Coelestine Frimmel (geboren als Carolina Frimmel am 30. April 1873 in Gmunden am Traunsee in Oberösterreich; gestorben 1960 in Burghausen) war eine deutsche Ordensfrau, die die Zerstörung von Burghausen durch die amerikanischen Truppen zum Ende des Zweiten Weltkriegs abwenden konnte.
Leben Carolina Franziska Marie Mathilde Frimmel kam als Tochter von Karolina Schwantner (* 2. Jänner 1835; † 18. November 1906),Pfarrkirche Gmunden, Sterbefälle, Signatur 306/1906, abgerufen am 11. Jänner 2026. verehl. mit dem Notar Ludwig Frimmel (* 1816; † 30. August 1885 in Gmunden),Koglgasse 34. im Haus mit der Anschrift Stadt 111 zur Welt.Pfarrkirche Gmunden, Taufen, Signatur 106/1873, abgerufen am 10. Jänner 2026. Die Familie Frimmel ist im Jahr 1885 in der Traungasse 112 ansässig.
Als Carolina Frimmel 14 Jahre alt war, wurde sie am Institut der Englischen Fräulein, einer Einrichtung des Ordens von Maria Ward, in Burghausen unterrichtet. Sie studierte dort Englisch und Französisch. Nach Abschluss der Ausbildung ging sie nach Nizza. Dort arbeitete sie als Erzieherin und Sprachlehrerin für eine französische Adelsfamilie. Carolina Frimmel kehrte 1903 nach Burghausen zurück und trat ins Kloster ein. Sie nahm den Ordensnamen Coelestine an und arbeitete als Lehrerin an ihrer alten Schule.Zeitungsbericht Thomas Gabriel: Die Geschichte hinter dem Schild (PDF), abgerufen am 10. Januar 2026
Als am 2. Mai 1845 amerikanische Soldaten Burghausen erreichten und besetzten, kam es zu einer unglücklichen Explosion auf der Polizeiwache. Vermutlich wurde diese durch eine versehentlich weggeworfene Zigarette ausgelöst. Die US-Soldaten fühlten sich jedoch bedroht, der Krieg war zu dem Zeitpunkt noch nicht vorbei und so wollten sie Burghausen durch Artilleriebeschuss endgültig unterwerfen. Man holte Mater Coelestine aus dem Kloster, damit sie durch ihre Sprachkenntnisse mit den Soldaten das Problem klären konnte und sie sollte zwischen den Bewohnern und den Soldaten vermitteln. Dies gelang, im Gespräch mit dem amerikanischen Stadtkommandanten John Woehler konnte sie diese Pläne abwenden. Sie gewann das Vertrauen des Stadtkommandanten und wurde danach auch hinzugezogen, wenn es zu Zwischenfällen kam. Sie sorgte auch dafür, dass viele Soldaten über die Grenze in ihre Heimat zurückkehren konnten.
Als im Herbst 1945 die amerikanische Armee zum Schutz vor der russischen Armee, die bis weit nach Österreich einmarschiert waren, eine Schutzzone planten, bei der auf einem 5000 m breitem Streifen eine „toten Zone“ entlang der Grenze von Simbach bis Laufen gebildet hätte werden sollen, wäre Burghausen dabei zerstört worden. Die Besatzer wollten dadurch eine bessere Überwachung des Gebietes erreichen. Gegen diese „tote Zone“ setzte sich neben dem Bürgermeister Hans Stiglocher auch Mater Coelestine ein und es konnte erreicht werden, dass diese nicht gebildet wurde. Mater Coelestine wurde aufgrund ihres Wirkens in der Zeit nach dem Krieg von der Bevölkerung als „rettender Engel Burghausens“ bezeichnet.
Sie starb 1960 und wurde, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Burghausen, auf dem städtischen Friedhof bestattet.
Ehrungen Der Mater-Coelestine-Weg an der Salzach wurde zu ihren Ehren gewidmet. Mater Coelestine wurde mit einem FrauenOrt in Burghausen geehrt.
Weblinks FrauenOrt für Coelestine Frimmel Colestine Frimmel auf Landkreis Altoetting CoelestineFrimmel auf der Seite der Congregatio Jesu
Einzelnachweise
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