Die Liste von Bau- und Kunstdenkmalinventaren enthält Buchreihen, die territorial gegliedert bedeutende Bauwerke und einige Kunstwerke erfassen und beschreiben. Sie sind nach heutigen Staaten und Verwaltungsgrenzen sortiert.
Geschichte
Der bekannte Architekt Karl Friedrich Schinkel forderte 1815 eine Inventarisation der Kunstdenkmäler vom preußischen Staat.K. F. Schinkel 1781–1841. Beiträge zu seinem 200. Geburtstag, Verlag für Bauwesen, 1982, S. 51, auch in weiterer Fachliteratur Die ersten solchen Zusammenstellungen sind für Westphalen (1826) und den Regierungsbezirk Coblenz (1835) bekannt.Kunstdenkmalinventare in Westfalen , mit detaillierten Angaben Als erstes Inventar nach modernerem Verständnis galt das für den Regierungsbezirk Cassel von 1870.Ernst Polaczek, Die Kunstdenkmäler-Inventarisation in Deutschland, in Deutsche Geschichtsblätter, 1900, S. 270–290, hier S. 272 In den folgenden Jahrzehnten wurden solche für die meisten deutschen Territorien erstellt. Diese wurden von Bau- und Kunsthistorikern im Auftrag von Provinzialverbänden oder Kommissionen mit umfangreicher finanzieller Unterstützung der jeweiligen Landesregierungen sachkundig verfasst.Ernst Polaczek, Kunstdenkmäler-Inventarisation in Deutschland, in Deutsche Geschichtsblätter, 1900, S. 270–290, hier S. 273–285, mit einer sachkundigen Darstellung aller bisher erschienenen Inventarreihen Sie beschrieben sehr ausführlich die historischen Bauwerke und einige bedeutende Kunstwerke, mit Abbildungen und Karten, dazu Angaben zur Regionalgeschichte und Topographie. Sie wurden meist flächendeckend für ein Territorium fertiggestellt.
Seit 1950 konnten im westlichen Deutschland in einigen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Bayern) noch einzelne fehlende Bände ergänzt werden. In der DDR und in den ehemaligen deutschen Ostgebieten konnten diese nicht fortgesetzt werden (Brandenburg, Westpreußen). In den folgenden Jahrzehnten entstanden in einigen Bundesländern neue solcher Buchreihen (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz), aber mit nur wenigen Bänden.
Außerdem gibt es seit 1905 die Handbücher von Georg Dehio, die die wichtigsten Bau- und Kunstdenkmale in einzelnen Regionen kurz, übersichtlich und in handlichem Buchformat darstellen. Diese werden bis in die Gegenwart in verschiedenen Reihen für viele Länder und Regionen fortgesetzt. Die Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland erfasst seit 1981 wieder sehr detailliert Bau- und Kunstdenkmäler in einzelnen Kreisen und Städten nach dem Vorbild der historischen Inventarreihen. Diese Bände sind vom Konzept aber so ausführlich, dass bisher nur verhältnismäßig wenige Bände erschienen und die Erstellung finanziell sehr aufwändig ist.
Daher bleiben für viele Regionen Deutschlands die historischen Inventarbände des 19. und frühen 20. Jahrhunderts für weniger bedeutende Bauwerke die bisher detailliertesten. „Die älteren Kunstdenkmalinventare (...) besitzen aber – trotz der nach gegenwärtigem Denkmalverständnis bestehenden Lücken und anderer Mängel – allein mit der Fülle heute nicht mehr wiederholbarer Feststellungen und den bildlichen Wiedergaben verlorener Zustände noch immer einen hohen dokumentarischen Wert und bilden als Ausgangspunkt jeder Art von Denkmalforschung und als Nachschlagewerk für die breiten Kreise der Interessierten eine wichtige Grundlage.“Kunstdenkmalinventare des Landes Sachsen-Anhalt. Band 7 Beier und Beran, in Sachsen-Anhalt wurden alle wichtigen Inventarbände durch das Landesamt für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt als Reprints neu herausgegeben. Daher wurden von fast allen Bänden Reprints, oft in Zusammenarbeit mit den regionalen Denkmalbehörden und Geschichtskommissionen, angefertigt.
Für viele Einzelbauwerke erschienen außerdem architektonische Monographien, die in dieser Liste aber aus Übersichtsgründen nicht berücksichtigt werden.
Deutschland Landesreihen Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, seit 1981, über 200 Bände Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, 6 Bände, 1978–1990 Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler, seit 1905, mehrere Länderreihen Baden-Württemberg Die Kunst- und Altertums-Denkmäler des Königreichs Württemberg, 13 Bände, 1889–1936. Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden, 23 Bände, 1887–1967 Die Bau- und Kunstdenkmäler in den Hohenzollernschen Landen, 1896 Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg, 7 Bände, seit 1978
Bayern Die Kunstdenkmäler von Bayern, 112 Bände, 1892–1972, + 35 Kurzinventare Denkmäler in Bayern (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland), 41 Bände, 1978–2009, möglicherweise weitere Bände seitdem erschienen Brandenburg Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, 19 Bände 1907–1941, 1 Ergänzungsband 1960, Reihe ist nur zur Hälfte umgesetzt worden
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes, 1873, 2. vermehrte Auflage 1881 Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 55 Einzelbände, 1891–1944, + 1 Ergänzungsband 1985 Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 50 Bände, 1893–2007
Rheinland-Pfalz Die Baudenkmale in der Pfalz, 5 Bände, 1884–1897 Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, 11 Bände, 1954–2012Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz OPAC der Regesta Imperii, mit Übersicht der Bände
Sachsen Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 41 Bände, 1889–1923
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens, 41 Bände, 1889–1917
Ehemalige deutsche Gebiete Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, 9 Bände, 1891–1898 Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Pommern, 22 Bände, 1881–1934 Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Posen, 4 Bände, 1895–1898 Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien, 6 Bände, 1886–1903 Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Westpreussen, 14 Bände, 1884–1919
Weitere Länder und Regionen
Österreichische Kunsttopographie Die Kunstdenkmäler der Schweiz
Weblinks
Einzelnachweise
Bau- und Kunstdenkmaler