Käthe Rohleder (* 11. August 1910 in Langenbielau, Kreis Reichenbach (Eulengebirge), Provinz Schlesien als Käthe Praßler; † 24. März 1995 in Fürth) war eine deutsche evangelische Theologin.

Leben Käthe Rohleders Vater war Prokurist in einem Textilunternehmen, während die Mutter sich aktiv in der Evangelischen Frauenhilfe engagierte. Im elterlichen Umfeld wurde die Tochter in Bezug auf die Politik demokratisch und hinsichtlich des christlichen Glaubens liberal erzogen. Zeitweise besuchte sie ein Mädchenpensionat. Nachhaltig beeinflusst wurde sie durch das Vorbild ihrer Großmutter. Diese widmete sich dem ehrenamtlichen Dienst an der Gemeinschaft. Bereits in ihrer Jugend entwickelte Käthe den Wunsch, als Seelsorgerin in einer Frauenhaftanstalt zu arbeiten. Sie hatte eine Gelenkschwäche, die ihr das ganze Leben hindurch immer wieder zu schaffen machte. Eine Laufbahn als Pianistin war ihr dadurch verschlossen. 1932 begann sie ein Theologiestudium, nach der Aneignung der Alten Sprachen setzte sie ihr Studium in Breslau fort. Dort begegnete sie ihrem späteren Ehemann, dem Theologen Immanuel Rohleder, den sie 1934 heiratete. In den Jahren 1935 und 1939 kamen ihre beiden Söhne zur Welt. Kurz danach begann der Zweite Weltkrieg. Ihrem Mann wurde wegen seiner christlichen Einstellung der Offiziersrang aberkannt. Ihr Mann fiel 1941, da er an die vorderste Kriegsfront geschickt wurde. Daraufhin kehrte sie mit den Söhnen ins Elternhaus zurück.

Im Februar 1945 wurde die deutsche Bevölkerung aus Schlesien in die Tschechoslowakei evakuiert. Im August 1945 übernahmen amerikanische Truppen die Verantwortung für den Abtransport der Deutschen. Am Marktplatz von Kloster Sulz bei Dombühl endete die Reise für ihre Gruppe. Käthe Rohleder verbrachte die darauffolgenden vier Jahre als Magd auf einem großen landwirtschaftlichen Betrieb. Der Landesverband der Inneren Mission in Bayern bot ihr die Möglichkeit, in unterschiedlichen Einrichtungen, darunter das Heim in Weiher bei Hersbruck, ehrenamtlich zu arbeiten. Im Jahr 1949 erhielt sie eine Einladung ins Pfarrhaus nach Linz am Rhein, nachdem die dortige Pfarrfrau in einer Publikation von ihrem Schicksal erfahren hatte, und engagierte sich dort in einem privaten Kinderheim.

Ein Jahr später begann sie im Wintersemester 1950/51 ihr Studium der Evangelischen Theologie in Marburg, das sie in Erlangen fortführte. Nach dem Bestehen der theologischen Aufnahmeprüfung in Ansbach im Jahr 1954 wurde sie der Gesamtkirchengemeinde Fürth als Vikarin für den Religionsunterricht an Volks- und Berufsschulen zugewiesen.

Sie stand in Verbindung mit der Sozialpolitikerin Elisabeth Meyer-Spreckels, die zu jener Zeit auch die erste Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Frauenbundes (DEF) war. Gemeinsam mit ihr initiierte sie das „Haus in der Frühlingstraße“, ein Heim für „arbeitsentwöhnte Mädchen in truppenbesetzten Gebieten zur Förderung der Resozialisierung“. Rohleder zog mit ihren Söhnen dort ein und übernahm die Aufgaben einer Krankenhausseelsorgerin sowie einer Religionslehrerin, zudem engagierte sie sich ehrenamtlich in der Frühlingstraße. Im Jahr 1957 absolvierte sie die theologische Anstellungsprüfung erfolgreich. Sie stellte 1958 einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für ihre Ordination, diese wurde ihr jedoch verweigert. 1961 erhielt sie eine Planstelle als Pfarrvikarin. Zu jener Zeit waren Pfarrerinnen in der bayerischen Landeskirche noch nicht vertreten.

1967, nachdem Meyer-Spreckels den ersten Vorsitz niederlegte, übernahm Käthe Rohleder zunächst die Position der zweiten Vorsitzenden des DEFs. Im Jahr 1968 wurde sie zur ersten Vorsitzenden des DEF Bayern ernannt, ebenso wie beim DEF-Freundeskreis e.V. Von 1972 bis 1982 war sie Mitglied des Vorstands des DEF auf Bundesebene und von 1969 bis 1977 engagierte sie sich im Vorstand der Evangelischen Frauenarbeit Bayern. Darüber hinaus war sie auch im Vorstand des Diakonischen Werkes aktiv.

Im Jahr 1976 wurde sie, nachdem die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die erforderlichen Gesetze verabschiedet hatte, am 4. April desselben Jahres, als eine von zwei Frauen als Erste der bayerischen Theologinnen, in der Auferstehungskirche zum Geistlichen Amt ordiniert. Bereits 1978 wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Im Jahr davor wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 1984 bekam sie den Bayerischen Verdienstorden und 1985 die Goldene Bürgermedaille der Stadt Fürth.

Käthe Rohleder starb am 24. März 1995 84-jährig in Fürth.

Einzelnachweise

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