Der Fall Nicola ist ein deutscher Kriminalfilm von Lars-Gunnar Lotz aus dem Jahr 2026. Es handelt sich um die zweite Folge der ARD-Reihe Die Verteidigerin mit Andrea Sawatzki als Freiburger Anwältin Lou Caspari in der Titelrolle. Die deutsche Fernseh-Erstausstrahlung erfolgte am 14. Januar 2026 auf dem ARD-Sendeplatz „FilmMittwoch im Ersten“.

Handlung Die Freiburger Rechtsanwältin Lou Caspari wird von dem befreundeten Lehrer Benno Schmidtberger um Unterstützung bei der Suche nach seiner verschwundenen Ehefrau Nicola gebeten. Üblicherweise bricht die Projektmanagerin morgens mit ihrem Hund Anton zu einem Spaziergang im Wald auf und fährt anschließend weiter zum Betrieb ihrer Schwägerin Sabine. Da sie dort nicht angekommen ist, hat Benno Anzeige bei der Polizei erstattet. Doch die schleppende Bearbeitung des Vermisstenfalls durch den leitenden Kriminalkommissar Kröber stellt für den Familienvater und seine halbwüchsige Tochter Jasmin eine große seelische Belastung dar. Lou setzt Kröber daraufhin unter Druck und beginnt, eigene Ermittlungen anzustellen. Als das verlassene Fahrzeug nach einem Hinweis mit eingeschlagenen Scheiben am Waldsee aufgefunden wird, verdichten sich die Anzeichen für ein Verbrechen. Die eingeleiteten polizeilichen Fahndungsmaßnahmen, darunter ein Mantrailing im Wald, enden ergebnislos. Bilder einer Überwachungskamera liefern zwar den Beweis für ein Treffen Nicolas mit ihrem ehemaligen Ehemann und Jasmins leiblichem Vater Stefan Buchholz am Tag ihres Verschwindens, dessen Vernehmung führt aber zu keinen weiteren Erkenntnissen.

In ihrer Verzweiflung wenden sich Jasmin und ihre Freundin Selma mit einer Suchmeldung auf Sozialen Medien unter Angabe von Nicolas vollständigem Namen an die Öffentlichkeit. Die meisten der eingehenden Hinweise erweisen sich allerdings als unseriös. Übergriffige Kommentare von True-Crime-Influencern und anderen Hobby-Ermittlern sowie das wachsende Medieninteresse beunruhigen die Familie zusätzlich. Neben den äußeren Einflüssen zerren auch aufkommende persönliche Konflikte zunehmend an den Nerven. Um die Kontrolle über die Berichterstattung zurückzugewinnen, fassen Benno und Jasmin den zögerlichen Entschluss, mit einer Erklärung vor die Presse zu treten. Benno gerät jedoch unvermittelt selbst in Verdacht, nachdem eine lange zurückliegende Hooligan-Story im Netz entdeckt worden ist und die seinerzeit wegen Körperverletzung verhängte Jugendstrafe Anlass zu Spekulationen über sein tatsächliches Verhältnis zu Nicola gibt. Im Gespräch mit Lou beteuert er glaubhaft seine Unschuld.

Derweil geht die ungeduldige Jasmin einer falschen Spur nach, die sie schließlich zu einer unbeteiligten Asbestentsorgungsfirma führt. Auf der Flucht vor den misstrauischen Verfolgern wird sie von einem Auto angefahren und verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Reumütig liefert Selma, die aus Angst vor negativen Reaktionen zunächst geschwiegen hat, nun eine Erklärung für die Beschädigung des Fahrzeugs: Ein Mitschüler hat aus Wut über Bennos schlechte Zensuren die Scheiben zertrümmert. In Lous Gegenwart erinnert sich Jasmin an ein kürzlich erhaltenes Paket. Nicola hatte ein mit einem eingebauten Sender ausgestattetes Hundehalsband bestellt, um ihren streunenden Begleiter im Notfall orten zu können. Mithilfe des zweiten Empfangsgeräts spürt Lou den vorbestraften Günther Haslinger auf, der Brennholz im Wald geschlagen und das Halsband an sich genommen hat. Er schildert den wahren Ablauf des Geschehens: Da Anton einem Wildtier nachgejagt ist, brachte Haslinger Nicola mit seinem Wagen an die mehrere Kilometer entfernte Stelle. Dort kletterte sie einen Hang hoch und verunglückte an einer Klippe tödlich. Lou findet die Leiche am Abgrund, während der Hund unversehrt am Klippenrand verweilt. In Nicolas Gespräch mit Stefan sei es lediglich um eine mögliche Adoption ihrer Tochter durch Benno gegangen.

Dreharbeiten Der Fernsehfilm wurde vom 12. März bis 10. April 2025 im Nordschwarzwald in Baden-Württemberg und Berlin gedreht.

Rezeption Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm beurteilt den Film positiv (Daumen hoch) und vergibt für Anspruch und Spannung zwei von drei möglichen Punkten:

Die Website Tittelbach.tv vergibt fünf von sechs Sternen und resümiert:

Die Besprechung auf film-rezensionen.de urteilt mit insgesamt sechs von zehn Punkten und zieht ein gemischtes Fazit:

Das Nachrichtenportal Stern.de greift die medienkritischen Aspekte ebenfalls auf:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Fernsehfilm (Südwestrundfunk)