Johanna Margaretha Alida „Jopie“ Roosenburg-Goudriaan (* 27. Mai 1913 in Rotterdam; † 13. Oktober 1996 in Eijsden) war eine niederländische Malerin. Sie besuchte in Rotterdam die Willem de Kooning Academie und eröffnete 1938 ein Atelier. Nachdem dieses 1940 bei den deutschen Bombenangriffen zerstört worden war, zog sie nach Kasteel Oost in Eijsden, wo sie den Bildhauer Teun Roosenburg heiratete und eine Künstlerkolonie leitete. Sie arbeitete vorwiegend mit Öl- und Aquarellfarben und bevorzugte Landschaften und Stillleben. 1975 wurde ihr der Jeanne-Oosting-Preis verliehen.

Leben Roosenburg-Goudriaan wurde am 27. Mai 1913 in Rotterdam geboren. Als Tochter des Reeders Albert Goudriaan zeigte sie schon früh Interesse an Kunst; sie lernte auch Klavier spielen, ein Hobby, das sie ihr Leben lang beibehielt. Sie schrieb sich an der Willem de Kooning Academie (Rotterdamer Kunstakademie - Academie van Beeldende Kunsten en Technische Wetenschappen) ein und schloss Freundschaften mit Künstlern wie Dick Elffers und Henk de Vos während sie bei Johannes Gerardus Heijberg, David Bautz und Herman Mees studierte. In ihrem Unterricht wurde großer Wert auf Realismus gelegt, sodass die „Keramik, die sie dort zeichnete, leicht zu zerbrechen war, aber kein bisschen Kunst darin steckte.“„Ze heeft er potten getekend, die kun je zo kapot stoten. Maar er is geen cent kunst bij.“ 1932 verbrachte sie ein Jahr an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie täglich zwei Stunden auf dem Akademieplatz malte.

1938 eröffnete Roosenburg-Goudriaan ihr eigenes Atelier am Wolfshoek in Rotterdam. Inspiriert von den figurativistischen Lehren ihres Rotterdamer Professors, ließ sie sich auch von den Werken Paul Cézannes, Paul Gauguins und Henri Matisses inspirieren. Während der deutschen Bombardierung 1940, wurde ihr Atelier zerstört und brannte drei Tage lang. Daraufhin beschloss sie, einen Neuanfang zu wagen und einen Stil zu entwickeln, der von den Konventionen ihrer Ausbildung abwich. Der Maler und Illustrator Nicolaas Wijnberg zitiert sie mit den Worten: „Das ist meine Chance, diese verdammte Akademie mit einem Schlag loszuwerden.“

Kasteel Oost 1941 reiste Roosenburg-Goudriaan nach Eijsden in Zuid-Limburg, an der Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien. Dort hatte sich im Schloss Oost unter der Leitung ihres Freundes Teun Roosenburg eine Künstlerkolonie entwickelt. Roosenburg suchte nach einer Möglichkeit, weiterhin arbeiten zu können, ohne sich bei der von den Nazis gegründeten Nederlandsche Kultuurkamer (Niederländische Kulturkammer) registrieren zu müssen. Sie begann umgehend, das Schloss zu dekorieren und schuf mehrere Wandgemälde – darunter eine Kopie eines Stilllebens von Picasso. Die beiden heirateten 1943. Während des Krieges gewährte das Paar zahlreichen Künstlern und Musikern Unterschlupf. 1957 kaufte das Paar das Schloss und restaurierte es anschließend. Sie hatten drei Kinder: Joost, Albert und Olivier. Die beiden Letztgenannten wurden ebenfalls Künstler.

Roosenburg-Goudriaan sammelte zahlreiche antike Möbelstücke und Puppen, die sie in ihrem Atelier verwendete. 1956 arbeitete sie gemeinsam mit der Künstlergemeinschaft von Schloss Oost an einer Reihe von Landschaftsbildern, die sie auf kleinen Booten malte und die Ansichten vom Meer aus zeigten; jedoch führte Seekrankheit dazu, dass dieses Projekt nur von kurzer Dauer war. Sie und Teun unternahmen ausgedehnte Reisen, und sie fertigte Aquarelle in Frankreich, Spanien, Marokko, Irland und Schottland an. Sie arbeitete auch mit Textilien und vollendete mehrere Wandteppiche, obwohl sie die Malerei bevorzugte.

Roosenburg-Goudriaans Werk zeichnet sich stilistisch durch breite Pinselstriche und überlappende Farbschichten aus, die das Limburgsch Dagblad als „kraftvoll und intensiv“ beschrieb, ohne dabei die Spontaneität der Kunst zu verlieren. Ihre bevorzugten Sujets waren Stillleben und Landschaften, insbesondere die Maas. Blau dominiert in ihren Landschaften, während ihre Interieurs von Rosa-, Gelb- und Weißtönen geprägt sind. Sie arbeitete hauptsächlich mit Ölfarben, schuf aber auch einige Aquarelle; eine Serie davon, die in den 1980er Jahren in Limburg entstand, während ihr Mann im Ausland war, war ausgesprochen abstrakt. Sie signierte ihre Werke mit JRG.

In Anerkennung ihres Schaffens erhielt Roosenburg-Goudriaan 1969 auf dem zweiten Salon Charleroi eine Bronzemedaille für zwei Gemälde von Interieurs. 1975 wurde ihr der Jeanne-Oosting-Preis verliehen, der fünf Jahre zuvor von Jeanne Bieruma Oosting gestiftet worden war. Mit Teun veranstaltete sie zahlreiche gemeinsame Ausstellungen; eine davon, die im April 1960 im Rathaus von Heerlen stattfand, umfasste mehr als dreißig ihrer Gemälde und dreißig seiner Skulpturen.

Tod Roosenburg-Goudriaan starb am 13. Oktober 1996 in ihrem Haus. Sie wurde in einem blauen Sarg beigesetzt.

Literatur

Einzelnachweise

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