Jane B… wie Birkin ist ein französischer dokumentarisch-essayistischer Film von Agnès Varda, aus dem Jahr 1988. Der Originaltitel lautet Jane B. par Agnès V.; im deutschsprachigen Fernsehen lief der Film auch unter dem Titel Jane B... wie Birkin. Der Film lief 1988 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Inhalt Der Film ist als offenes Porträt von Jane Birkin angelegt: Gesprächspassagen, Beobachtungen und autobiografische Splitter werden mit inszenierten Miniaturen kombiniert, in denen Birkin verschiedene (imaginierte) Rollen annimmt. So entsteht weniger eine lineare Biografie als eine Collage „vieler Gesichter“, die zwischen öffentlicher Figur, privater Person und filmischer Fantasie wechselt.Criterion Collection: Jane B. par Agnès V.
Entstehung und Kontext Nach Darstellung des Deutschen Filmmuseums ging die Idee zu dem Porträtprojekt von Birkin aus; im Austausch mit Varda entwickelte sich daraus ein Film, der zugleich die Arbeitsbeziehung der beiden und das Umfeld (u. a. Birkins Familie) sichtbar macht. In der Rezeption wird der Film außerdem häufig als Teil eines „Diptychons“ mit Vardas Spielfilm Die Zeit mit Julien (1988) gelesen, der aus demselben Arbeitszusammenhang hervorging bzw. im Film selbst gespiegelt wird.
Einordnung ins Werk von Agnès Varda Jane B. par Agnès V. steht in Vardas Werk für ihre konsequente Grenzarbeit zwischen Dokumentarischem, Essay und Fiktion: Das Porträt wird zum Dialog – und zum Porträtverfahren, das die Herstellungsbedingungen (Blick, Kamera, Gespräch, Inszenierung) mitausstellt. Damit knüpft der Film an Vardas breiteres Interesse an Selbstinszenierung, Selbstbild und „cinécriture“ (Filmen als Schreibweise) an, das in der Forschung zu Varda als zentrale ästhetische Kategorie beschrieben wird.ManchesterHive (Alison Smith u. a.): Kapitel zu „cinécriture“ in Agnès Vardahttps://libres.uncg.edu/ir/uncg/f/C_McFadden_Reflected_2011.pdf
Rezeption In feministischen Filmanalysen wird der Film häufig als Gegenentwurf zu einem objektivierenden Star-Porträt verstanden: Birkin erscheint nicht als Objekt eines Blicks, sondern als vielfach gebrochene, performative Figur, deren Bild sich aus Gesprächen, Spiegelungen und Rollenproben zusammensetzt.Mai: Feminism (2023): „Varda’s Radical Deconstructions of the Self“ McFadden beschreibt die Struktur als reflexives Porträt, in dem formale Experimente und feministische Fragestellungen zusammengeführt werden, gerade weil das Filmporträt zugleich auch Vardas Position als Autorin und Gesprächspartnerin sichtbar macht.McFadden, Cybelle H.: Reflected Reflexivity in Jane B. par Agnès V. (PDF, 2011).
libres.uncg.edu Zeitgenössische wie spätere Kritiken betonen häufig den „elliptischen“ Zugriff: Das Porträt arbeite über Sprünge, Masken, Spiel und Intimität – und mache gerade daraus seinen Erkenntnisgewinn über Starbild und Privatperson.Reverse Shot (2016): Review zu Jane B. par Agnès V.
Weblinks
Berlinale-Archiv: Jane B. par Agnès V. (1988) Filmdienst: Jane B. par Agnès V. MUBI: Jane B… wie Birkin
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1988 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Dokumentarfilm