mini|Denkmal: Historische Pferdekopfpumpe Pfullendorf (2022) Das Erdölfeld Andelsbachtal (auch Erdölfeld Pfullendorf–Ostrach) ist ein ehemaliges Erdöl- und Erdgasfördergebiet im Andelsbachtal bei Pfullendorf im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg. Das Erdölfeld Andelsbachtal zählte zu den wenigen Erdölvorkommen in Südwestdeutschland und hatte über mehrere Jahrzehnte eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung für die Region Pfullendorf–Ostrach. Neu in Erinnerung gerufen wurde das Erdöl- und Erdgasfeld Andelsbachtal durch die Erteilung einer Förderlizenz zur Öl- und Gasexploration durch die deutsche Unternehmenstochter einer australischen Fördergesellschaft, der Afton Energie GmbH im Jahr 2024.Siegfried Volk: Firma will in Pfullendorf wieder Erdöl fördern. In: Südkurier, 21. August 2024Gasversorgung sichern und diversifizieren: Geplante Gasbohrungen in Baden-Württemberg. (PDF; 0,3 MB) Anfrage an den Landtag Baden-Württemberg, 8. August 2024.

Geographie und Geologie Das Erdölfeld liegt im südlichen Linzgau zwischen den Gemeinden Pfullendorf und Ostrach. Die Förderstellen befanden sich sowohl im Andelsbachtal selbst als auch in den angrenzenden Höhenzügen. Die Lagerstätte ist an eine Stubensandstein-Formation gebunden, die sich in Südwest–Nordost-Richtung über etwa 7 Kilometer erstreckt und eine Breite von rund 600 bis 2000 Metern aufweist.

Geschichte mini|Ehemalige Pumpstation heute Modellflugverein Pfullendorf 1962 Beginn der kommerziellen Förderung. In den folgenden Jahrzehnten wurden insgesamt 18 Förderstellen erschlossen. Betreiber waren die bergbaulichen Gewerkschaften Elwerath und Brigitta, wie auch der Wintershall AG. 1997 Einstellung der Förderung, weil nicht mehr rentabel. Nach 1997 Rückbau aller Pumpstationen zum größten Teil zurück zu landwirtschaftlichen Nutzflächen oder anderer Nutzung. 2024 Erteilung einer neuerlichen Förderkonzession an die Firma Afton Energie GmbH

Förderung Zwischen 1962 und 1997 wurden rund 391.000 Tonnen ErdölDie Erdölförderung Deutschlands von 1874 bis 2024. (PDF) In: lbeg.niedersachsen.de, S. 18–53. sowie etwa 116 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert. Die Förderung erfolgte mit klassischen Tiefpumpen (Pumpjacks), die teilweise noch als technische Denkmale in der Region erhalten sind. 1997 wurde die Förderung eingestellt, da die verbleibenden Reserven wirtschaftlich nicht mehr rentabel waren. Die meisten Bohrstellen wurden anschließend stillgelegt und rekultiviert. + Ölförderung im Andelsbachtal (Pfullendorf–Ostrach) Merkmal Angabe Lage Andelsbachtal zwischen Pfullendorf und Ostrach Förderzeitraum 1962–1997 Gefördertes Erdöl (gesamt) ca. 391.000 t Gefördertes Erdgas (gesamt) ca. 116 Mio. m³ Anzahl der Bohrungen über 40 Fördertechnik Tiefpumpen (Pferdekopfpumpen) Betreiber (historisch) Gewerkschaft Elwerath und Brigitta, Wintershall AG, später Wintershall Dea Stilllegung schrittweise bis 1997

Siehe auch Erdölförderung in Deutschland

Einzelnachweise

Kategorie:Ölfeld Kategorie:Bergbau (Baden-Württemberg) Kategorie:Geographie (Pfullendorf)