mini|Der Tragaltar von Stavelot Der Tragaltar von Stavelot (nach der deutschsprachigen Bezeichnung des namengebenden belgischen Klosters Stablo auch Tragaltar von Stablo) ist ein Portatile aus dem 12. Jahrhundert.
Geschichte mini|Oberseite mini|Seitenansicht mit Kreuzigung des Andreas und des Philippus Abt Wibald von Stablo (1098–1158) ließ den Tragaltar anfertigen, wobei aus stilistischen Vergleichen eine Entstehungszeit um 1140/1150 angenommen wird.Holger Kempkens: Abt Wibald von Stablo und Corvey und seine Kunststiftungen. In: Holger Kempkens, Christiane Ruhmann (Hrsg.): Corvey und das Erbe der Antike. Kaiser, Klöster und Kulturtransfer im Mittelalter. Ausstellungskatalog Paderborn. Imhof, Petersberg 2024, S. 560 unter Verweis auf Susanne Wittekind: Altar – Reliquiar – Retabel. Kunst und Liturgie bei Wibald von Stablo. Köln u. a. 2004. Er wurde von Otto von Falke dem namentlich nicht bekannten Meister des Tragaltars von Stavelot zugeschrieben.
Heute befindet sich der Tragaltar in der Sammlung der Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel (Inv. Nr. 1580).
Gestaltung Die im Inneren des kastenförmigen Tragaltars befindliche Reliquienkammer ist heute leer. Ein in die überstehende Deckplatte eingelassener Bergkristall ist u. a. umgeben von z. T. in Grubenschmelztechnik dargestellten Personen und Begebenheiten aus dem Alten Testament und der Passionsgeschichte. Die ebenfalls überstehende Bodenplatte wird von Füßen in Gestalt der vier an ihren Schreibpulten sitzenden Evangelisten getragen. Die Darstellungen auf den Seitenteilen des Kastens beziehen sich auf die zwölf Apostel.Holger Kempkens, Abt Wibald von Stablo und Corvey und seine Kunststiftungen. In: Holger Kempkens, Christiane Ruhmann (Hrsg.): Corvey und das Erbe der Antike (Ausstellungskatalog Paderborn), Petersberg 2024, S. 555 ff., hier S. 561–562.
Literatur Otto von Falke: Der Meister des Tragaltars von Stavelot. In: Pantheon. Band 10, 1932, S. 279–283. Anton Legner (Hrsg.): Rhein und Maas. Kunst und Kultur 800–1400. Eine Ausstellung des Schnütgen-Museums der Stadt Köln und der belgischen Ministerien für französische und niederländische Kultur. Schnütgen-Museum, Köln 1972, Kat.-Nr. G 13, S. 252. Alice Gudera: Der Tragaltar aus Stavelot. Ikonographie und Stil. WMIT-Druck- und Verlags-GmbH, Bremen 2003, ISBN 3-929542-25-0 (Inhaltsverzeichnis). Susanne Wittekind: Altar – Reliquiar – Retabel. Kunst und Liturgie bei Wibald von Stablo. Böhlau, Köln u. a. 2004, ISBN 3-412-13102-4, S. 51–172. Patrick Henriet: Relire l’autel portatif de Stavelot. In: Orfèvrerie septentrionale, XII et XIIe siècle. Lüttich 2016, S. 179–208 (Digitalisat). Holger Kempkens: Abt Wibald von Stablo und Corvey und seine Kunststiftungen. In: Holger Kempkes, Christiane Ruhmann (Hrsg.): Corvey und das Erbe der Antike. Kaiser, Klöster und Kulturtransfer im Mittelalter. Ausstellungskatalog Paderborn, Imhoff, Petersberg 2024, S. 555–569, hier S. 556–560.
Weblinks
Eintrag in der Datenbank des Museums Detailfotos
Einzelnachweise
Kategorie:Christlicher Altar Kategorie:Altar (12. Jahrhundert) Kategorie:Goldschmiedearbeit Kategorie:Reichsabtei Stablo-Malmedy