Der Place du Palais Bourbon ist eine Platz im 7. Arrondissement von Paris.
Lage Der Platz liegt vor dem Palais Bourbon, dem Sitz der Assemblée nationale. Er hat die Form eines Hufeisens und ist die Kreuzung der Straßen Rue de l’Université, Rue Aristide Briand und Rue de Bourgogne.
Namensursprung Der Namen ergibt sich aus der Lage: Der Platz vor dem Palais Bourbon.
Geschichte Mit dem im November 1775 in Fontainebleau ausgestellten Letters Patent wurde Louis-Joseph de Bourbon, Prinz von Condé, autorisiert:« La Place du Palais Bourbon », assemblee-nationale.fr, gelesen 09.01.2025 die Richtung eines Teils der Rue de Bourgogne zu ändern und somit einen halbkreisförmigen Platz vor dem Eingang seines Palastes zu errichten.
Diese Patentbriefe wurden am 12. Januar 1776 im Stadtamt von Paris und am darauffolgenden 28. März im Parlement de Paris registriert.
Der Platz wurde vom Architekten Antoine-Charles Aubert entworfen.Place du Palais Bourbon, Sites et monuments, 01. Januar 2000, in Gallica.
1778 begannen die Arbeiten am Platz; einige Jahre später entschied man sich jedoch, die halbkreisförmige Form durch einen rechteckigen Platz zu ersetzen, der sich zum Palast hin öffnete. Dieser Bereich, damals „Place du Palais-de-Bourbon“ genannt, erhielt schließlich eine trapezförmige Gestalt.
Die Bebauung am Flussufer erfolgte gemäß dieser neuen Anordnung, die durch einen Ministerialbeschluss mit dem Datum 2 thermidor an V (20. Juli 1797), unterzeichnet von Pierre Bénézech, und durch eine königliche Ordonnanz vom 7. März 1827 bestätigt wurde.
Während der Revolution hieß der Platz „Place de la Maison de la Révolution“. Der Rat der Fünfhundert beschloss 1798 die Umbenennung in „Place du Conseil des Cinq Cents“. Unter dem Ersten Kaiserreich hieß es „Place du Palais du Corps Législatif“, dann wurde es durch ein Präfekturdekret vom 27. April 1811 wieder in „Place du Palais de Bourbon“ umbenannt, und schließlich in „Place du Palais Bourbon“ (1814).Marie-Paul-Prosper Beck, Nomenclature des voies publiques et privées dressée sous la direction de M. Bouvard, Chaix, 1898.
Alle Gebäude auf dem Platz wurden 1804 errichtet.
Im Jahr 1826 plante die Stadtverwaltung, auf dem Platz eine Statue von König Ludwig XVIII. zu errichten, ein Projekt, das 1830 aufgegeben wurde. Letztendlich wurde nur der Sockel gebaut.
Im Jahr 1848 rief die provisorische Regierung der Zweiten Republik einen Wettbewerb für eine allegorische Statue der Republik ins Leben, die auf dem Platz aufgestellt werden sollte. 1849 wurde der Entwurf von Jean-Jacques Feuchère ausgewählt. Auf dem leeren Sockel wurde ein Gipsmodell aufgestellt, das 1855 durch die Marmorversion ersetzt wurde. Obwohl Napoleon III. das Kaiserreich errichtete, wurde die Statue schließlich als La Loi bekannt.
1883 gab es Überlegungen, die Statue zu versetzen und durch eine lebensgroße Statue des Staatsmannes Léon Gambetta zu ersetzen. Dazu kam es jedoch nicht.INFORMATIONS auf Gallica 200px|mini|rechts|Der Platz beim Hochwasser der Seine von 1910. Beim Seinehochwasser 1910 wurde der Platz überflutet. Die Menschen bewegten sich mit Booten oder liefen auf eigens dafür angelegten Holzstege.
Im Jahr 2000 wurde der Platz neu gestaltet: Er wurde teilweise zur Fußgängerzone umgewandelt und die Parkplätze reduziert. Im darauffolgenden Jahr wurde die Statue La Loi restauriert.
Sehenswürdigkeiten Die Häuser Nr. 1, 2, 8, 9 und 11 des Platzes wurden 2014 als historische Denkmäler (MH) eingetragen, die Nr. 3, 4, 5, 6bis, 7 und 7bis bereits 1935. In einem Bulletin einer historischen und archäologischen Gesellschaft heißt es, dass „die Häuser an der Ecke Rue de Bourgogne und Place du Palais Bourbon“ mit Steinen der ehemaligen Bastille erbaut wurdenPlace du Palais Bourbon, auf Gallica. Le Palais Bourbon In der Platzmitte steht die Statue „La Loi“, eine allegorische Darstellung des Gesetzes von Jean-Jacques Feuchère. Nr. 1 bis 3: Das Café Le Bourbon war ein beliebter Treffpunkt von Parlamentsmitgliedern. Dort versammelte Jacques Chirac die Unterzeichner des „Appell des 43“ – gaullistische Minister und Abgeordnete –, um Valéry Giscard d’Estaings Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 1974 zu unterstützen und damit die Ambitionen von Jacques Chaban-Delmas zunichtezumachen. Nr. 4: Seit 2024 Sitz der Partei Les Républicains Nr. 5: Der Ratspräsident Paul Reynaud wohnte hier von 1936 bis 1966, wie eine Gedenktafel an der Fassade belegt. Nr. 11: Sitz der Partei Union des droites pour la République (UDR)
Persönlichkeiten, die am Place du Palais-Bourbon wohnten Liste bekannter Persönlichkeiten, die auf dem Platz lebten, deren genaue Adresse aber nicht bekannt ist: La Fayette (1757–1834), Offizier und Politikerplace du Palais Bourbon Études, Compagnie de Jésus, 1915, in Gallica Josée Laval (1911–1992), Tochter von Pierre Laval, einer Schlüsselfigur des Vichy-Regimes, zog 1937 dorthin in eine Wohnung, in der zuvor Prinz Mdivani gewohnt hatte.Documentaire, Les carnets de Josée Laval, 2018, langer TV-Ausschnitt, 25. Minute. François Léotard (1942–2023), als Politiker bewohnte er dort eine „winzige Zweizimmerwohnung“.Daniel Schneidermann, Tout va très bien, Monsieur le Ministre, Paris, 1987
Literatur Jacques Hillairet, Dictionnaire historique des rues de Paris, Paris, Éditions de Minuit, 1972, 1985, 1991, 1997 usw. (1. Ausg. 1960), 1 476 S., Bd. 2, ISBN 2-7073-1054-9, OCLC 466966117 Délégation à l’action artistique de la Ville de Paris, Société d’histoire et d’archéologie du VIIe arrondissement, Le Faubourg Saint-Germain: Palais Bourbon, sa place, Institut néerlandais, 1987.
Einzelnachweise
Kategorie:Platz in Paris Kategorie:7. Arrondissement (Paris)