mini|hochkant|Wappen der Schlade, Lüttighaus gen. Schlade im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schlade (auch van den Slade, Schlade genannt Lüttinghaus, Lüttichaus genannt Schlade, van den Luttikenhus o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht hatte seinen Stammsitz auf Haus Lüttinghaus (heute „Villa Weiner“), zwei Kilometer südlich von Ochtrup im nordwestlichen Münsterland.Spießen (1901–1903), S. 112.

Bereits 1341 erscheint Rudolf van den Luttikenhus als einer von zwei Bürgen und Urkundensiegler für Arnold Faber genannt Billerbeck gegenüber dem Münsteraner Bischof und der Stadt Coesfeld.Stadtarchiv Coesfeld, A 01.01.01 / Urkunden - Erste Abteilung, Nr. 063, abgerufen am 13. Januar 2026. Dietrich Luttikehus, Bentheimer Lehnsmann, trat 1407 als Urkundenzeuge auf.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - Urk. 336, abgerufen am 13. Januar 2026. 1411 werden Rolve Luttikehues und seine Gattin Aleke urkundlich erwähnt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 194u / Gesamtarchiv von Romberg / Urkunden, Nr. 188, abgerufen am 13. Januar 2026. 1425 tauschte Rodolphus van den Slade gen. Luttikehus, Priester, Vikar und Rektor des Altars sunte Katherine in der Kirche zu Alsteden Eigenhörige. Unter den Urkundenzeugen findet sich auch ein Dyderich van den Slade gen. Luttikehus.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Vz_e861ee95-ff15-494c-a4e9-b8297c78e3e6ACTAPRO HarKe.Ha1.Uk / Haus Harkotten I, Urkunden, Nr. HarKe.Ha1.Uk - 106, abgerufen am 12. Januar 2026. Wohl derselbe (Dyderic Luttikehus bzw. Diderick van den Slade anders genannt Luttekehus) erscheint 1437 als Knappe, als er für sich uns seine Erben eine Rente verkaufte, und noch einmal im selben Jahr, als er eine Burgschaftsurkunde ausstellte und diese besiegelte. Darin ging es um eine Rente, die Bernd von Wischele, seine Frau Aleke van Slade und deren Tochter einem Priester namens Hermann verkauft hatten.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 22 und 23, abgerufen am 12. Januar 2026. 1465 erscheint erneut ein Dirike ten Slade genant Lutkehues.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Wel.Uk.Pg / Pergamenturkunden, Nr. Wel.Uk.Pg - 33, abgerufen am 12. Januar 2026. 1570 verkaufte die Familie den Wensicker Zehnten im Kirchspiel Osterwick an Hermann von Schelver.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 156u / Studienfonds Münster, Jesuitenkolleg Münster / Urkunden, Nr. 164, abgerufen am 12. Januar 2026. 1565–1581 stellte Rudolph/Roleff von Schlade genannt Lüttinghaus mehrere Obligationen zugunsten von demselben Hermann von Schelver aus.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 156u / Studienfonds Münster, Jesuitenkolleg Münster / Urkunden, Nr. 143, Nr. 160, Nr. 167 und Nr. 209, abgerufen am 12. Januar 2026. Heinrich Schlade genannt Lüttinghaus zu Lüttinghaus besiegelte 1593 ein Lehnsrevers an den Grafen Arnold zu Bentheim-Tecklenburg und Steinfurt über Werninck. 1629 bestätigte Adolf Schlade gen. Lüttinghaus dem Grafen Arnold Jost zu Bentheim-Tecklenburg-Steinfurt und Lmburg dasselbe Lehen.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - Urk. 839 und Urk. 841, abgerufen am 12. Januar 2026. Derselbe Adolf von Schlade zu Lüttinghaus besaß auch den Hagenovest-Kotten bei Nienborg.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 194 / Gesamtarchiv von Romberg / Akten, Nr. 5694, abgerufen am 12. Januar 2026. Christina von Schlade genannt Lüttinghaus († 1603) war 1565–1603 Priorin im Kloster Herzebrock. Adolf Heinrich von Schlade zu Lüttinghuas war mit Ernestine Katharina von Reumond verheiratet. 1708 wurde ein Mutschein ausgestellt betreffend die anstehende Belehnung des Adolf Heinrich von Schlade mit dem Lehngut Lüttinghaus, einem Zwöflingsgut zu Nienborg und dem Lehngut Engering im Kirchspiel Wettringen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 001 / Fürstbistum Münster, Landesarchiv / Akten, Nr. 976, abgerufen am 12. Januar 2026. Die Eheleute besaßen 1734 auch das Gut Holthausen.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, F 001 / Reichskammergericht / Akten, Nr. R 560, abgerufen am 12. Januar 2026.

Die Familie erlosch im Mannesstamm mit den Tod von Christov Heinrich Ernst von Schlade gen. Lüttinghaus im Jahr 1754. Haus Lüttinghaus, das Lehngut Werning und andere Güter fielen danach an die von Hoen.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Bur.B / Lehensachen, Urkunden und Akten, Nr. Bur.B - 149 und 270, abgerufen am 12. Januar 2026.

Wappen Blasonierung: In Blau ein silberner Adler. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein offener silberner Flug.

Zur Zeit des Nationalsozialismuses war das Ochtruper Gemeindewappen an das Wappen derer von Schlade angelehnt. Am 17. Juli 1939 war der Gemeinde durch den Oberpräsidenten aus ideologischen Gründen ein neues Wappen verliehen worden, das in Blau einen golden bewehrten silbernen Adler mit Brustschild, darin in Silber über einem blauen Wellenschildfuß eine rote Mauer mit niedrigem Rundturm, zeigte. Dadurch wollte man das den Nationalsozialisten unliebsame christliche Symbol des Gotteslamms vermeiden. Zuvor hatte der Amtsbürgermeister von Ochtrup am 7. September 1936 ausdrücklich festgestellt, dass das alte Wappen mit Gotteslamm der „heutigen Auffassung“ nicht mehr entspreche.Kreis Steinfurt (Hrsg.): Kommunale Wappen, S. 27 (PDF, 1,6 MB auf kreis-steinfurt.de). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1950 das heutige Wappen mit Gotteslamm genehmigt.

Literatur Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 112 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 281 (hhu.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht