Wilhelm Roeßler (* 19. Dezember 1910 in Duisburg; † 30. Januar 2002 in Bochum) war ein deutscher Pädagoge, Soziologe und Hochschullehrer.Manfred Heinemann: Wilhelm Roeßler †. In: Rundbrief der Sektion Historische Bildungsforschung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Brief 1 (Juni 2002), S. 4–6 (mit allen biografischen Daten).

Leben und Wirken Wilhelm Roeßler studierte Germanistik, Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie an den Universitäten Leipzig, Tübingen und Bonn und absolvierte 1938 bzw. 1940 die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst. Während des Zweiten Weltkriegs war er Soldat und promovierte zwischenzeitlich 1942 an der Universität Bonn. Zunächst war er als Gymnasiallehrer in Bonn tätig und von 1950 bis 1957 Fachleiter am dortigen Studienseminar. Außerdem hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Bonn inne, aus dem 1957 eine hauptamtliche Dozentur wurde. Nach seiner Habilitation 1962 wurde er im Jahre 1964 auf eine ordentliche Professur für Sozialpsychologie an der neuen Ruhr-Universität Bochum berufen. Von 1971 bis 1980 war er Vorsitzender der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

Wilhelm Roeßler arbeitete vor allem über Jugendforschung und die Geschichte des deutschen Bildungswesens, außerdem über Sozialpädagogik und Sozialpsychologie.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Jugend im Erziehungsfeld. Haltung und Verhalten der deutschen Jugend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der westdeutschen Jugend der Gegenwart. Schwann, Düsseldorf 1957 (2. Aufl. 1962). Die Akzeleration als pädagogisches Problem. In: Bildung und Erziehung, Bd. 10 (1957), H. 8, S. 449–465. Aufgaben und Methoden pädagogischer Forschung. In: Bildung und Erziehung, Bd. 11 (1958), S. 129–148. Widersinn und Sinn der Verwendung des Wortes "Überbürdung". In: Bildung und Erziehung, Bd. 11 (1958), S. 705–725. Der Einfluß Hegels auf das Schulwesen des 19. Jahrhunderts. In: Josef Derbolav/Friedhelm Nicolin (Hrsg.): Erkenntnis und Verantwortung. Festschrift für Theodor Litt. Schwann, Düsseldorf 1960, S. 434–450. Kultur und Gewissen. Zum Vermächtnis Eduard Sprangers. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Jg. 1963, H. 44, S. 3–16. Die Entstehung des modernen Erziehungswesens in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 1961. Das allgemeinbildende Schulwesen im Sozialfeld der Gegenwart. In: Landesamt für Forschung / Jahrbuch, Bd. 5 (1967), S. 449–479. Sozialpsychologische Analyse der Sozialpädagogik. In: Bildung und Erziehung, Jg. 1968, H. 6, S. 401–420. Schichtenspezifische Sozialisation in der Weimarer Republik. In: Manfred Heinemann (Hrsg.): Sozialisation und Bildungswesen in der Weimarer Republik (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Bd. 1). Klett, Stuttgart 1976, S. 17–38. Pädagogik. In: Otto Brunner (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Bd. 4. Klett-Cotta, Stuttgart 1978, S. 623–648, ISBN 3-12-903880-9. (mit Herbert Viefhues): Medizinische Soziologie. Sinn und Aufgabe des ärztlichen Berufsstandes in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung für Studierende und Ärzte (= UTB, Bd. 530). Fischer, Stuttgart 1978, ISBN 3-437-00199-X. Bildung und Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland. Wege und Holzwege. In: Bildung und Erziehung, Bd. 34 (1981), H. 1, S. 3–19. Zur Geschichte des Begriffs "Sozialpädagogik". In: Heinrich Kanz (Hrsg.): Bildungsgeschichte als Sozialgeschichte. Festschrift zum 60. Geburtstag von Franz Pöggeler (= Erziehungsphilosophie, Bd. 8). Lang, Frankfurt/M. 1986, S. 203–216, ISBN 3-8204-9123-6.

Einzelnachweise

Kategorie:Erziehungswissenschaftler (20. Jahrhundert) Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Sozialpsychologe Kategorie:Hochschullehrer (Ruhr-Universität Bochum) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Mann