Die Klasse Q2 der Pennsylvania Railroad (PRR) war eine Baureihe vierzylindriger Einfachexpansions-Dampflokomotiven der Bauart Duplex mit der Achsfolge 2’BC(1a) für den schnellen und schweren Güterzugdienst, die 1944 und 1945 in den Juniata Shops der bahneigenen Altoona Works in 26 Exemplaren gebaut, bis 1951 ausgemustert und bis 1956 vollständig zerlegt wurde. Sie waren mit einer Dienstmasse von 280,82 t die schwersten Einrahmenlokomotiven der Welt, sofern man die Dampfturbinenlokomotiven der C&O-Klasse M-1 und der N&W-Klasse TE1 nicht als solche bezeichnet, und besaßen mit 5956 kW die höchste indizierte Leistung, die jemals bei einer Dampflokomotive gemessen wurde.
Geschichte Die steigenden Zugmassen erforderten immer größere Leistungen und immer höhere Zugkräfte. Um die Triebwerkskomponenten nicht übermäßig massiv ausführen zu müssen, erhielten die Lokomotiven der Bauart Duplex zwei Triebwerke mit jeweils zwei Zylindern in einem gemeinsamen Rahmen. Die erste Duplex-Lokomotive der Pennsylvania Railroad (PRR) war 1939 die der Klasse S1 mit der Achsfolge 3’BB3’. Ab 1942 folgten die Klassen T1 und Q1 mit den Achsfolgen 2’BB2’ und 2’CB(1a).
Aus der wenig erfolgreichen Klasse Q1 entwickelten die bahneigenen Altoona Works die Klasse Q2 mit der Achsfolge 2’BC(1a). Der für rund 429.000 USD in den Juniata Shops gebaute Prototyp mit der Fabriknummer 4527 wurde am 28. August 1944 unter der Betriebsnummer 6131 in Dienst gestellt. 25 Serienlokomotiven mit den Fabriknummern 4535 bis 4559 gingen zwischen dem 18. Januar und 27. Juni 1945 als 6175 bis 6199 in Betrieb. Im Gegensatz zu den anderen Duplex-Klassen der PRR kamen diese 26 Maschinen, die vorwiegend in der Western Region und Central Region verkehrten, fast ausschließlich vor Güterzügen zum Einsatz. Die Lokomotivschuppen in Chicago, Columbus, Crestline und Fort Wayne mussten eigens für die knapp 38 m langen Lokomotiven umgebaut werden.
Obwohl die Klasse Q2 allgemein als gelungen angesehen wurde, fiel sie durch ihren hohen Wasserverbrauch sowie unverhältnismäßige Instandhaltungskosten negativ auf. Letztere resultierten unter anderem aus der aufwendigen Triebwerkskonstruktion und Undichtigkeiten der Kesselnähte. Daher wurden sie frühzeitig durch die konventionellen 1’E2’-Maschinen der Klasse J1 und Diesellokomotiven ersetzt, bis 1951 ausgemustert und bis 1956 vollständig zerlegt.
Technik Mit der Achsfolge 2’BC(1a) besaßen die Duplex-Lokomotiven ein zweiachsiges Laufdrehgestell, fünf im Hauptrahmen gelagerte Kuppelradsätze in zwei Gruppen sowie ein zweiachsiges Delta-Schleppgestell mit einem Booster-Triebwerk am zweiten Schleppradsatz. Zeitgemäß verfügten sie über Integralgussrahmen, rollengelagerte Radsätze und Kuppelstangen, Stoker, Mischvorwärmer, Heißdampfregler und eine Druckluft-Umsteuerung. Der bauartbedingten hohen Schleuderneigung versuchte man mit einer automatischen Schleuderschutzeinrichtung, welche die Dampfzufuhr des schleudernden Triebwerks vermindert, entgegenzuwirken, was nur bedingt gelang. Der leistungsfähige, mit Thermosiphons ausgerüstete Verbrennungskammerkessel sollte auch für die Dampfturbinenlokomotive der Klasse V1 verwendet werden, die jedoch nie gebaut wurde. Obwohl sie für den Güterverkehr bestimmt war, erhielt die Q2 eine einfache Stromlinienverkleidung des Industriedesigners Raymond Loewy.
Die 6175 leistete im Februar 1945 auf dem Rollenprüfstand der Altoona Works 5956 kW bei 92 km/h, die höchste indizierte Leistung, die jemals bei einer Dampflokomotive gemessen wurde. Dabei verbrauchte sie stündlich 62,84 m³ Wasser und 11,34 t Steinkohle. Wenn überhaupt, wurde die Q2 allein durch die Gelenklokomotiven der Klasse H-8 der Chesapeake and Ohio Railway (C&O) übertroffen, deren indizierte Leistung jedoch nicht bekannt ist.
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Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Bauart Duplex Q2 Q2