Das Lied der Stille – Eine Einsiedlerin in Deutschland ist die 180. Folge der Sendung 37 Grad von Norbert Busè, die am 25. August 1998 erstmals im ZDF ausgestrahlt wurde.

Handlung Das Lied der Stille – Eine Einsiedlerin in Deutschland porträtiert eine Ordensfrau, die sich für ein Leben als Eremitin entschieden hat: Sie lebt zurückgezogen in einem kleinen Häuschen in der Nähe einer Kapelle im Wald und gestaltet ihren Alltag in bewusster Abgeschiedenheit. Der Film begleitet sie über einen längeren Zeitraum und beobachtet den Rhythmus ihres Tages zwischen Stille, Gebet und Meditation sowie der schlichten Arbeit in und mit der Natur; immer wieder werden dabei Naturbeobachtungen und Handgriffe des Alltags zu Momenten der Konzentration und inneren Sammlung verdichtet. Zugleich zeigt der Film, dass Einsamkeit und Alleinsein für die Protagonistin nicht deckungsgleich sind: Neben der Zurückgezogenheit stehen Gespräche mit den wenigen Menschen, die zu ihr kommen – darunter auch Besucherinnen und Besucher aus der Stadt, die selbst nach Ruhe und Orientierung suchen.

Rezeption Zur Erstausstrahlung lief Das Lied der Stille – Eine Einsiedlerin in Deutschland am 25. August 1998. In den zeitgenössischen Besprechungen fiel vor allem die konsequent „leise“ Erzählweise auf: In der taz beschreibt Claudia Sudik, wie der Film den üblichen TV-Rhythmus geradezu aushebelt und die Zuschauerinnen und Zuschauer in einen anderen Wahrnehmungsmodus führt – „Eine halbe Stunde keine überquasselten grellen Bilder, keine scheppernden Informationsketten, kein lärmendes Urteil“.

Genau dieser Eindruck – dass das Fernsehen für einen Moment aussetzt, langsamer wird, still wird – wird auch in der Kritik der Thüringer Allgemeinen zugespitzt formuliert. Dort heißt es am Ende pointiert: „Es ist, als habe Fernsehen gerade Pause.“Ute Rang: Die Ruhe im tiefen Wald. In: Thüringer Allgemeine, 27. August 1998.

Weitere Stimmen betonen, dass Busè der Einsiedlerin gerecht werde, indem er auf Voyeurismus verzichte.Anne Schlesinger: Besuch bei einer freiwillig Einsamen. In: Die Welt. („Ein Film, der gleichzeernseh-Kritik“) Und die Schwäbische Zeitung rückt den Film in die Tradition der „kleinen“ Fernsehstücke mit großer Wirkung: „Es gibt Filme, die sind sehr klein und trotzdem riesengroß“ – verbunden mit dem Urteil, Das Lied der Stille sei „ein filmisches Kleinod“.Birgit Letsche: Klein und doch riesengroß. In: Schwäbische Zeitung, 27. August 1998.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1998 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Fernsehfilm (ZDF) Kategorie:Episode einer Fernsehsendung