Louise Campbell (* 1970 in Kopenhagen) ist eine dänische Designerin und Künstlerin, die mit einer verspielten und experimentellen Haltung innerhalb der dänischen Designtradition hervortrat. Ihre Arbeiten reichen von Möbeln und Leuchten bis zu raumgreifenden Installationen. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Finn-Juhl-Preis (2004) und die Thorvald-Bindesbøll-Medaille (2007) sowie die Hædersydelse des Statens Kunstfond (2015).
Leben Campbell studierte am London College of Furniture (Abschluss 1992) sowie an der Dänischen Designschule (Abschluss 1995). Seit 1996 führt sie ein eigenes Studio in Kopenhagen. Als Tochter einer englischen Mutter und eines dänischen Vaters verbrachte sie Kindheit und Jugend in Dänemark und England und lebt nach langen Jahren in Kopenhagen heute in Ålsgårde in Nordseeland. Erfahrungen mit Brustkrebs und Stress führten zu einer bewussten Entschleunigung und zu einer stärker handwerklich-sinnlichen Arbeitsweise.
Wirken Campbells Werk umfasst Möbel und Beleuchtung ebenso wie Büroartikel, Schmuck und Textilien und verbindet Experimentierfreude mit der dänischen Möbeltradition. Sie formulierte programmatisch, die Form solle der Absicht folgen, und setzt auf sinnliche, nutzerorientierte Lösungen jenseits starrem „Denken in Schubladen“. Zu ihren bekannten Entwürfen zählen die Stühle Prince Chair (2002), Spiderwoman (2006) und Veryround (2006) sowie die Leuchte Campbell pendel (2004) für Louis Poulsen. Für Royal Copenhagen entwickelte sie ab 2008 die Porzellanserie Elements (White Elements, später Blue Elements), eine spielerische Neuinterpretation klassischer Dekore. Einem breiten Fernsehpublikum wurde sie an der Seite von Kasper Salto als strenge Jurorin der DR-Reihe Danmarks næste klassiker (‚Dänemarks nächster Klassiker‘) bekannt.
Mit der Soloschau Støj på linjen (‚Störungen in der Leitung‘) in Munkeruphus (2023) zeigte Campbell eine raumfüllende Installation und gilt als eine Hinwendung zu freieren künstlerischen Ausdrucksformen. Die Schau umfasste Hunderte hängende Papierfische, eine aus zahllosen Pappringen gefügte „Welle“ und eine Blumentapete und wurde von Politiken als therapeutischer, zugleich fordernder Erfahrungsraum beschrieben. Arbeiten Campbells wurden zudem im Museum of Modern Art in New York und im Musée National d’Art Moderne in Paris gezeigt.
Für ihre Leistungen wurde sie mit dem Finn-Juhl-Preis (2004) und der Thorvald-Bindesbøll-Medaille (2007) ausgezeichnet; 2015 erhielt sie die Hædersydelse des Statens Kunstfond.
Literatur
Einzelnachweise
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