mini|hochkant|Wappen derer von Schlemmer im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schlemmer ist der Name eines preußischen Briefadelsgeschlechts.

Die Familie ist von den gleichnamigen, aber nicht stammverwandten hessischen von Schlemmer und den sächsischen von Schlemmer zu unterscheiden.

Geschichte Stammvater des Geschlechts ist der am 19. September 1786Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873, Berlin 1874, S. 43 (Google Bücher). bei Gelegenheit der Erbhuldigung in Königsberg in den Adelsstand des Königreichs Preußen erhobene Georg Christoph (von) Schlemmer († 27. Juni 1795), königlich-preußischer Kriegsrat und Intendant zu Marienburg.Ledebur (1856), S. 373.Kneschke (1868), S. 200. Georg Christoph von Schlemmer war dreimal verheiratet. Aus einer ersten Ehe stammte eine Tochter, verehelichte Schultz. Aus der zweiten Ehe stammte Friedrich Reinhold von Schlemmer. Die dritte Ehe ging Georg Christoph von Schlemmer mit Anna Katharine Luise Thilo ein. Aus dieser Ehe wiederum stammten mehrere Kinder.

Friedrich Reinhold von Schlemmer trat im Mai 1787 in königlich-preußische Militärdienste im Litauischen Dragoner Regiment Nr. 1 (Prinz Albrecht von Preußen). Am 31. Mai 1788 wurde er Fähnrich und am 27. Januar 1790 Sekondeleutnant. Am 29. Juni 1792 wurde er in das Dragoner Regiment von Borstel Nr. 9 versetzt.Otto August Johannes Kähler: Einhundertundfünfzig Jahre des königlich preußischen Dragoner-Regiments Prinz Albrecht von Preußen (Litthauischen) Nr. 1 seit seiner Errichtung am 1. Mai 1717 bis zum Jahre 1867, Berlin 1898, S. 710 f. (Google Bücher).

Die auf Gut Keimkallen geborene Antonie von Schlemmer (* 3. Oktober 1832 zu Keimkallen) heiratete am 6. Mai 1851 in Keimkallen Ludwig Friedrich von Reichel (* 20. März 1819 zu Maldeuten; † 18. Januar 1883 zu Meran), Herr auf Terpen, Barten und Woritten im Kreis Mohrungen.Handbuch des Preußischen Adels, Erster Band, Berlin 1892, S. 476 (archive.org).

Die auf Gut Plensen in Ostpreußen geborene Wanda Julia Laura von Schlemmer (* 12. Dezember 1848 zu Plensen; † 13. Juni 1916 in Braunschweig) vermählte sich am 3. Juni 1867 in Plensen mit Ernst Gustav Louis Ferdinand Freiherr von Funck (* 29. April 1843 in Königsberg; † 20. Dezember 1922 in Braunschweig).Wanda Julia Laura von Schlemmer auf genealogy.net, abgerufen am 15. Januar 2026. Ihre Schwester Clara von Schlemmer (* 27. Juli 1851; † 3. September 1872) war ein früher Schwarm von Max Liebermann von Sonnenberg. Später war sie mit Arthur Moldzio (1843–1905), Hauptmann a. D. und Gutsbesitzer auf Stagnitten vermählt. Clara von Schlemmer starb kurz nach der Geburt ihrer Tochter Clara.Marieluise Clar: Eine beinahe historische Romanze, in: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar, Band 51, März 2008, S. 173 ff. (PDF, 36,1 MB auf blb-karlsruhe.de).

Die Familie war insbesondere in Preußen begütert. Sie saß in Westpreußen zu Hohendorf und Ramten im Kreis Stuhm (urkundlich 1788) sowie in Ostpreußen zu Keimkallen noch 1857 im Kreis Heiligenbeil und Plensen im Kreis Friedland. Noch bis zum 24. März 1880 gehörte den Eheleuten Julius Heinrich Konrad von Schlemmer und Malwine von Schlemmer geb. von Vietinghoff das adelige Gut Klein-Watkowitz im Kreis Stuhm.Arthur Semrau: Die Orte und Fluren im ehemaligen gebiet Stuhm und Waldamt Bönhof (Komturei Marienburg), Elbing 1928, S. 191 (PDF, 41,5 MB auf umk.pl).

Wappen Blasonierung: Goldbordiert und von Silber und Gold geteilt. Oben ein wachsender schwarzer Adler, unten drei blaue linksschräge Balken. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Helmdecken eine silberne zwischen zwei blauen Straußenfedern.Spießen (1901–1903), S. 113.

Literatur Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 4. Abt.: Der Adel des Kurfürstenthums, Grossherzogthums und der Landgrafschaft Hessen, Nürnberg 1859, S. 24 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 27 (digitale-sammlungen.de). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M–Z, Nürnberg 1878, S. 355 (uni-goettingen.de) und Tfl. 407 (uni-goettingen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 200 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 373 (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 113 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 281 (hhu.de). Johann Andreas Tyroff: Wappenbuch des Preußischen Monarchie, Band 4, Nürnberg 1837, Tfl. 49 (Google Bücher). Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 4: P–Z. Leipzig 1837, S. 174 (Google Bücher).

Einzelnachweise

Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht