Johann Nepomuk Wenzel Podhagsky Edler von Kaschauberg (* 16. Mai 1831 in Böhmen; † 24. Mai 1900 in Wien) war ein österreichischer Zivilingenieur.

Leben Johann Podhagsky war ein Neffe und Adoptivsohn des Generalmajors Josef Podhagsky. Letzterer wurde 1857 als Josef Podhagsky Edler von Kaschauberg in den Adelsstand erhoben, der infolge eines gesonderten Diploms im selben Jahr auf seinen Neffen und Adoptivsohn überging. Johann von Podhagsky heiratete 1859 Anna Stritzko. Das Paar hatte drei Kinder: Josef, Karl und Božena.

Podhagsky studierte am Ständischen Polytechnischen Institut in Prag. Er arbeitete lange Zeit als Beamter im k. k. Handelsministerium, im niederösterreichischen Landesausschuss und bei der Donauregulierungs-Kommission in Wien. Ab 1872 wirkte er als behördlich autorisierter Zivilingenieur und gerichtlicher Sachverständiger für Wasserbau. Er wurde für seine wasserbaulichen Projekte und Publikationen bekannt und galt als Autorität im Bereich des Wasserrechts.

Johann von Podhagsky erstellte Projekte für die Marchfeld-Bewässerung, die Entwässerung des Laibacher Moors und die Flussregulierung der Ostravice. Er gehörte neben Gottlieb Fänner, Paul Klunzinger, Arthur Oelwein, Josef Riedel und Johann Georg Schoen einem Expertenkomité der Gemeinde Wien zur Wienfluss-Regulierung an. Gemeinsam mit Paul Klanzinger erstellte er ein Gutachten zum Abschluss der Flussregulierung der Mur in der Steiermark. Das Handelsministerium betraute ihn mit Studien und technischen Vorarbeiten für schiffbare Wasserstraßen zwischen der Donau und der Elbe, der Donau und der Oder sowie der Elbe und dem geplanten Donau-Oder-Kanal. Für das Ackerbauministerium befasste er sich mit der landwirtschaftlichen Verwertung der Wiener Abfallwässer. Er plante die 1897 eröffnete Kaiser-Franz-Josef-Jubiläums-Wasserleitung in Waidhofen an der Thaya, die die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser aus vier Quellen in Brunn und Kainraths sicherstellte.Von der Wasserleitung in Waidhofen a. d. Thaya. In: Aus der Heimat. Zeitschrift für Heimats- und Volkskunde. Heft 9/1928, S. 23 (online bei ANNO). Außerdem gewann er 1883 einen Wettbewerb der Gemeindevertretung von St. Pölten für eine Planerstellung zur Stadtregulierung und -erweiterung.

Podhagsky wirkte als Vorstand der Ingenieur-Kammer des Vereins der beh. aut. Civil-Techniker Niederösterreichs, als Mitglied des Verwaltungsrats des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereins und als ordentliches Mitglied des Clubs der Land- und Forstwirthe in Wien. Neben eigenen Schriften war er Chefredakteur der Zeitschrift Der Civil-Techniker und Redaktionsmitglied der Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins.

Johann von Podhagsky starb nach einer kurzen schweren Krankheit im Alter von 69 Jahren.

Schriften

Ehrungen Titel k. k. Baurat (1895) Straßenbenennung der Podhagskygasse in Wien-Breitenlee (1953)

Einzelnachweise

Kategorie:Wasserbauingenieur Kategorie:Beamter (Wien) Kategorie:Chefredakteur Kategorie:Baurat Kategorie:Edler Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1831 Kategorie:Gestorben 1900 Kategorie:Mann