Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Uganda 2026 fand am 15. Januar 2026 bzw. findet vom 15. Januar bis 6. Februar 2026 statt. Zur Wahl stehen unter anderem das Amt des Präsidenten und die Abgeordnetensitze im Parlament von Uganda. Zur Präsidentschaftswahl traten acht Kandidaten an, darunter Amtsinhaber Yoweri Museveni der National Resistance Movement (NRM) und Oppositionskandidat Robert Kyagulanyi Ssentamu, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bobi Wine, der National Unity Platform (NUP). Anderen Kandidaten als Museveni wurden kaum Chancen eingeräumt.
Vor den Wahlen kam es zur Festnahme von Oppositionsanhängern bei Protesten. Zudem wurden ab 13. Januar das Internet abgeschaltet und Mobilfunkdienste eingeschränkt. Am Wahltag kam es in einigen Wahllokalen zu von der Opposition kritisierten, mehrere Stunden andauernden Verzögerungen.
Museveni gewann die Präsidentschaftswahl laut der Wahlkommission mit einem Stimmanteil von 71,61 % vor Bobi Wine mit 24,72 % und damit eine siebte Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,5 Prozent, was den niedrigsten Stand seit den Wahlen im Jahr 1996 darstellt. Bobi Wine warf der Regierung Wahlbetrug und Einschüchterungsmaßnahmen vor. Er hielt sich nach den Wahlen versteckt. Muhoozi Kainerugaba, Oberbefehlhaber der ugandischen Armee sowie Sohn und aussichtsreicher Nachfolger von Präsident Museveni beschuldigte Wine, ein „Terrorist“ zu sein, und drohte auf X damit, ihn zu töten. Nachdem er untergetaucht war, verließ Bobi Wine nach einigen Angaben im März das Land, da er sein Leben bedroht sah. Museveni wurde am 12. Mai für seine siebte Amtszeit als Präsident vereidigt.
Politisches System
Uganda ist laut der Verfassung vom 8. Oktober 1995 eine präsidentielle Republik.
Auf dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist wurde das afrikanische Land 2024 mit 4,49 von 10 Punkten als „Hybridregime“ eingeordnet. Der Demokratieindex von Freedom House stuft Uganda als „unfrei“ ein und der Demokratieindex des V-Dem Institutes lag Stand 2024 bei 0,272 und damit im eine Wahlautokratie kennzeichnenden Bereich.
Wahlsystem Der ugandische Präsident wird alle fünf Jahre in direkter Wahl gewählt. Erreicht keiner der Kandidaten die nötige Mehrheit von mindestens 50 Prozent der gültigen Stimmen, wird in einer zweiten Wahlrunde eine Stichwahl durchgeführt, die innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Wahlrunde stattfindet. Die Wahlkommission ermittelt und veröffentlicht das Ergebnis der Präsidentschaftswahl innerhalb von achtundvierzig Stunden nach Schließung der Wahllokale.
Für das Parlament werden 529 Abgeordnete gewählt: direkt gewählte Abgeordnete der 353 Wahlkreise Frauenrepräsentantinnen der 146 Städte/Distrikte jeweils 5 Repräsentanten (davon mindestens 1 Frau) für ältere Menschen Menschen mit Behinderungen Arbeitnehmer die Jugend 10 Repräsentanten der Uganda People’s Defence Force (davon mindestens 2 Frauen)
Etwa 78 Prozent der Menschen in Uganda sind jünger als 30 Jahre. Das Land hat eine der weltweit jüngsten Bevölkerungen. Rund 21,7 Millionen Ugander sind zur Wahl registriert. Im Durchschnitt der letzten 14 Volksabstimmungen, Präsidentschafts- und Parlamentswahlen lag die Wahlbeteiligung bei 60,13 %.
Wahltermine Die Präsidentschaftswahl und Direktwahl der regulären Parlamentsabgeordneten findet am 15. Januar statt, während die Kommunalwahlen sowie die Wahl der Parlamentsabgeordneten der Sonderinteressengruppen wie Menschen mit Behinderungen an mehreren sepraten Wahltagen bis 6. Februar stattfinden: 15. Januar: Wahlen des Präsidenten und der Mitglieder des Parlaments (direkt gewählte Abgeordnete und Frauenrepräsentatinnen der Distrikte im Parlament) 19. Januar: Nationale Konferenz zur Wahl der Arbeitnehmervertreter im Parlament 20. Januar: Wahl von Stadträten, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Gemeinde-/Stadtbezirksebene vertreten 21. Januar: Wahl von Stadträten, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Distrikt-/Stadtebene vertreten 22. Januar: Wahlen der Bezirks- und Kommunalverwaltungsräte: Bezirks-/Stadtvorsitzende, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Stadträte 27. Januar: Wahlen der Vorsitzenden der Gemeinde-/Stadtbezirksabteilungen und der Stadträte 28. Januar Regionale Konferenzen zur Wahl regionaler Jugendvertreter im Parlament Nationale Konferenz zur Wahl der nationalen weiblichen Vertreterin älterer Menschen im Parlament Sitzung des Armeerats zur Wahl der UPDF-Vertreter im Parlament 30. Januar: Wahl von Ratsmitgliedern, die Sonderinteressengruppen (Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) auf Unterbezirks-/Stadt-/Gemeindeebene vertreten 2. Februar: Regionalkonferenz zur Wahl von Vertretern älterer Menschen im Parlament 3. Februar: Nationale Konferenz zur Wahl von Vertretern von Menschen mit Behinderungen im Parlament 4. Februar: Wahlen der Vorsitzenden der Unterbezirks-/Stadt-/Gemeindebezirke und der Gemeinderäte 6. Februar: Nationale Konferenz zur Wahl der nationalen weiblichen Jugendvertreterin im Parlament
Präsidentschaftskandidaten Zur Präsidentschaftswahl treten acht Kandidaten an, darunter Amtsinhaber Yoweri Museveni der National Resistance Movement (NRM) und Oppositionskandidat Robert Kyagulanyi Ssentamu, besser bekannt als Bobi Wine, der National Unity Platform (NUP). Anderen Kandidaten als Museveni werden jedoch kaum Chancen ausgerechnet. Museveni kam 1986 nach einem langen Bürgerkrieg an die Macht. Er tritt im Alter von 81 Jahren zu einer siebten Amtszeit an. Frühere Amtszeit- und Altersbeschränkungen wurden während seiner Regierungszeit durch zwei Verfassungsänderungen abgeschafft. Bei der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2021 erhielt Museveni 58,4 Prozent und Bobi Wine 35,1 Prozent der Stimmen, wobei Bobi Wine die Wahlkreise in und um der Hauptstadt Kampala gewann und Museveni im Rest des Landes.
Bild Kandidat Partei Ergebnis 2021 Kurzbeschreibung 80px|Yoweri Museveni (2024) Yoweri Museveni National Resistance Movement (NRM) 58,4 % seit 1986 Amtsinhaber, 81 Jahre 80px|Bobi WIne (2024) Robert Kyagulanyi Ssentamu(Bobi Wine) National Unity Platform (NUP) 35,1 % Zweitplatzierter bei der Wahl 2021, Musiker, 43 Jahre 80px|Nathan Nandala Mafani (2021) Nathan Nandala Mafani Forum for Democratic Change (FDC) 3,3 % (Kandidat Patrick Amuriat) 80px|Mugisha Muntu (2020) Mugisha Muntu Alliance for National Transformation (ANT) 0,7 % von 1989 bis 1998 Oberbefehlshaber der ugandischen Streitkräfte, von 2012 bis 2017 Präsident der Partei FDC Mubarak Munyagwa Common Man's Party (CMP) Robert Kasibante National Peasants Party (NPP) Joseph Mabirizi Conservative Party (CP) Abgeordneter des Distrikts Sironko, von 2011 bis 2014 Oppositionsführer Frank Bulira Kabinga Revolutionary People's Party (RPP)
Kandidaten der älteren und etablierteren Parteien Democratic Party (DP) und Uganda People’s Congress (UPC) nehmen nicht an der Präsidentschaftswahl teil. Kandidaten, deren Nominierung von der Wahlkommission nicht akzeptiert wurde, waren unter anderem: Joseph Kabuleta (2021: 0,4 % als parteiunabhängiger Kandidat) Nancy Kalembe (2021: 0,4 % als parteiunabhängige Kandidatin) John Katumba (2021: 0,4 % als parteiunabhängiger Kandidat) Willy Mayambala (2021: 0,1 % als parteiunabhängiger Kandidat) Yvonne Mpambara
Die nicht als Kandidatin zugelassene Anwältin Mpambara kritisierte systemische Hindernisse: „Wir sind der Meinung, dass das System in Bezug auf die Kriterien für die Bestimmung der Nominierten nicht transparent war“, die Wahlkommission „habe uns keine klare Erklärung dafür gegeben, dass sie unsere Kandidatur nicht unterstützen“. Tausende Unterschriften seien verloren gegangen.
Der prominente Oppositionspolitiker Kizza Besigye, der viermal – einmal als unabhängiger Kandidat und dreimal als ehemaliger Vorsitzender des FDC – gegen Museveni antrat, wurde Ende 2024 festgenommen.
Wahlkampfthemen Zentrale Wahlkampfthemen waren Arbeitslosigkeit und Korruption. Laut dem letzten Jahresbericht der ugandischen Statistikbehörde Uganda Bureau of Statistics lag die Arbeitslosenquote 2023/2024 bei 12,3 Prozent. Besonders hoch ist sie unter jungen Ugandern. Museveni und seine Partei NRM traten mit dem Slogan „Die erzielten Erfolge sichern: Einen qualitativen Sprung in den Status der gehobenen Mittelschicht schaffen“ an. Bobi Wine von der Oppositionspartei NUP betonte Regierungsreformen, Demokratie und den Kampf gegen Korruption.
Wahlkampf- und Wahlablauf Die offizielle Wahlkampfzeit begann am 8. September 2025. Vor Wahlkampfbeginn wurde durch das Parlament das Gesetz über die Parteienfinanzierung geändert. Dadurch muss eine Partei, um öffentliche Gelder zu erhalten, nicht mehr nur im Parlament vertreten sein, sondern auch der Inter Party Organization for Dialogue (IPOD) angehören, was nur für die Oppositionspartei der National Unity Platform nicht der Fall ist.
Repressionen Das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) warnte Anfang Januar, dass die Wahlen „von weit verbreiteter Unterdrückung und Einschüchterung“ der Opposition und anderer Bevölkerungsgruppen geprägt sein würden. Die Organisation urteiilte in ihrem Bericht: „der demokratische und zivilgesellschaftliche Raum in Uganda hat sich seit den Parlamentswahlen 2021 aufgrund einer Reihe repressiver und diskriminierender Gesetze und Maßnahmen, darunter physische und digitale Überwachung sowie juristische Schikanen, stark eingeschränkt.“
Am 30. Dezember 2025 stürmten Sicherheitskräfte das Haus der prominenten Menschenrechtsaktivistin und Regierungskritikerin Sarah Bireete und verhafteten diese. Das Ugandan National NGO Bureau wies zudem im Januar vor den Wahlen mindestens fünf Menschenrechtsgruppen an, ihre Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen, darunter Human Rights Network for Journalists-Uganda (HRNJ-U), Chapter Four Uganda, Allicance for Election Finance Monitoring (ACFIM), National NGO Forum und National Coalition of Human Rights Defenders. Auch Journalisten sahen sich Repressionen ausgesetzt.
Im Dezember 2025 gab Oppositionskandidat Bobi Wine auf X an, dass er während eines Wahlkampfes in der Stadt Gulu im Norden des Landes angegriffen wurde. Auch Amnesty International beklagte Repressionen. So hätten Sicherheitskräfte vermehrt willkürlich Menschen festgenommen und auch gefoltert. Reuters berichtete, dass Hunderte von Oppositionsanhängern bei Protesten festgenommen wurden.
Kritik an der Wahlkommission Die Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) kritisierte zudem, dass die Wahlkommission ihr nicht wie vorgeschrieben das Wahlregister 14 Tage vor den Wahlen zur Verfügung gestellt habe, um genug Zeit zu haben, dieses auf Unregelmäßigkeiten zu prüfen.
Einschränkungen des Internets