Mit MZ KKM 175 (KKM = Kreiskolbenmotor) werden Motorrad-Prototypen des VEB Motorradwerk Zschopau bezeichnet. Zwischen 1963 und 1965 wurden drei fahrbereite Prototypen gebaut.Der Wankelmotor, MZ Die MZ KKM 175 ist das weltweit erste Motorrad mit einem Kreiskolbenmotor nach Bauart des Wankelmotors.Interview Mario Häberer, Geschäftsführer der Wankel AG, Wie steht es um Wankel-MZ?
Entwicklungsgeschichte mini|links|MZ KKM 175 L (luftgekühlt, Baujahr 1965) Die NSU Motorenwerke stellten am 19. Januar 1960 im Deutschen Museum ihren zusammen mit Felix Wankel entwickelten Wankelmotor vor.Wankelmotoren aus Sachsen Anwesende Vertreter des VVB Automobilbau der DDR begannen daraufhin ihrerseits bereits ab Ende Januar 1960 bei MZ mit der Entwicklung eines eigenen Kreiskolbenmotors mit 110 cm³ Hubraum nach Bauart des Wankelmotors. Im April 1960 erfolgten erste erfolgreiche Probeläufe. Nach einigen konstruktiven Änderungen leistete der Versuchsmotor bei 7800/min. Nach den erfolgreichen Tests entschloss sich MZ zum Bau weiterer wassergekühlter Versuchsmotoren mit 125 cm³ und 175 cm³. Ein erster fahrbereiter Prototyp wurde 1963 mit einem wassergekühlten 175-cm³-Motor und dem Funktionsmuster einer MZ BK 351 mit Seitenwagen hergestellt und absolvierte erfolgreich knapp 40.000 Kilometer Testfahrten.
Ab 1964 konstruierte MZ aus den bisher wassergekühlten luftgekühlte Motoren mit 125 cm³ und 175 cm³ Hubraum. Diese wurden 1965 in einen Prototyp auf Basis der MZ ES 250/2 eingebaut.
Im Jahr 1965 wurde zudem ein Lizenzvertrag mit NSU abgeschlossen, der aber 1969 nach Abbruch der Entwicklungen in der DDR aus technischen und ökonomischen Gründen wieder gekündigt wurde. Der Lizenzvertrag beinhaltete auch Regelungen zur Produktion von Pkw-Motoren. Auf staatliche Weisung wurden 1965 alle Entwicklungsarbeiten an Wankelmotoren für Motorräder eingestellt. Eine Serienfertigung der Motoren hätte eine grundlegende Umstellung von Maschinen und Werkzeugen erfordert, verbunden mit erheblichen Investitionen. Auch deshalb wurde das Forschungsprojekt eingestellt, aus dem zahlreiche Patente resultierten.
Verbleib Zwei Prototypen, jeweils eine KKM 175 W und eine KKM 175 L, befinden sich im Besitz des Motorradmuseums im Schloss Augustusburg. Ein weiteres Motorrad ist in Privatbesitz. Dieses Fahrzeug hat einen Original-MZ-Versuchsmotor, der 1993 verschrottet werden sollte, aber in Privathände gelangte und später in ein BK-350-Trägerfahrzeug eingebaut wurde. Es ist derzeit die einzige fahrbereite MZ KKM 175 W.Die einzige fahrbereite MZ mit Kreiskolbenmotor
Weblinks
Einzelnachweise
KKM 175 Kategorie:Motorradmodell mit Boxermotor