Ernst Seibert (* 6. Januar 1946 in Salzburg) ist ein österreichischer Literaturwissenschaftler. Er ist Mitbegründer der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung mit Sitz in Wien und Gründer der Zeitschrift libri liberorumhttps://journals.univie.ac.at/index.php/lili/, und der Schriftenreihe Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung.https://oegkjlf.univie.ac.at/publikationen/

Leben und Werk

Ernst Seibert maturierte 1965 am Realgymnasium Schottenbastei; er studierte an der Universität Wien und an der Universität Salzburg Germanistik, Psychologie und Philosophie für das Lehramt, das er mit einer Abschlussarbeit zur Phantastischen Erzählung am Institut für Germanistik der Universität Wien beendete. Seine Dissertation Jugendliteratur im Übergang vom Josephinismus zur Restauration, mit einem bibliographischen Anhang über die Kinder- und Jugendliteratur von 1770–1830 wurde 1987 im Böhlau-Verlag publiziert. Mit dieser von Herbert Zeman betreuten Arbeit wurde die Jugendliteraturforschung als Teil der österreichischen Literaturgeschichtsschreibung eröffnet.Herbert Zeman: Vorbemerkung zu Ernst Seibert: Jugendliteratur im Übergang vom Josephinismus zur Restauration, mit einem bibliographischen Anhang über die Kinder- und Jugendliteratur von 1770–1830. Wien: Böhlau 1987, S. IX Mit der 2005 im Peter Lang Verlag erschienenen Habilitationsschrift Kindheitsmuster in der österreichischen GegenwartsliteraturErnst Seibert: Kindheitsmuster in der österreichischen Gegenwartsliteratur. Frankfurt/Main: Peter Lang Europäischer Verlag der Wissenschaften 2005 erweiterte er den Forschungsbereich der Kinder- und Jugendliteratur um das Thema Kindheit in der Allgemeinliteratur. Seine wissenschaftliche und berufliche Karriere begann 1969 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am 1965 von Richard Bamberger begründeten „Internationalen Institut für Jugendliteratur und Leseforschung“ (Institut für Jugendliteratur).

Seit 1976 unterrichtete er die Fächer Deutsch und Philosophie / Psychologie am BG und BRG Franklinstraße 26, 1210 Wien, bzw. am BG und BRG für Berufstätige (= Abendgymnasium Wien). Ab 1988 lehrte er am Institut für Germanistik an den Universitäten Wien und Graz. Von 1997 bis 1999 war er Mitarbeiter in dem von der DFG (Deutsche-Forschungsgemeinschaft) unterstützten Projektteam „Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur“ der Arbeitsstelle für Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien (ALEKI) an der Universität zu Kölnhttps://search.ub.uni-koeln.de/portal/inst323/databases/id/uni/titles/id/991014967239706476.html?l=de . 2004 initiierte er das Forschungsprojekt des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank „Kindheit und Jugend als literarische Zielgruppen von 1900-1950“.Kindheit und Jugend als literarische Zielgruppen von 1900-1950 – Institut für Germanistik an der Universität Wien 1999 war er zusammen mit den Proponenten Sabine Fuchs (Graz), Friedrich C. Heller (Wien) und Peter Schneck (Wien) Mitbegründer der „Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteratur-Forschung“ÖG-KJLF, http://www.oeg-kjl-f.at/ als Schwestergesellschaft der deutschen Gesellschaft für Jugendliteraturforschung (GKJF) und war bis 2013 deren Vorsitzender. Das Ziel war, vorhandene kinder- und jugendliterarische Institutionen national und international zu vernetzen, die wissenschaftliche Beschäftigung und Erforschung der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur als eigenen Gegenstandsbereich anzustoßen und sie universitär zu verankern.

Als Publikationsorgane der Gesellschaft gründete er die Schriftenreihe Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschunghttps://www.praesens.at/openaccess/kinder-und-jugendliteraturforschung-in-oesterreich/ und die Fachzeitschrift „libri liberorum“ deren Herausgeber er bis 2016 war.

2024 wurde Seibert aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Ernst Seibert ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Wien. Auszeichnungen 1991 für das Pilotprojekt „Historische Kinderbuchforschung im Donauraum“ mit dem „Theodor-Körner-Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst“. 2008 Wissenschaftspreis der „Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur“ in Volkach für die „großen Verdienste um die interkulturelle Erforschung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur, vor allem in Österreich“ 2026 Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Werke (Auswahl) Monographien Jugendliteratur im Übergang vom Josephinismus zur Restauration, mit einem bibliographischen Anhang über die österreichische Kinder- und Jugendliteratur von 1770-1830. (Diss.) Böhlau Verlag, Wien-Köln-Graz 1987 (Illustr.) Bibliographie wissenschaftlicher Arbeiten zur Jugendliteratur und Leseforschung in Österreich 1948–1988. Hgg. vom Internationalen Institut für Jugendliteratur und Leseforschung, der Gesellschaft zur Erforschung und Förderung des Lesens (International Reading Association – Sektion Österreich) und vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport, Abt. IV/6. Wien 1990 Bibliographie wissenschaftlicher Arbeiten zur Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Hgg. vom Internationalen Institut für Jugendliteratur und Leseforschung, Wien 1996. Kindheitsmuster in der österreichischen Gegenwartsliteratur. Zur Genealogie von Kindheit. Ein mentalitätsgeschichtlicher Diskurs im Umfeld von Kindheits- und Kinderliteratur. (Habilitationsschrift). Peter Lang. Europäischer Verlag der Wissenschaften. Frankfurt/Main u. a. 2005 (= Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie. Geschichte. Didaktik. Bd. 38) Themen, Stoffe und Motive in der Literatur für Kinder und Jugendliche. Wien: Facultas. WUV, 2008 Kindheitsgenealogien. Literatur und Kindheit im „Jahrhundert des Kindes“ in Österreich. Wien: Praesens, 2022

Herausgeber/Mitherausgeber Zeitschrift und Buchreihe libri liberorum. Fachzeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteratur-Forschung. Praesens, Wien 1999–2015 Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung. Edition Praesens, Wien 2001–2016 (Band 1–17)

Zahlreiche Publikationen zur österreichischen Kinder- und Jugendliteratur in einschlägigen Sammelbänden und Fachzeitschriften.

Literatur Homepage von Ernst Seibert: https://www.germ.univie.ac.at/ernst-seibert/ Gunda Mairbäurl, Susanne Blumesberger, Hans-Heino Ewers, Michael Rohrwasser (Hg.): Kindheit, Kindheitsliteratur, Kinderliteratur. Studien zur österreichischen Literatur. Festschrift für Ernst Seibert. Wien: Praesens 2010 Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung: https://oegkjlf.univie.ac.at/ Schriftenreihe Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich. Veröffentlichungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung: https://www.praesens.at/openaccess/kinder-und-jugendliteraturforschung-in-oesterreich/ Fachzeitschrift libri liberorum: https://journals.univie.ac.at/index.php/lili/

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich (1952) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann