. Januar 1906 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ), Umbenennung in gelbe Linie, später Linie 5
Strassenbahn Zürich – Oerlikon – Seebach (ZOS) mini|hochkant=1.1|Strassenbahn Zürich – Oerlikon – Seebach
Grün gestrichene Wagen22. Oktober 1897 Central (Leonhardplatz) – Oerlikon // – Seebach31. Mai 1906 Eröffnung der Zweiglinie Sternen Oerlikon – Schwamendingen29. August 1908 Verlängerung Seebach – Glattbrugg8. Januar 1909 Verlängerung bis Bahnhof Oerlikon15. Oktober 1919 Wenden in Zürich über Central – Bahnhofquai – Stampfenbachplatz (Schleifenbetrieb über die Walchebrücke)20. Januar 1922 Direkter Kurs Zürich – Seebach ohne Umsteigen in Oerlikon1. Mai 1931 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)Seebach – Hauptbahnhof neu Linie 14Oerlikon – Hauptbahnhof neu Linie 23Oerlikon – Schwamendingen neu Linie DSeebach – Glattbrugg Umstellung auf Busbetrieb
Industriequartier-Strassenbahn (IStB) mini|hochkant=1.1|Industriequartier-Strassenbahn
Hellblau gestrichene Wagen24. April 1898 Bahnhofquai – Escher-Wyss-Platz (Hardstrasse)1. April 1903 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)Linie Industriequartier, später violette Linie
Strassenbahn Zürich – Höngg (Z–H) mini|hochkant=1.1|Strassenbahn Zürich – Höngg
Gelb gestrichene Wagen27. August 1898 Wartau (Höngg) – Escher-Wyss-Platz (Betriebsführung durch Industriequartier–Strassenbahn)30. September 1900 Übernahme der Betriebsführung in eigener Regie1. November 1907 Wartau – Escher-Wyss-Platz – Hauptbahnhof1. Januar 1913 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ) sowie Übergang der Teilstrecke Escher-Wyss-Platz – Grenzstein (Stadtgrenze) in städtisches Eigentum1. Februar 1913 Neue Linie 21 später Linie 111. Januar 1924 Eigentumsübertragung der Teilstrecke Grenzstein (Stadtgrenze) – Wartau an die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)
Limmattal-Strassenbahn (LDB, «Lisebethli») mini|hochkant=1.1|«Lisebethli»
Gelb gestrichene Wagen20. Dezember 1900 Letzigrund (Letzigraben) – Farbhof – // Schlieren – Dietikon7. April 1901 Eröffnung Zweiglinie Schlieren – Unterengstringen – Weiningen1. Mai 1902 Durchlaufende Wagen bis Marienstrasse (zwischen Lochergut und Kalkbreite)im Gegenenzug StStZ-Wagen zwischen Marienstrasse und AltstettenApril 1904 Wegfall des Umsteigens beim Farbhof22. April 1927 Verlängerung bis Hauptbahnhof31. Januar 1928 Einstellung des Teilstücks Schlieren – Dietikon, Ersatz durch Autobus1. Mai 1931 Einstellung des Teilstücks Schlieren – Weiningen, Ersatz durch AutobusÜbernahme des Teilstücks Farbhof – Schlieren durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ) als Linie 15
Albisgütlibahn (AGB) mini|hochkant=1.1|Ehemaliger Triebwagen der Albisgütlibahn in den Farben der Innsbrucker Strassenbahn
Hellblau gestrichene Wagen28. Juni 1907 Bahnübergang Giesshübel (bei Sihlcity) – Albisgüetli (heute: Strassenverkehrsamt) 1. April 1908 Tunnelstrasse – Albisgüetli1. April 1908 bis 30. Oktober 1908 an den Betriebstaben direkte Wagen ab Tunnelstrasse als Linie 1ab 1. November 1908 als Linie 7ab 14. Juli 1924 wieder Linie 11908 Einstellung des Betriebes in den Winterperiode1913 Betrieb nur noch an Samstagnachmittagen und Sonntagen im Sommerab 21. August 1914 eingestellt (Kriegsfahrplan) Betrieb nur noch an Sonntagen im Sommerhalbjahr1. Juni 1925 Übernahme durch die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ)
Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ) Bezeichnung nach Namen Linien Hottingen und Hirslanden1. Juli 1896 Burgwies – Bellevue – Kunsthaus (Pfauen) – Römerhof – Kreuzplatz 14. Januar 1899 Einführung zwei neuer Linien:Burgwies – ParadeplatzBahnhof Enge – Kunsthaus – Römerhof – Kreuzplatz – Kunsthaus – Römerhof – Kreuzplatz – Kunsthaus – Central (Leonhardplatz)1900 Teil der roten bzw. grünen Linie
Linien Riesbach und Aussersihl1. Januar 1897 Bahnhof Tiefenbrunnen – Hauptbahnhof – Brunaustrasse (Stockgasse)Helmhaus – Paradeplatz – Zypressenstrasse (FriedhofSihlfeld)August – 4. Oktober 1900 Umbau auf Schmalspur (Meterspur) und elektrischen Betrieb6. Oktober 1900 Zweiglinie Tunnelstrasse – Sihlcity Nord (Utobrücke)25. Oktober 1900 Verlängerung bis Morgental20. Dezember 1900 Verlängerung bis Letzigrund (Hardau/Letzigraben)1900 Teil der gelben, weissen und roten Linie
Linie Wiedikon24. Dezember 1898 Hauptbahnhof – Bahnhof Wiedikon – // Talwiesenstrasse (Heuried)1900 Grüne Linie Linie Industriequartier1. April 1903 Hauptbahnhof – Escher-Wyss-Platz (Hardstrasse)1903 Violette Linie
Bezeichnung nach Farben Weisse Linie1900 Tiefenbrunnen – Hauptbahnhof – Tunnelstrasse – // Morgental – Tunnelstrasse – Sihlcity Nord (Utobrücke) 1905/1906 Line 1
Grüne Linie1900 Talwiesenstrasse (Heuried) – Bahnhof Wiedikon (Freyastrasse) – Hauptbahnhof – Kunsthaus – Kreuzplatz – Römerhof – Kunsthaus – Bellevue – Bahnhof Enge (alter Bahnhof)1906 Line 3
Rote Linie1900 Burgwies – Bellevue – Paradeplatz – Marienstrasse – // Letzigrund (Hardau)1. Mai 1902 Burgwies – Bellevue – Paradeplatz – Marienstrasse – // Letzigrund (Hardau) – Lindenplatz1906 Line 2
Gelbe Linie1. Januar 1900 Helmhaus – Paradeplatz (über Münsterbrücke) 1. April 1902 Helmhaus – Paradeplatz (nur noch von 11 bis 14 und von 16 bis 20 Uhr) 1. Mai 1902 Betrieb ganz eingestellt (ab 1910 Linie 8) 1. Januar 1906 Kirche Fluntern oder Seilbahn Rigiblick – Platte – Bellevue – Paradeplatz1906 Linie 59. Oktober 1906 Hauptbahnhof – ETH/Universitätsspital (Tannnenstrasse)1906 Linie 6
Violette Linie1. November 1903 Hauptbahnhof – Escher-Wyss-Platz (Hardstrasse)1906 Linie 4
Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) Linie 1 mini|hochkant=1.1|Linie 1