mini|hochkant=1.6|Ansitz Grünewald in St. Justina Der Adelssitz Grünewald (auch Griennwaldt oder Grinnewaldt) in St. Justina in Bozen ist ein aus der Spätrenaissance stammender Ansitz bzw. Edelsitz in der ehemaligen Gemeinde Zwölfmalgreien, benachbart dem nahegelegenen Ansitz Waldgries.

Das Adelsprädikat der Familie der Freiherren von Elsasser zu Grünewald und Wunderegg geht auf den Namen und den Besitz dieses Ansitzes zurück. In seiner heutigen Form besteht der Ansitz seit dem 19. Jahrhundert, als er zum Besitz der Rittner Familie Wenter gehörte, die seine Erscheinungsform maßgeblich prägte.

Geschichte Der Ansitz wird als Hofstelle bereits 1226 urkundlich erwähnt, als Bischof Gerhard von Trient diese verpfänden ließ. Der nächste bekannte Besitzer war Airicus de St. Justina, der die Zins- und Abgabepflichten seines Hofes in einem Trienter Urbar aus dem Jahr 1240 bestätigte. Folglich erschienen im Jahr 1302 Ulricus de sancta Affra und Perchtoldus de St. Justina im Zusammenhang mit den Gütern von Grünewald. Im Jahr 1486 und 1487 besaß der Hauptmann und Rottmeister Ulrich Zwigkh die Güter und erweiterte diese, indem er ausgedehnte Weingärten rund um das Anwesen anlegen ließ. Am 27. Juni des Jahres 1546 verlieh Graf Christof von Brandis, Oberamtspfleger zu Bozen, dem Mathias Zwickhen den Besitz weiterer Weingüter rund um den Ansitz in Rentsch. Dieser war bereits zuvor Besitzer des Hofes zu Grinnewaldt. Ab dem Jahr 1647 brachte Hieronymus Elsesser den Hof in langjährigen Besitz seiner Familie. Sein Sohn Franz Adam Elsässer zu Griennewaldt trug bereits das sich vom Ansitz ableitende Prädikat. Später führte die Familie Elsasser den Titel "Freiherren von Elsasser zu Grünewaldt und Wunderegg" und residierte auf ihrem, nun zu einem adeligen Ansitz erhobenen und steuergefreiten Gut.Staffler (1952), S. 79–81.Hannes Obermair: Bozen Süd-Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferungen der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 88-901870-0-X

Schließlich kam der Adelssitz 1777, vermutlich durch Heirat des Anton Joseph Wenter zu Waldgries, in den Besitz der Rittner Familie Wenter. Zu dieser Zeit gehörten Hof, Hofstatt, Stallungen und eine Brennerei zum Ansitz. Als neue Herren zu Grünewald nahmen die Wenter umfangreiche Änderungen an der baulichen Substanz vor. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Ansitz von ihnen großzügig ausgebaut und das historische Haupthaus mit Turm in historisierender Form erneuert und umgebaut. Dadurch erreichte der Ansitz eine enorme Größe und besitzt heute eine Wohnfläche von ca. 2500 Quadratmetern (Haupthaus und Nebengebäude besitzen eine urbanistische Kubatur von 10.550,79 Kubikmetern). Neben dieser umfangreichen Erweiterung und Erneuerung vereinten die Wenter den Ansitz Grünewald mit dem direkt angrenzenden Ansitz Waldgries, den sie bereits zuvor in ihren Besitz gebracht hatten brachten. Ebenfalls erwarben sie das nahegelegene Erlachergut und vergrößerten ihren Besitz dadurch nochmals. Beide Ansitze blieben folglich über 150 Jahre im Besitz der Familie, welche die Anwesen bewohnte und die dazugehörigen Weingärten bewirtschaftete.

1926 weilte der Maler Albin Egger-Lienz auf den Gütern der Familie Wenter und verstarb am 4. November im Adelssitz Grünewald.

Die Unterschutzstellung des Adelssitzes Grünewald erfolgte durch Beschluss der Südtiroler Landesregierung vom 25. Juli 1977. (BLR-LAB 4980 vom 25/07/1977)

Beschreibung Nachdem der Ansitz im 19. Jh. in historisierenden Bauformen erneuert und ausgebaut wurde, besteht er aus einem Wohnhaus (Villa) mit repräsentativer Freitreppe, über welche man zum Eingang mit Schulterbogenportal gelangt. An der Fassade der Villa Grünewald befinden sich ein polygonaler Eckerker und steingerahmte Rechteckfenster. An der Westfassade gibt es eine weitere Freitreppe mit zweigeschossiger Loggia mit Maßwerkbrüstung und einen dreiseitigen Erker.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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