Terminal Ost (auch Empfangsanlage Ost, zuvor auch einfach Empfangsgebäude) war das erste Flughafenterminal des Flughafens Frankfurt Main. Es wurde vielfach erweitert und letztendlich abgerissen.

Geschichte

Ursprungsgebäude Der Bau des ursprünglichen, als Verwaltungs- und Empfangsgebäude bezeichneten Teils vom späteren Terminal Ost begann am 15. Mai 1935. Am 8. Juli 1936 wurde es zusammen mit dem neuen Flughafen im Stadtwald eröffnet. Das Gebäude verfügte über ein Restaurant mit Außengastronomie, einem Vorläufer der späteren Besucherterrasse.

Für die gewerbliche Luftfahrt war das Empfangsgebäude allerdings nicht lange im Betrieb. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde es militärisch genutzt. Dies war auch optisch erkennbar: Das ursprünglich weiße Gebäude wurde olivgrün gestrichen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Empfangsgebäude stark beschädigt, ein Teil des zweiten Stockwerks wurde komplett zerstört. Schon 1946 konnte es jedoch notdürftig repariert und wieder für die amerikanische Besatzung in Betrieb genommen werden. Es diente bis zur Eröffnung neuer Infrastruktur im Süden des Flughafens als Standort der Rhein-Main Air Base.

Das Gebäude wurde 1951 auf drei Stockwerke aufgestockt, um die Kapazität der Warteräume zu vergrößern. Außerdem wurde ein Leuchtschild „Frankfurt Main“ installiert.

Erweiterung zum Terminal Ost Schon 1939 gab es erste Pläne, den Flughafen auszubauen. Diese Pläne wurden jedoch kriegsbedingt nicht umgesetzt. In den 1950er und 1960er Jahren erlebte der Flughafen jedoch ein rasantes Wachstum der Flugzahlen, was letztendlich zur Planung der Neuen Empfangsanlage West (Terminal Mitte, heutiges Terminal 1) führte. Um die lange Planungs- und Bauzeit zu überbrücken, entschloss sich der Flughafenbetreiber VAG, das bestehende Empfangsgebäude zu erweitern.

Am 1. August 1958 wurde südlich des bestehenden Empfangsgebäudes ein Erweiterungsbau eröffnet. Das erweiterte Terminal wurde seitdem als Empfangsanlage Ost bzw. Terminal Ost bezeichnet, um es von der Neuen Empfangsanlage West (NEW) abzuheben. Architekten der Erweiterung, wie auf der NEW waren Alois Giefer und Hermann Mäckler. Die Erweiterung vergrößerte die Gesamtanlage um 5200 m² und beinhaltete vor allem eine deutlich vergrößerte Inlands- und Auslandswartehalle.

Im Oktober 1963 wurde die Auslandswartehalle erweitert und die Kapazität des Terminals auf 5 Mio. Fluggäste vergrößert. 1966 folgte die Erweiterung der Inlandswartehalle. Eine zusätzliche Charter-Halle wurde 1969 eröffnet.

Außerbetriebnahme und Abriss

Mit der Eröffnung von Terminal Mitte am 16. März 1972 um 06:00 endete der gewerbliche Flugbetrieb von Terminal Ost. Es wurde seitdem nur noch für Schulungen, die Allgemeine Luftfahrt (General Aviation) und kleinere Charterflüge genutzt. 1989 begann unmittelbar nördlich der Bau des neuen Terminal 2. Am 7. Mai 1991 wurde Terminal Ost abgerissen, um Platz für die Terminal-Ramp zu schaffen.

Architektur Landseitig dominierte der Ursprungsbau von 1936 das Terminal. Zuletzt war dies ein dreistöckiges Gebäude mit angeschlossenem sechsstöckigem Kontrollturm.

Auf der Luftseite wiederum war der Erweiterungsbau der 1950er Jahre besonders markant.

Betrieb mini|Kontrollturm des älteren Teils von Terminal Ost (1951)

Flugbetrieb Bis zur Eröffnung von Terminal Mitte war Terminal Ost bzw. dessen Vorgängerbauten das einzige Empfangsgebäude des Frankfurter Flughafens und fertigte somit den gesamten kommerziellen Flugverkehr ab. Die Zahl der Fluggäste stieg von knapp 58.000 bei der Eröffnung 1936 auf über 10 Mio. bei dessen Schließung 1972. Insbesondere in der Nachkriegszeit verfünfzigfachte sich diese Zahl, was sich in den ständigen Erweiterungen und ihrem späteren Ersatz der Anlage zeigte.

Straßenanschluss Terminal Ost lag am Ende der Kapitän-Lehmann-Straße, die als Stichstraße der Flughafenstraße an der Unterschweinstiege startete. Die Flughafenstraße wiederum diente bis zum vollständigen autobahnähnlichen Ausbau der Bundesstraße 43 als Ausfallstraße vom Stadtteil Niederrad und endete ursprünglich in Kelsterbach. Später folgte ein Autobahnanschluss an die heutige Bundesautobahn 3.

Öffentlicher Personennahverkehr Anfangs, nach Eröffnung des Empfangsgebäudes 1936, wurden zwei Buslinien eingerichtet, die das Gebäude mit dem Frankfurter Hauptbahnhof verbanden: Linie L und Linie Z. Eine Eisenbahnverbindung, wie im Südteil des Flughafens, der für den Zeppellinverkehr vorgesehen war, existierte nicht. Die Buslinien wurden mit Beginn des Zweiten Weltkriegs eingestellt.

1953 wurde die Frankfurter Expressbuslinien 41 zum Flughafen eingerichtet. Kurz vor Schließung des Terminal Ost verkehrten folgende Buslinien: Linien Hauptbahnhof Oberforsthaus Kelsterbach (über Schwanheim) Kelsterbach

Literatur

Einzelnachweise

Terminal Ost Kategorie:Erbaut 1936 Kategorie:Erbaut 1958 Kategorie:Aufgelöst 1991