Die thailändische Fußballnationalmannschaft (Thai: ) ist eine repräsentative Auswahl, die das südostasiatische Königreich Thailand im Fußballsport vertritt. Unterstellt ist die Mannschaft der Football Association of Thailand (FAT).
Rekordspieler ist Kiatisak Senamuang, der in Thailand auch Zico genannt wird. Rekordtorschütze ist Piyapong Piew-on, der in den Jahren 1981 bis 1997 insgesamt 77 Länderspieltore für die thailändische Nationalelf erzielte, viele davon aber bei von der FIFA nicht als A-Länderspiele anerkannten Spielen, z. B. im Rahmen der Olympiaqualifikation.
Geschichte der Nationalmannschaft Bereits im Jahr 1917 wurde eine erste thailändische Mannschaft gebildet, das erste Länderspiel soll 1948 gegen die Republik China stattgefunden haben. Das Spiel endete mit einer 1:6-Niederlage für die Thais, die FIFA gibt jedoch an, dass das Olympia-Vorrundenspiel gegen die Amateurmannschaft Großbritanniens das erste offizielle Länderspiel sei. Damals nahm Thailand an den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne teil, wo sie allerdings eben nach dieser 0:9–Niederlage gegen Großbritannien in der ersten Runde ausschieden und damit die höchste Niederlage der Geschichte erlitten.
Unter dem deutschen Trainer Günther Glomb, der das Team von 1968 bis 1985 trainierte,Glomb, Günther. In: Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 8: Spielerlexikon 1890–1963. Agon-Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7, S. 110. gelang der Mannschaft 1968 erneut die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Beim olympischen Fußballturnier in Mexiko-Stadt schied Thailand aber nach drei Niederlagen in der Vorrunde aus.
Die Mannschaft hatte in ihrer Geschichte bereits acht verschiedene deutsche Trainer, zuletzt Winfried Schäfer von 2011 bis 2013. Zuletzt befand sich im Kader mit dem aus dem baden-württembergischen Herrenberg stammenden Verteidiger Manuel Bihr erstmals auch ein deutsch-thailändischer Spieler.
Thailand bei den Fußball-Weltmeisterschaften Thailand ist es bisher noch nicht gelungen, sich für eine Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Obwohl der Thailändische Fußballverband bereits am 25. Juni 1925 der FIFA beitrat, verzichtete er fast 50 Jahre lang auf eine Teilnahme an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Erstmals war eine thailändische Mannschaft an der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik beteiligt. Das erste WM-Qualifikationsspiel am 16. Mai 1973 in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verloren die Thais mit 0:1 gegen Südvietnam. Nach weiteren Niederlagen gegen Israel, Südkorea und Malaysia schied die Mannschaft punkt- und torlos aus. Auch die weiteren Qualifikationsrunden verliefen erfolglos.
Am weitesten kamen die Thailänder 2002, damals gelang es der Mannschaft den Libanon, Pakistan und Sri Lanka in der ersten Runde zu eliminieren und sich für die Finalrunde in Asien zu qualifizieren. Dort traf man auf den Iran, Saudi-Arabien, Bahrain und den Irak. Der thailändischen Mannschaft gelang es nicht, auch nur ein Spiel zu gewinnen, sie konnte aber gegen die Mannschaften aus dem Iran und Irak je ein Unentschieden in Bangkok erreichen, gegen Bahrain spielten sie zweimal Unentschieden. Mit somit insgesamt vier Punkten wurden die Thais Gruppenletzter.
Bei der Qualifikation zur WM 2006 scheiterte man an Nordkorea und den VAE.
Im Rahmen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 traf Thailand auf Japan, den Oman und Bahrain. Dort konnte sie allerdings kein Spiel für sich entscheiden, am Ende stand nur ein Unentschieden auswärts gegen Bahrain zu Buche.fifa.com: Nach dem Scheitern trat Trainer Charnwit Polcheewin von seinem Amt zurück.ESPNSoccernet: (englisch) Aufgrund der schlechten Ergebnisse während der Qualifikation zur WM 2010 fiel man in der Weltrangliste auf Platz 111 zurück. Mit dem Engländer Peter Reid wurde sein Nachfolger im August 2008 bekannt gegeben.
Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 begann für Thailand in der zweiten Runde mit Spielen gegen die Palästinensischen Autonomiegebiete. Durch ein 1:0 im I-Mobile Stadion und ein 2:2 konnte sich Thailand für die dritte Runde qualifizieren, in der man auf Australien, den Oman und Saudi-Arabien traf. Lediglich das Hinspiel gegen den Oman wurde gewonnen. Durch einen Sieg im Rückspiel wäre die Qualifikation für die vierte Runde möglich gewesen, durch ein 0:2 schied Thailand aber als Gruppenletzter aus.
In der Qualifikation für die WM 2018 traf die Mannschaft in der zweiten Runde auf den Irak, die Republik China (Taiwan) und Vietnam. Mit vier Siegen und zwei Unentschieden wurden die Thais Gruppensieger und qualifizierten sich für die nächste Runde. In dieser konnten sie allerdings in zehn Spielen keinen Sieg und nur zwei Unentschieden erreichen (jeweils in Bangkok gegen Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate) und scheiterten damit als Gruppenletzter.
Bei der Qualifikation für die WM 2022 traf die Auswahl in der zweiten Runde auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam, Malaysia sowie Indonesien. Dort erreichte man mit nur neun Punkten den 4. Platz der Gruppe und schied somit vorzeitig aus.
Bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 traf die Auswahl in der zweiten Runde auf die Südkorea, China sowie Singapur. Dort erreichte man mit acht Zählern den 3. Platz der Gruppe, punktgleich mit dem Zweiten China und schied wieder vorzeitig aus. Die Auswärtsspiele in Südkorea und China endeten jeweils mit einem 1:1-Unentschieden.
Thailand bei den Fußball-Asienmeisterschaften mini|Thailand bei den Asienmeisterschaften 2007 Erstmals wollte sich Thailand für die Asienmeisterschaft 1968 qualifizieren. Damals wurde man in der Qualifikationsgruppe nur zweiter hinter Hongkong und schied aus.
Vier Jahre später gelang der Mannschaft der Sprung in die Endrunde, welche zugleich in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ausgetragen wurde. Im ersten Spiel des Turniers unterlagen die Gastgeber Kuwait mit 0:2. Es folgte ein 1:1 gegen den Irak sowie eine 2:3–Niederlage gegen den Iran, wobei die Mannschaft in diesem Spiel bis zur 80. Minute mit 2:0 geführt hatte. Trotz dieser Niederlage wurden die Thais zweiter in ihrer Gruppe und erreichten das Halbfinale, dort unterlagen sie Südkorea mit 1:2 im Elfmeterschießen, nachdem es nach der Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Das Spiel um Platz drei gewann Thailand wiederum im Elfmeterschießen gegen Kambodscha mit 5:3 (2:2 n. V.).
Nach diesem Erfolg verpasste Thailand die Teilnahme an den nächsten vier Endrunden. Erst 20 Jahre später konnte sich wieder eine thailändische Mannschaft für die Asienmeisterschaft qualifizieren. In der Qualifikation zur Asienmeisterschaft 1992 wurde Südkorea ausgeschaltet. Bei der Endrunde in Japan erspielte die Mannschaft jedoch nur zwei Unentschieden (1:1 gegen Katar und 0:0 gegen China), ehe sie mit 0:4 gegen Saudi-Arabien unterlag und in der Vorrunde ausschied.
Bei der Asienmeisterschaft 1996 in den Vereinigten Arabischen Emiraten startete Thailand mit einer 0:6–Niederlage gegen Saudi-Arabien in das Turnier. Auch die Spiele gegen Iran (1:3) und Irak (1:4) gingen verloren, sodass die Mannschaft die Vorrunde punktlos als Gruppenletzter abschloss. Die Endrunde der Asienmeisterschaft vier Jahre später endete für Thailand ebenfalls mit dem Vorrundenaus, nachdem die Thais mit 0:2 gegen den Irak verloren, sowie jeweils 1:1 gegen den Iran und den Libanon gespielt hatten. Bei der Asienmeisterschaft 2004 gingen alle Vorrundenspiele – 0:3 gegen Iran, 1:4 gegen Japan und 0:2 gegen Oman – verloren, sodass Thailand das Turnier wie schon 1996 als schlechteste Mannschaft beendete.
Auch bei der Endrunde 2007, bei der Thailand einer der vier Gastgeber war, schied die Mannschaft frühzeitig aus. In der Vorrundengruppe A erkämpfte man sich zunächst ein 1:1 gegen den Irak, ehe mit dem 2:0 über den Oman der erste Sieg in regulärer Spielzeit bei einer Endrunde gelang. Zum Weiterkommen reichte es trotzdem nicht, da Thailand mit 0:4 gegen Australien verlor und damit aufgrund des schlechteren direkten Vergleiches gegenüber den Australiern die Vorrunde als Gruppendritter abschließen musste.
Für die folgenden beiden Wettbewerbe 2011 und 2015 konnte sich die Auswahl nicht qualifizierten. Beim Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichte man 2019 das Achtelfinale, wo man China mit 1:2 unterlag. Bei der Meisterschaft 2024 in Katar zog man ebenfalls ins Achtelfinale ein und unterlag dort mit 1:2 gegen Usbekistan.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis… Gegner Ergebnis 1968 Iran keine Qualifikation – – 1972 Thailand Spiel um Platz 3 Kambodscha 5:3 n. E. 1976 Iran Qualifiziert (zurückgezogen) − – 1980 Kuwait keine Qualifikation − − 1984 Singapur keine Qualifikation − − 1988 Katar keine Qualifikation − − 1992 Japan Vorrunde Saudi-Arabien, China, Katar 2 Pkt., 1:5 T. 1996 V.A.E. Vorrunde Saudi-Arabien, Iran, Irak 0 Pkt., 2:13 T. 2000 Libanon Vorrunde Iran, Irak, Libanon 2 Pkt., 2:4 T. 2004 China Vorrunde Japan, Iran, Oman 0 Pkt., 1:9 T. 2007 Indonesien/MalaysiaThailand/Vietnam Vorrunde Irak, Australien, Oman 4 Pkt., 3:5 T. 2011 Katar keine Qualifikation − − 2015 Australien keine Qualifikation − − 2019 V.A.E Achtelfinale China 1:2 2024 Katar Achtelfinale Usbekistan 1:2 2027 Saudi-Arabien Qualifiziert
Regionale Meisterschaften ASEAN-Fußballmeisterschaft mini|Thailand bei den ASEAN-Meisterschaften 2008 in Phuket mini|Thailand bei den ASEAN-Meisterschaften 2008 in Phuket