Mit dem Deutschen Buchpreis (dbp) zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der Autor des Siegertitels erhält 25.000 Euro, die fünf anderen Finalisten bekommen je 2500 Euro. rahmenlos|rechts|Logo des Deutschen Buchpreises Unterstützung Partner ist neben der Frankfurter Buchmesse die Deutsche Bank Stiftung. Der Deutschlandfunk kooperiert mit dem Börsenverein.

Bis 2007 wurde der Deutsche Buchpreis vom Spiegel-Verlag sowie von Florian und Gabriele Langenscheidt unterstützt. Die Deutsche Welle kooperierte mit dem Börsenverein.

Idee Die Auszeichnung verwirklicht für den deutschsprachigen Raum einen hochrangigen Literaturpreis, vergleichbar mit dem Prix Goncourt oder dem Booker Prize. Anders als beim Deutschen Bücherpreis und dessen Nachfolger, dem Preis der Leipziger Buchmesse, werden neben dem Hauptpreisträger fünf weitere Romane als Finalisten in besonderer Weise hervorgehoben. Entsprechend ausgestattet ist die Dotierung.

Das Auswahlverfahren zieht sich, begleitet von ausführlichen Medienberichten, über mehrere Monate hin. So wird für die rund 20 Titel eine erhöhte Publizität erreicht.

Der Preis, so beschrieb es Christoph Schroeder, ist ein Verkaufsinstrument des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zur Stärkung des Buchhandels.Christoph Schroeder: "Literatur besteht nicht nur aus Themen" Zeit.de vom 18. Oktober 2022

Auswahlverfahren Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben sich mit jeweils maximal zwei Titeln aus ihrer Produktion, die im Zeitraum von Oktober des Vorjahres bis September des Vergabejahres erschienen sein müssen. Die Akademie Deutscher Buchpreis, der bis zu elf Vertreter der Buch- und Medienbranche angehören, wählt die jährlich wechselnde Jury. Diese besteht in der Regel aus Schriftstellern, Journalisten und literarischen Buchhändlern.

Die Jury sichtet alle Einsendungen und stellt eine 20 Titel umfassende Longlist zusammen, die im August des Preisvergabejahres veröffentlicht wird. Aus dieser Auswahl ermitteln die Juroren sechs Finalisten, die sie im September veröffentlichen, die sogenannte Shortlist. Am Montag vor der Frankfurter Buchmesse im Oktober wird der preisgekrönte Roman im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben.

Preisträger

Am häufigsten ausgezeichnet wurden Romane von Autoren mit deutscher Staatsangehörigkeit (fünfzehn Siege), gefolgt von ihren Kollegen aus Österreich und der Schweiz (jeweils drei Erfolge). Bisher konnte kein Schriftsteller den Deutschen Buchpreis mehr als einmal gewinnen.

Der Verlag mit den meisten Preisträgern ist Suhrkamp (vier Siege), gefolgt von Rowohlt (drei), S. Fischer, Jung und Jung, Luchterhand, Hanser sowie Matthes & Seitz Berlin (je zwei Siege) und Kiepenheuer & Witsch, Frankfurter Verlagsanstalt, DuMont und Klett-Cotta (je ein Sieg).

Jahr Preisträger/-in Titel Verlag 2005 Es geht uns gutCarl Hanser 2006 Die HabenichtseSuhrkamp 2007 Die Mittagsfrau S. Fischer 2008 Der TurmSuhrkamp 2009 Du stirbst nichtKiepenheuer & Witsch 2010 Tauben fliegen aufJung und Jung 2011 In Zeiten des abnehmenden LichtsRowohlt 2012 LandgerichtJung und Jung 2013 Das UngeheuerLuchterhand 2014 KrusoSuhrkamp 2015 Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969Matthes & Seitz Berlin 2016 WiderfahrnisFrankfurter Verlagsanstalt 2017 Die HauptstadtSuhrkamp 2018 ArchipelRowohlt 2019 HerkunftLuchterhand 2020 Annette, ein HeldinneneposMatthes & Seitz Berlin 2021 Blaue Frau S. Fischer 2022 Blutbuch DuMont Buchverlag2023 Tonio Schachinger gewinnt den Deutschen Buchpreis 2023. In: tagesschau.de, 16. Oktober 2023 (abgerufen am 16. Oktober 2023). Echtzeitalter Rowohlt2024 Hey guten Morgen, wie geht es dir? Klett-Cotta2025 Die Holländerinnen Hanser

Kritik 2008 entwickelte sich eine Debatte über den Sinn des Preises und dessen Modalitäten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. September 2008 Mehrere Schriftsteller kritisierten eine willkürliche Auswahl nach „außerliterarischen“ KriterienDaniel Kehlmann: , FAZ, 21. September 2008 sowie die Anwesenheitspflicht der Nominierten. Dem entgegengehalten wurde eine Notwendigkeit zur Popularisierung von qualitativ anspruchsvoller Literatur.

Der Journalist Wolfram Schütte sprach dagegen in Übereinstimmung mit Monika Maron dem Preis ab, ein Buchpreis zu sein. Vielmehr handele es sich um einen Marketingpreis, der „vor allem den bestsellersüchtigen Buchhandelsketten“ nütze. Dabei verlöre man die weltweit einmalige Qualität des deutschsprachigen Verlagswesens aus dem Blick, da hier die meiste Weltliteratur übersetzt worden sei.Wolfram Schütte: Kritik(er) und der Deutsche Buchpreis. Zur Verkaufsförderung von deutschsprachiger Literatur., Titel-Kulturmagazin, 29. September 2008, abgerufen am 24. Februar 2018.

Publikation zur zehnten Verleihung Im Oktober 2014 erschien, pünktlich zur Verleihung des zehnten Deutschen Buchpreises, ein Sachbuch, dessen Autoren sich mit dem Ritual der Preisverleihung, der fortwährenden Kritik an den Regularien und ebenso den Gewinnerromanen auseinandersetzen. Darüber hinaus enthält das Buch Spiel, Satz und Sieg. 10 Jahre Deutscher Buchpreis (Hg. Ingo Irsigler & Gerrit Lembke), das von Kieler Studierenden geschrieben wurde, Exklusivinterviews mit Uwe Tellkamp, dem Buchpreis-Organisator Philippe Genet und Mirko Bonné.

Siehe auch Preis der Leipziger Buchmesse/Belletristik Hotlist Österreichischer Buchpreis Schweizer Buchpreis

Literatur Anna Auguscik: Lost in Translation. Literaturpreise im nationalen Literaturbetrieb. In: Philipp Theisohn, Christine Weder (Hrsg.): Literaturbetrieb. Zur Poetik einer Produktionsgemeinschaft. Fink, Paderborn 2013, S. 97–112. ISBN 978-3-7705-5296-2. Dennis Borghardt, Sarah Maaß: Der Deutsche Buchpreis und die deutschen Buchpreise. Zwischen literarischer Valorisierung und kreativökonomischer Kommerzialisierung. In: literaturkritik.de. 8. Oktober 2018.

Ingo Irsigler u. Gerrit Lembke (Hg.): Spiel, Satz & Sieg. 10 Jahre Deutscher Buchpreis. Berlin University Press: Berlin, 2014. ISBN 978-3-86280-074-2.

Weblinks

Internetpräsenz des Deutschen Buchpreises Buchpreisblog

Einzelnachweise

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Kategorie:Erstverleihung 2005