mini|Das Walter-Hauser-Denkmal (2026) Das Walter-Hauser-Denkmal steht in Wädenswil im Schweizer Kanton Zürich und erinnert an den Bundesrat Walter Hauser (1837–1902). Es wurde 1904 eingeweiht und 1969 in reduzierter Form an seinen heutigen Standort versetzt. Die Porträtbüste ist ein Werk von Adolf Meyer.
Geschichte Walter Hauser war aus Wädenswil gebürtig und verbrachte hier den Grossteil seines Lebens. Von 1870 bis 1881 sass er im Kantonsrat und von 1881 bis 1888 im Regierungsrat des Kantons Zürich. Daneben amtete er von 1869 bis 1875 als Nationalrat und von 1879 bis 1888 als Ständerat. 1888 wurde er als Nachfolger von Wilhelm Hertenstein in den Bundesrat gewählt. Er starb am 22. Oktober 1902 im Alter von 75 Jahren in Bern während der Arbeit.
Bereits im November 1902 konstituierte sich im Restaurant «Schiffli» in Wädenswil ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals für Hauser.Zürich. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Abendblatt. Nr. 320, 18. November 1902, S. 2 (online).Peter Ziegler: 150 Jahre Männerturnverein Wädenswil. In: Jahrbuch der Stadt Wädenswil. 2010 (online). Auf eine öffentliche Ausschreibung hin entschied sich die aus Schweizer Künstlern bestehende Jury im November 1903 einstimmig für das Modell des Bildhauers Adolf Meyer, das einen «Granitblock mit Marmorbüste» vorsah.Kleine Mitteilungen. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Abendblatt. Nr. 322, 20. November 1903, S. 2 (online).Kleine Mitteilungen. In: Neue Zürcher Zeitung. Abendblatt. Nr. 323, 21. November 1903, S. 2 (online). Den architektonischen Teil entwarf Jakob Haller (1879–1943).
Die Denkmalkosten von rund 17'000 Franken wurden hauptsächlich mit Spenden gedeckt. Etwa die Hälfte entfiel auf den Aufkauf des Platzierungsgrundstücks,Turnfest und Denkmalweihe in Wädenswil. In: Neue Zürcher Zeitung. Beilage zu Nr. 192, 12. Juli 1904, S. 1 (online). des zur Zugerstrasse hin gelegenen Gartens der alten Gerberei an der Gerbestrasse 7. Das Haus hatte einst Hauser, der einer Gerberfamilie entstammte, gehört. Das Komitee erwarb die Parzelle vom Kaufmann Heinrich Brunner-TheilerPeter Ziegler: Von der Färberei zum Café Homberger. In: Jahrbuch der Stadt Wädenswil. 2012 (online). und übereignete sie der Gemeinde, die sie in öffentlichen Grund umwandelte.Zürich. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Abendblatt. Nr. 102, 12. April 1904, S. 1 (online). Am 10. April 1904 bewilligte die Gemeindeversammlung von Wädenswil einstimmig einen Beitrag an die Denkmalkosten von 3000 Franken. Im Juni 1904 verfügte das Komitee über rund 13'000 Franken.Hauserdenkmal. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Abendblatt. Nr. 160, 10. Juni 1904, S. 1 (online).mini|Das Denkmal zur Zeit seiner EinweihungDie Einweihungsfeier fand am 10. Juli 1904 im Rahmen eines Turnfests zum 25-jährigen Jubiläum des Seeturnverbands statt (Hauser war selbst passionierter Turner gewesen) und dauerte etwa anderthalb Stunden. Bis auf Hausers noch lebende, 93-jährige Mutter waren alle engeren Familienangehörigen zugegen. Nachdem der Männerchor «Eintracht» An mein Vaterland vorgetragen hatte, hielt der Präsident des Denkmalkomitees, Hauptmann Paul Schnyder, die Begrüssungsansprache, während der das Denkmal enthüllt wurde. Im Namen der Gemeinde Wädenswil nahm es deren Präsident Fritz Weber-Lehnert dankend in Empfang. Sodann sprachen Hausers Nachfolger im Bundesrat und langjähriger Freund Ludwig Forrer und der Präsident des Zürcher Regierungsrats Jakob Lutz. Zum Abschluss sang der Chor den Schweizerpsalm.Aus dem Beamtenstand. In: Zürcher Wochen-Chronik. Nr. 30, 23. Juli 1904, S. 1 f. (online).
Anlässlich der Feier zur Wahl von Robert Haab als Bundespräsident im Jahr 1921 begab sich die Festgemeinde zum Walter-Hauser-Denkmal.Bundespräsident Haab. In: Thurgauer Zeitung. Zweites Blatt. Nr. 297, 19. Dezember 1921, S. 1 (online). An Hausers 100. Geburtstag, dem 1. Mai 1937, legte der Gemeinderat einen Kranz vor dem Denkmal nieder.Der 100. Geburtstag von Bundesrat Hauser. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweite Sonntagsausgabe. Nr. 785, 2. Mai 1937, S. 2 (online).
1969 wurde das Denkmal abgebrochen und sein Mittelteil etwa 200 Meter südöstlich in den Rosenmattpark verlegt, wo seit 1940 auch das Denkmal für Robert Haab steht.
Beschreibung mini|Der ursprüngliche Mittelteil mit Büste (1904) Das Denkmal steht heute im Rosenmattpark und besteht nur noch aus einem Teil des Postaments sowie aus der Porträtbüste, welche gemäss der Zürcher Wochen-Chronik die «ernsten und doch so freundlichen Züge Walter Hausers in vollkommener Treue» wiedergibt. Sie ist auf der Rückseite mit «Ad. Meyer fec.» (Adolf Meyer hat es geschaffen) signiert.
Ursprünglich war der Sockel in eine breite, mit einem Mosaikfries geschmückte Brüstung integriert; das Denkmal war von Bäumen umstanden, die Hauser einst selbst gepflanzt haben soll. Die in Jugendstil-Lettern ausgeführte Sockelinschrift lautet im Oberfeld: «Walter Hauser von Wädenswil 1837–1902», im Mittelfeld: «Bundesrat 1888–1902», und auf der Basis: «Bundespräsident 1892 1899». Auf der Brüstung waren früher links Hausers kantonale Ämter («Kantonsrat 1870–1881» und «Regierungsrat 1881–1888») und rechts seine nationalen Ämter («Nationalrat 1869–1875» und «Ständerat 1879–1888») aufgeführt.
Rezeption Die Zürcher Wochen-Chronik sprach bei der Einweihung von einem «bescheidenen Denkmal». Gemeindepräsident Weber-Lehnert sagte in seiner Enthüllungsrede: «Wohl ward kein glanzvolles Denkmal geschaffen, in den Herzen aller aber hat sich Hauser ein unvergängliches Andenken gesichert.»
Galerie
Siehe auch
Liste von Denkmälern im Kanton Zürich
Literatur Turnfest und Denkmalweihe in Wädenswil. In: Neue Zürcher Zeitung. Beilage zu Nr. 192, 12. Juli 1904, S. 1 (online). Aus dem Beamtenstand. In: Zürcher Wochen-Chronik. Nr. 30, 23. Juli 1904, S. 1 f. (online).
Weblinks
Peter Ziegler: Denkmal für Bundesrat Hauser. In: Jahrbuch der Stadt Wädenswil. 2010 (online).
Einzelnachweise
Kategorie:Denkmal in der Schweiz Kategorie:Bauwerk in Wädenswil Kategorie:Skulptur (1904)