Halldóra Valgerður Briem Ek (* 23. Februar 1913 in Hrafnagil; † 21. Oktober 1993 in Stockholm) war eine isländisch-schwedische Architektin. Sie war die erste Isländerin, die ein Studium in Architektur abschloss.

Biographie Werdegang Halldóra war eine Tochter von Þorsteinn Briem, Pfarrer und Propst in Akranes, und von seiner ersten Frau Valgerður Lárusdóttir, die an Tuberkulose starb, als Halldóra elf Jahre alt war. Sie war die zweitälteste von fünf Töchtern und wurde in der Familie „Dódó“ genannt.

Halldóra legte 1935 ihr Abitur am mathematischen Zweig der Menntaskólinn í Reykjavík (Gymnasium) ab. Durch eine Begegnung mit dem Staatsarchitekten Guðjón Samúelsson wurde sie inspiriert, Architektur zu studieren, und begann ein Studium an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm. Eigentlich wollte sie nach dem Studium nach Island zurückkehren, doch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam es nicht dazu. 1941 heiratete Halldóra den schwedischen Arzt Jan Ek und bekam fünf Kinder. Jan Ek starb 1963. Seine Mutter war die schwedische Schriftstellerin Karin Ek.

Von 1941 bis 1943 arbeitete Halldóra als Architektin für die Schwedische Genossenschaftsbewegung. Anschließend war sie eine Zeit lang freiberuflich tätig, bevor sie 1949 zur Schwedischen Rikisbyggen (Wohnungsbaugenossenschaft) wechselte, wo sie bis 1960 tätig war. Danach nahm sie eine Stelle bei der Schwedischen Staatlichen Baubehörde an. Im Laufe ihrer Karriere entwarf Halldóra zahlreiche Gebäude in Schweden, darunter Wohnhäuser, Kinderheime, Gemeindezentren und Pflegeheime. 1951 gewann sie für ihren Entwurf des Wohnviertels Klövern in Västerås den ersten Preis im Wettbewerb des Schwedischen Architektenverbandes. 1985 wurde das Viertel wegen seines kulturhistorischen und architektonischen Wertes unter Denkmalschutz gestellt.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit betätigte sich Halldóra, deren Mutter ausgebildete Sängerin war, künstlerisch: So schrieb sie Gedichte und vertonte diese wie auch traditionelle isländische Dichtung. Im November 1945 äußerte die mehrfache Mutter in einem Interview mit der Zeitung Melkorku zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Hausarbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie befragt, dass es eine Veränderung der „Männerziehung“ geben müsse. Es sei notwendig, Männern zu vermitteln, dass sie sich ebenso wie Frauen um ihre Kleidung kümmern und für das Erscheinungsbild des Hauses und die Kindererziehung verantwortlich sein sollten. Die beste Lösung sei, dieses Thema zu einem Pflichtfach an den Schulen des Landes zu machen.

„Fröken Klukka“ 1937 richtete das isländische Telekommunikationsunternehmen Síminn eine telefonische Zeitansage ein. Halldóra Briem war die erste Stimme der Ansage. Im Hauptsitz von Ericsson in Schweden nahm sie insgesamt 90 verschiedene Aufnahmen auf, die in 8640 verschiedenen Versionen abgespielt werden konnten. In den Anfangsjahren funktionierte „Fröken Klukka“ nur in Reykjavík, das die einzige Stadt des Landes mit einer automatischen Telefonzentrale war, Akureyri folgte 1950.

„Ihre Stimme ist so schön, so süß und rein, sie erklingt durch die ganze Stadt von der magischen Uhr der isländischen Telefongesellschaft“, hieß es über Halldóras Ansage. 1963 wurde ihre Stimme von der der Schauspielerin Sigríður Hagalín abgelöst. Es folgten weitere Frauenstimmen, bis 2013 der Schauspieler Ólafur Darri Ólafsson als erster Mann die Ansage der Zeit übernahm. 2023 wurde der Dienst eingestellt.

Literatur

Einzelnachweise

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