mini|Das Amt Iburg mit seinen Kirchspielen im Jahr 1774 Das Amt Iburg war ein Amt im Hochstift Osnabrück, im Fürstentum Osnabrück, im Königreich Hannover und in der preußischen Provinz Hannover.

Geographie Das Amt Iburg lag im Südwesten des Osnabrücker Landes. Bis zu den Napoleonischen Kriegen umfasste es im Wesentlichen das Gebiet des Landkreises Osnabrück in der Form von 1932 bis 1972. Von 1814 bis 1885 entsprach das Amt Iburg dem späteren Kreis Iburg, mit Ausnahme der Zeit von 1852 bis 1859, in der es ein eigenes Amt Dissen gab.

Geschichte Hochstift Osnabrück Die im 11. Jahrhundert errichtete Iburg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des Amtes Iburg des Hochstifts Osnabrück.Kirchengemeindelexikon: Bad Iburg Es war unterteilt in die beiden Gogerichte Iburg und Osnabrück. Das Amt war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert: Das Gogericht Iburg Der Flecken Iburg Die Vogtei Borgloh mit dem Kirchdorf Borgloh sowie den Bauerschaften Eppendorf, Wellendorf, Uphöfen, Allendorf und Ebbendorf Die Vogtei Dissen mit dem Kirchdorf Dissen sowie den Bauerschaften Nolle, Aschen, Aschendorf, Erpen und Timmern Die Vogtei Glandorf mit dem Kirchdorf Glandorf sowie den Bauerschaften Schierloh, Sudendorf, Westendorf, Averfehrden und Schwege Die Vogtei Glane mit dem Kirchdorf Glane sowie den Bauerschaften Sentrup, Visbeck und Ostenfelde Die Vogtei Hagen mit dem Kirchdorf Hagen sowie den Bauerschaften Altenhagen, Mentrup, Beckerode, Gellenbeck, Sudenfeld und Natrup Die Vogtei Hilter mit dem Kirchdorf Hilter sowie den Bauerschaften Natrup und Hankenberge Die Vogtei Laer mit dem Kirchdorf Laer sowie den Bauerschaften Remsede, Müschen, Hardensetten, Winkelsetten und Westerwiede Die Vogtei Oesede mit dem Kirchdorf Oesede sowie den Bauerschaften Dröper und Kloster Oesede Das Gogericht Osnabrück Die Vogtei Belm mit dem Kirchdorf Belm sowie den Bauerschaften Vehrte, Gretesch, Icker, Haltern, Wellingen, Lüstringen und Powe Die Vogtei Bissendorf mit den Kirchdörfern Bissendorf und Holte sowie den Bauerschaften Natbergen, Eistrup, Uphausen, Holsten, Mündrup, Wersche, Stockum, Sünsbeck, Nemden, Himbergen, Üdinghausen, Warringhof, Dratum und Ausbergen Die Vogtei Schledehausen mit dem Kirchdorf Schledehausen sowie den Bauerschaften Jeggen, Meckelesch, Wulften, Krevinghausen, Astrup, Grambergen, Ellerbeck, Lösebeck, Hiddinghausen, Dedinghausen, Ossenbrink, Westrup, Wissingen und Linne Die Vogtei Wallenhorst mit dem Kirchdörfern Wallenhorst und Rulle sowie den Bauerschaften Lechtingen, Pye, Hollage und Fiestel Die Obervogtei Osnabrück mit vier Kirchspielen: Kirchspiel Dom mit den Bauerschaften Schinkel und Haste Kirchspiel St. Johann mit den Bauerschaften Nahne, Malbergen, Hickingen, Holzhausen, Harderberg und Voxtrup Kirchspiel St. Marien mit den Bauerschaften Hellern, Gaste und Atter Kirchspiel St. Catharinen mit Ohrbeck, Hasbergen und Hörne

Die Stadt Osnabrück in ihren damaligen Grenzen gehörte nicht zum Amt. Die Grenzen der Vogteien lehnten sich an die Grenzen der Kirchspiele an.

Kurfürstentum Hannover Von 1802 bis 1806 gehörte das Amt Iburg als Teil des Fürstentums Osnabrück zum Kurfürstentum Hannover.

Königreich Westphalen Von 1807 bis 1810 gehörte das Gebiet des Amtes zum Distrikt Osnabrück im Departement der Weser des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. Es war während dieser Zeit in die sechs Kantone Bissendorf, Dissen, Glandorf, Iburg, Osnabrück-Land und Schledehausen gegliedert.Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" (PDF; 5,1 MB)

Kaiserreich Frankreich Das gesamte Osnabrücker Land gehörte nach der Annexion durch Napoleon Bonaparte von 1811 bis 1813 zum Arrondissement Osnabrück im französischen Departement der Oberen Ems. Das Gebiet des alten Amtes Iburg gehörte nun ganz oder teilweise zu den Kantonen Dissen, Iburg, Osnabrück extra muros, Osnabrück-Land, Ostbevern, Ostercappeln und Versmold.

Königreich Hannover Nachdem das Gebiet 1814 wieder an Hannover gefallen war, schlug der Wiener Kongress 1815 das ehemalige Hochstift Osnabrück auch völkerrechtlich dem Königreich Hannover zu. Das alte Amt Iburg wurde entsprechend der beiden alten Gogerichte in die beiden neuen Ämter Iburg und Osnabrück aufgespalten, die nun zur Landdrostei Osnabrück gehörten.Niedersächsisches Landesarchiv: Amt Iburg Von 1852 bis 1859 wurde vorübergehend ein Amt Dissen eingerichtet, dem die vier alten Vogteien Borgloh, Dissen, Hilter und Laer angehörten.Verordnung, die Bildung der Amtsgerichte und untern Verwaltungsbehörden betr., vom 7. August 1852Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betr., vom 27. März 1859, Nr. 86 Für die Rechtsprechung des Amtes bildete die Justizkanzlei Osnabrück die zweite Instanz.

Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Verwaltung blieb beim Amt Iburg bzw. Amt Dissen, die Rechtsprechung ging an das neu geschaffene Amtsgericht Iburg.

Preußische Provinz Hannover Nach dem Deutschen Krieg annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und machte es zu seiner Provinz Hannover. Die hannoverschen Ämter blieben zunächst bestehen. Als die Provinz 1885 durchgängig preußische Verwaltungsstrukturen einführte, wurden aus dem Amt Iburg der Kreis Iburg und aus dem Amt Osnabrück der Landkreis Osnabrück.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle 1823 21.339 1828 21.361 1845 23.870 1861 23.355 1867 23.192 1871 23.111 Volkszählung 1871 1875 23.259 Volkszählung 1875 1885 25.066 Volkszählung 1885

Persönlichkeiten Die folgenden Personen waren im 17. Jahrhundert Drost des Amtes Iburg: Kaspar Heinrich von Korff gen. Schmising (1616–1690) Georg Christoph von Hammerstein (1624–1687) Christian Friedrich von Harling (1631–1724) Hermann Philipp von Oer (1644–1703) Friedrich Matthias von Korff gen. Schmising (1660–1727)

Einzelnachweise

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