Die I’m Your Baby Tonight World Tour war eine weltweite Konzerttournee der US-amerikanischen Sängerin Whitney Houston, bei der sie ihr 1990 veröffentlichtes und namensgebendes Studioalbum I’m Your Baby Tonight vorstellte.
Hintergrund Houston startete ihre Tournee am 14. März 1991 in Yokohama und beendete sie am 2. Oktober des gleichen Jahres in Paris. Innerhalb von sieben Monaten gab Houston 98 Konzerte in Asien, Nordamerika und Europa.
Die beiden Shows in Yokohama blieben ihre einzigen Konzerte in Asien, da Houston mit dem Fernsehsender HBO über ein Fernsehkonzert für die während des zweiten Golfkriegs in Kuwait stationierten US-amerikanischen Truppen verhandelte. Obwohl der Krieg zum Ende ihrer Auftritte in Japan bereits beendet war und die Truppen in ihre Heimat zurückkehrten, wurde der Plan geändert: Stattdessen fand am Ostersonntag, dem 31. März 1991, ein Konzert auf dem Marinestützpunkt in Norfolk (Virginia) statt, dessen Erlös direkt an das Rote Kreuz gehen sollte. Die Sängerin und der Sender vereinbarten ein kostenloses, unverschlüsseltes Konzert, das jeder sehen konnte. Dieses Special mit dem Titel Welcome Home Heroes with Whitney Houston wurde mit über 50 Millionen Zuschauern zum bis dahin meistgesehenen Konzert in der Geschichte von HBO.Smith, Patricia. „Mom, apple pie and Whitney Houston in concert for troops“. The Boston Globe, April 1, 1991.
Die Tournee verlief nicht ohne Kontroversen: Am Abend vor ihrem Auftritt in Lexington (Kentucky) am 20. April 1991 sorgte Houston für Schlagzeilen, nachdem sie Berichten zufolge in einem örtlichen Hotel in eine Auseinandersetzung mit ihrem Bruder Michael und drei Autogrammjägern verwickelt war. Diese hatten Houston rassistisch beleidigt, woraufhin es zu einer Schlägerei kam, die endete, als Houston einen der Männer, der ihren Bruder angegriffen hatte, angriff und schlug.https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1991-04-25-ca-648-story.htmlhttps://blackamericaweb.com/2017/09/05/book-details-whitney-houstons-racial-fist-fight-with-three-kentucky-males/ Die Anklage gegen die Sängerin, die zunächst wegen Körperverletzung erhoben worden war, wurde im Mai fallen gelassen, nachdem die Staatsanwaltschaft mit widersprüchlichen Beweisen zu den Aussagen von Ransom Brotherton, einem der Beteiligten, konfrontiert worden war und es dadurch nicht möglich war, Houstons Schuld zu beweisen.https://osupublicationarchives.osu.edu/?a=d&d=LTN19910509-01.2.26&e=-------en-20--1--txt-txIN-------https://www.deseret.com/1991/5/9/18919574/whitney-houston-won-t-face-charges/
Frühjahr und Sommer 1991 galten in Nordamerika als eine der schlimmsten Tourneesaisons überhaupt. Viele Größen der Pop- und Rockmusik sagten Konzerte ab oder spielten vor spärlichem Publikum. Auch Houston war davon betroffen. Die Sängerin spielte vor wenigen Zuschauern und musste aufgrund schlechter Ticketverkäufe sogar einige Konzerte absagen. Experten nannten die damals anhaltende Rezession und Finanzkrise als Hauptgrund.Watrous, Peter. „Pop Life“. The New York Times. August 7, 1991. Page C15.Dafoe, Christopher M. „Rock ’n’ Ruin Not just the recession is to blame for the small crowds at rock concerts this summer“ The Globe and Mail. August 17, 1991. Page C1. Im August erkrankte Houston zudem an einer Halsentzündung. Daher musste die Sängerin zum Ende hin mehrere geplante Auftritte in Kanada absagen, um ihre Stimme zu schonen.„Houston cancels rest of tour“. The Globe and Mail. August 10, 1991. Page C3.
Die Tournee wurde Ende August in Europa fortgesetzt, wo Houston zehn ausverkaufte Konzerte in Folge in der Wembley Arena in London gab und damit ihren eigenen Rekord von neun aufeinanderfolgenden Konzerten in derselben Arena während ihrer vorherigen Moment of Truth World Tour im Jahr 1988 brach. Diese zehn Konzerte in Folge sind bis heute die meisten Auftritte einer Künstlerin in einem einzigen Jahr in der Geschichte der Arena.
Nach den historischen Konzerten im Vereinigten Königreich spielte Houston weitere Shows in Spanien, Deutschland und Frankreich, bevor die Tournee am 2. Oktober 1991 in Paris ihren Abschluss fand. Anderthalb Monate nach Tourneeende begann Houston mit den Dreharbeiten zu ihrem ersten Spielfilm The Bodyguard.
Im Gegensatz zu ihren vorherigen Tourneen lag der Fokus diesmal stärker auf der visuellen Gestaltung. Die Bühne wurde von 300 Scheinwerfern erleuchtet, die sich synchron zur Musik drehten und blinkten. Das hochmoderne System wurde von Mark Fisher und Jonathan Park entworfen. Es war zuvor nur von Roger Waters bei dessen Aufführung von Pink Floyds Album The Wall in Berlin im Juli 1990 und den Rolling Stones auf ihrer Urban Jungle Tour (1989/90) eingesetzt worden.Stout, Gene. „Whitney Houston will be impossible to ignore when she comes to Seattle“. Seattle Post. May 3, 1991. Page 5. Houston integrierte außerdem erstmals Kostümwechsel während ihrer Auftritte. Sie trug oft hautenge Jumpsuits. Houston wirkte auch an choreografierten Tanzeinlagen mit Tänzern mit. Anders als bei ihren vorherigen Tourneen war die Bühne nicht rund. Sie wurde von einer siebenköpfigen Band begleitet. Nach dem Tod ihres vorherigen musikalischen Leiters John Simmons übernahm Bassist Rickey Minor die musikalische Leitung der Tour. Die US-amerikanische R’n’B-Gruppe After 7 eröffnete den nordamerikanischen Teil der Tour, während das deutsche Eurodance-Projekt Snap! Houston auf dem europäischen Teil unterstützte. Besonders auffällig waren Houstons extravagante Catsuits, entworfen vom südafrikanischen Modedesigner Marc Bouwer, der von da an mehrere Jahre lang ihr persönlicher Designer sein sollte.https://www.whitneyhouston.com/de/news/whatwhitneywore-marc-bouwer-on-designing-clothes-for-whitney-houston/
Einige Musikjournalisten kritisierten Houston dafür, dass sie sich auf den MTV-Trend konzentriere, auf Tanz und aufwendige Bühnenbeleuchtung zu setzen. So merkte Deborah Wilker im Fort Lauderdale Sun Sentinel an, die Sängerin solle kleinere Veranstaltungsorte und Theater wählen, die „ihrer Raffinesse und ihrem Talent weitaus besser gerecht werden“.Wilker, Deborah. „Whitney Houston: Bigger – but better?“ Fort Lauderdale Sun Sentinel. June 13, 1991. Page 3E. USA Today lobte die Sängerin hingegen, weil sie „die Grenzen der durchkalkulierten Produktionen ihrer Aufnahmen sprengt und sich geradezu mutig und gefühlvoll präsentiert“.Jones, James T. „Whitney is so emotional, soulful in concert“. USA Today. April 19, 1991. Page 01D.
Liveaufnahmen Das Konzert in A Coruña am 29. September 1991 wurde aufgezeichnet und in mehreren spanischsprachigen Ländern sowie in ausgewählten europäischen Ländern ausgestrahlt. Ein offizieller Mitschnitt dieses Auftritts ist bis heute jedoch nicht erschienen.
Setlist Beispiel-Setlist I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me) So Emotional Saving All My Love for You How Will I Know Medley (All at Once/A House Is Not a Home/Didn’t We Almost Have It All/Where Do Broken Hearts Go) Medley (Lover Man (Oh, Where Can You Be?)/My Man/All the Man That I Need) Medley (Mercy Mercy Me (The Ecology)/What’s Going On) (performed by Gary Houston) My Name Is Not Susan Anymore Miracle Revelation In Return This Day Who Do You Love I’m Your Baby Tonight I Belong to You Greatest Love of All
Tourdaten Nr.DatumStadtLandVeranstaltungsortAnmerkungenLeg 1 – Asien/Nordamerika114. März 1991YokohamaYokohama Arena215. März 1991Leg 2 – Nordamerika318. April 1991KnoxvilleThompson-Boling Arena420. April 1991LexingtonRupp Arena521. April 1991ChampaignAssembly Hall622. April 1991East LansingBreslin Student Events Center723. April 1991ColumbiaHearnes Center824. April 1991AmesHilton Coliseum926. April 1991Iowa CityCarver–Hawkeye Arena1027. April 1991MinneapolisTarget Center1129. April 1991WinnipegWinnipeg Arena121. Mai 1991SaskatoonSaskatchewan Place133. Mai 1991EdmontonNorthlands Coliseum145. Mai 1991CalgaryOlympic Saddledome157. Mai 1991VancouverPacific Coliseum168. Mai 1991PortlandMemorial Coliseum179. Mai 1991SeattleCenter Coliseum1811. Mai 1991OaklandColiseum Arena1912. Mai 1991SacramentoARCO Arena2013. Mai 1991Mountain ViewShoreline Amphitheatre2116. Mai 1991InglewoodGreat Western Forum2217. Mai 1991Costa MesaPacific Amphitheatre2319. Mai 1991PhoenixDesert Sky Pavilion2421. Mai 1991ParadiseThomas & Mack Center2523. Mai 1991AlbuquerqueTingley Coliseum2624. Mai 1991Greenwood VillageFiddler’s Green Amphitheatre2725. Mai 1991Salt Lake CitySalt Palace2828. Mai 1991New OrleansLakefront Arena2930. Mai 1991Oklahoma CityMyriad Convention Center3031. Mai 1991DallasCoca-Cola Starplex Amphitheatre312. Juni 1991The WoodlandsCynthia Woods Mitchell Pavilion324. Juni 1991San AntonioHemisFair Arena335. Juni 1991AustinFrank Erwin Center347. Juni 1991BirminghamBirmingham-Jefferson Civic Center359. Juni 1991PensacolaCivic Center3610. Juni 1991OrlandoOrlando Arena3711. Juni 1991MiamiMiami Arena3813. Juni 1991ColumbiaCarolina Coliseum3915. Juni 1991AtlantaAtlanta-Fulton County Stadium4016. Juni 1991GreensboroColiseum4119. Juni 1991ChattanoogaUTC Arena4220. Juni 1991NashvilleStarwood Amphitheatrexx22. Juni 1991Maryland HeightsRiverport Amphitheatre4323. Juni 1991Kansas CityStarlight Theatrexx25. Juni 1991OmahaCivic Auditorium4427. Juni 1991MilwaukeeMarcus AmphitheaterMilwaukee Summerfest ’914528. Juni 1991NoblesvilleDeer Creek Music Center4630. Juni 1991Tinley ParkWorld Music Theatre473. Juli 1991DetroitJoe Louis Arenaxx5. Juli 1991HamptonColiseum486. Juli 1991CharlotteBlockbuster Pavilion497. Juli 1991RaleighWalnut Creek Amphitheatre5010. Juli 1991Cuyahoga FallsBlossom Music Center5111. Juli 1991Grove CityCapital Music Center5213. Juli 1991BurgettstownCoca-Cola Star Lake Amphitheater5314. Juli 1991RichmondColiseum5416. Juli 1991ColumbiaMerriweather Post Pavilion5517. Juli 1991ProvidenceCivic Center5619. Juli 1991PhiladelphiaSpectrum5720. Juli 1991HersheyHersheypark Stadium5821. Juli 1991Saratoga SpringsSaratoga Performing Arts Center5923. Juli 1991New York CityMadison Square Garden6026. Juli 1991East RutherfordBrendan Byrne Arena6127. Juli 1991CincinnatiRiverfront Stadium6229. Juli 1991LenoxTanglewood6330. Juli 1991CanandaiguaFinger Lakes Performing Arts Center642. August 1991BuffaloMemorial Auditorium653. August 1991HartfordCivic Center666. August 1991MansfieldGreat Woods Center for the Performing Arts677. August 1991689. August 1991Old Orchard BeachThe Ballpark6910. August 1991NashuaHolman Stadiumxx11. August 1991MonctonMagnetic Hill Concert Sitexx13. August 1991HalifaxMetro Centrexx15. August 1991MontréalForumxx16. August 1991OttawaLansdowne Parkxx17. August 1991TorontoExhibition StadiumLeg 3 – Europa7027. August 1991BirminghamNational Exhibition Centre7128. August 19917229. August 19917330. August 19917431. August 1991751. September 1991763. September 1991LondonWembley Arena774. September 1991786. September 1991797. September 1991809. September 19918110. September 19918211. September 19918313. September 19918414. September 19918515. September 19918617. September 1991GlasgowSECC8718. September 19918819. September 19918921. September 1991RotterdamSportpaleis Ahoy’9022. September 19919123. September 19919225. September 19919326. September 19919427. September 19919529. September 1991A CoruñaEl Coliseo9630. September 1991Frankfurt am MainFesthalle971. Oktober 1991ParisPalais Omnisport de Bercy982. Oktober 1991
Band Whitney Houston: Gesang Ray Fuller: Gitarre Bette Sussman: Keyboards Michael Bearden: Keyboards Kevin Lee: Keyboards Rickey Minor: Bass, Bass-Synthesizer Ricky Lawson: Schlagzeug Bashiri Johnson: Percussion Kirk Whalum: Saxophon Gary Houston: Hintergrundgesang Vonchita Rawls: Hintergrundgesang Carmen Rawls: Hintergrundgesang Tiawana Rawls: Hintergrundgesang
Weblinks The I’m Your Baby Tonight World Tour on whitneyhouston.com
Einzelnachweise
Kategorie:Musiktournee 1991 Kategorie:Whitney Houston